03.12.2018 | Von MANFRED MÖNCH

Update* Pensionskassen (November 2018)

Update Pensionskassen (Teil 1): Betriebs-Pensionskassen meiden Rentendirektanklage und erhöhen Aktien, Immobilien und Alternatives.

Ende 2017 waren bei der BaFin noch 136 Pensionskassen registriert. Der Konsolidierungsprozess setzt sich fort. Die kleineren „Pensionskasse der Angestellten der Thuringia Versicherungs-AG“ und „Pensionskasse der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel“ wurden 2017 auf die „Generali Lebensversicherung AG“ und die „Hamburger Pensionskasse von 1905 VVaG“ übertragen. Die „Versorgungskasse Energie VVaG“ befand sich Ende 2017 in Liquidation, eine Weiterführung des Milliardenvermögens erfolgt in CTA’s und Pensionsfonds der Träger. Zudem wurden 2017 die „pro BAV“ sowie die „Prudentia Pensionskasse AG“ an die Frankfurter Leben-Gruppe veräußert und werden dort fortgeführt.

Die Zahl der Anwärter ist 2017 um gut 2 Prozent auf fast 8 Millionen gestiegen. Während sich Wettbewerbs-Pensionskassen (WPK) teilweise wieder aus dem Markt zurückziehen, wachsen Betriebs-Pensionskassen (BPK) insgesamt noch. Mehr als die Hälfte der Kassen schrumpft allerdings auch hier. Das Beitragsvolumen stieg 2017 deutlich um 6 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro. Das lag vor allem an Sonderzuweisungen einzelner Trägerunternehmen (z.B. BASF, Degussa, Wacker).

Das Kapitalvolumen wuchs um gut 5 Prozent auf rund 162 Milliarden Euro. Davon entfallen 38 Milliarden auf 17 WPK, die zudem gut 1,5 Milliarden in fondsgebundenen Verträgen verwalten. Zu Marktwerten beträgt das Anlagevolumen deutlich mehr als 180 Milliarden Euro. Mehr als 40 Pensionskassen verwalten mindestens eine Milliarde Euro.

Die Asset Allocation insbesondere der BPK befindet sich seit der Finanzkrise in einem Transitionsprozess. Der Anteil direkter Rentenanlagen ist seit 2009 um über 20 Prozent-Punkte auf unter 45 Prozent der Gesamtmittel gesunken. Indirekte Fondsanlagen übersteigen 2017 diese mit rund 48 Prozent erstmals. Dieser Prozess findet abgeschwächt auch bei WPK statt. Seit 2009 haben bei allen Kassen Fondsanlagen um über 40 Milliarden Euro zugelegt.

Das Anlageportfolio der BPK hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Ende 2017 waren in festverzinsliche Anlagen noch knapp 73 Prozent investiert, mehr als ein Drittel davon indirekt.

Die Aktienquote hat sich 2017 weiter auf rund 11 Prozent erhöht. Es haben etwas mehr Kassen ihre Quote belassen (+/- 1 Prozent) als erhöht, verringert wurde die Quote nur vereinzelt. Jede sechste Kasse besitzt eine Quote oberhalb von 15 Prozent, fast ein Drittel hat überhaupt kein Exposure.

Die Immobilienquote wurde ebenfalls ausgeweitet und beträgt nun rund 10 Prozent. Jede siebte BPK hat eine Allokation von mindestens 15 Prozent, der höchste Wert liegt bei fast 25 Prozent. Allein 2017 wurde hier über eine Milliarde Euro investiert.

Die Verbreitung von Alternatives wie Private Equity, Debt-Strukturen, Erneuerbare Energien oder Infrastrukturinvestments nimmt weiter zu, sie bilden inzwischen rund 5 Prozent der Gesamtallokation ab.

*Basis: Mehr als 60 Pensionskassen mit Mindestvolumen von je 100 Millionen Euro und Gesamtassets von über 130 Milliarden Euro

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