07.03.2019 | Von Olivia Harder

Spezialfondsgeschäft wächst weiter

Das deutsche Spezialfondsgeschäft wächst rasant weiter, die dominantesten Investoren sind nach wie vor Versicherungen und Altersvorsorgeeinrichtungen. Auch künftig wird ein Anstieg in diesem Sektor erwartet, der vielleicht schon bald die 2-Billionen-Euro-Marke knacken könnte.

Das Spezialfondsgeschäft in Deutschland verzeichnet einen rasanten Anstieg: Zum Datenstichtag im Juni 2018 betrugen die Mittelzuflüsse knapp 88 Milliarden Euro, das gesamte Fondsvolumen belief sich damit auf rund 1,6 Billionen Euro. Das geht aus einer Erhebung der Strategieberatung Kommalpha zu den Finanzaktiva von Versicherungen und Pensionseinrichtungen im Zeitraum von 2005 bis 2018 hervor, die sich auf Zahlen der Deutschen Bundesbank beruft.

Die erhobenen Zahlen bestätigen die imposante Entwicklung des Spezialfondsgeschäfts in Deutschland, denn indirekte Kapitalanlagen erfolgen zu einem immer größeren Teil in deutsche Spezialfonds. Dabei sind Versicherungen und Altersvorsorgeeinrichtungen mit einem gesamten Marktanteil von rund 60 Prozent die größten Anteilhaber am Fondsvolumen.

Auf dem ersten Platz stehen somit Versicherungen mit 34,2 Prozent und einem Volumen von 543 Milliarden Euro. Danach folgen Altersvorsorgeeinrichtungen mit 25,9 Prozent und einem Volumen von 411 Milliarden Euro – anders als noch vor zehn Jahren, als Kreditinstitute die zweitgrößte Investorengruppe für Spezialfonds war.

Das gesamte Spezialfondsvermögen von Versicherungen beläuft sich auf etwa 546,7 Milliarden Euro und verteilt sich auf 650 Spezialfonds, die im laufenden Jahr bis November 2018 rund 65,9 Milliarden Euro einsammeln konnten. Ein genauerer Blick auf die Zusammensetzung des Spezialfondsvolumens von Versicherungen zeigt zudem ein eindeutiges Bild: Kombiniert machen gemischte Wertpapierfonds und reine Rentenspezialfonds über 80 Prozent des Anteils aus, dabei liegen beide Assets etwa gleichauf. Eine leichte Zunahme im Vergleich zu den vergangenen Jahren konnten reine Aktienfonds mit einem derzeitigen Anteil von rund zehn Prozent und Immobilienspezialfonds mit fünf Prozent verzeichnen.

Etwas geringer fällt das Fondsvermögen der Altersvorsorgeeinrichtungen aus, das sich zum Datenstichtag auf 410,7 Milliarden Euro beläuft und im laufenden Jahr, ebenfalls bis November 2018, rund 48,8 Milliarden Euro an Mittelzuflüssen verbuchen konnte. Die Gelder teilen sich 741 Fonds und damit mehr Spezialfonds als bei Versicherungen, was gemäß Kommalpha daran liegen könnte, dass stattdessen kleinere Volumina vorliegen und der Markt fragmentierter ist.

Auch die Fonds-Zusammensetzung bei Altersvorsorgeeinrichtungen ähnelt der der Versicherungen: Am liebsten wird in gemischte Wertpapierfonds investiert, die einen Anteil von etwa 52 Prozent ausmachen, die zweitstärkte Kategorie sind Dach-Spezialfonds mit knapp 20 Prozent. Anders als bei den Versicherungen machen reine Rentenspezialfonds hingegen mit weniger als 10 Prozent nur einen sehr geringen Anteil aus. Auf sie folgen mit acht Prozent offene Immobilienfonds, und auch Aktienfonds liegen bei unter zehn Prozent.

Mit dem fulminanten Anstieg der Investments in deutsche Spezialfonds in den vergangenen Jahren erleben diese einen Aufschwung, den Kommalpha bereits 2014 prognostiziert hatte: Damals sagte die Strategieberatung voraus, dass das Spezialfondsvolumen bis 2024 die 2-Billionen-Euro-Marke knacken würde.

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