25.03.2019 | Von Olivia Harder

Reduktion auf hohem Niveau

Im vergangenen Jahr sind die Pensionsverpflichtungen der DAX 30-Unternehmen gesunken. Grund dafür sind Verschiebungen in der Zusammensetzung. Ebenfalls reduziert hat sich das Pensionsvermögen – so lautet das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung von Mercer.

Die Unternehmen des DAX 30 dürfen sich für 2019 über eine Entlastung freuen: Ihre Pensionsverpflichtungen sind im vergangenen Jahr gesunken – von rund 380,8 Milliarden Euro auf etwa 366 Milliarden Euro. Das geht aus Hochrechnungen des Beratungshauses Mercer hervor, das für seine Analyse die aktuellen Geschäftsberichte der entsprechenden Unternehmen hinzugezogen hat.

Damit liegt der Rückgang der Verpflichtungen um 2,5 Prozent unter dem angepassten Vorjahreswert. Die Hauptgründe für den Rückgang sind dabei Veränderungen in der DAX 30-Konstellation. Eine geringere, aber dennoch relevante Rolle hat der Rechnungszins bei der Verpflichtungsentlastung gespielt: Er ist im vergangenen Jahr für eine Laufzeit von 15 Jahren von 1,9 Prozent auf 2 Prozent gestiegen.

Auch Rückgang des DAX 30-Pensionsvermögens

Parallel zum Rückgang der Verpflichtungen ist auch das Pensionsvermögen der DAX30 gesunken. Lag es zum Jahresende 2017 noch bei rund 258 Milliarden Euro, sind es ein Jahr später nach dem IRFS-Rechnungsabschluss nur noch etwa 246 Milliarden Euro. Somit ist der Deckungsgrad der Verpflichtungen von 69 auf 67 Prozent zwar leicht gesunken. Mit diesem Wert liegt er aber immer noch überdurchschnittlich hoch.

Grund für diesen Rückgang sind M&A-Transaktionen, die sich auf die Unternehmensstruktur und somit auch auf das Pensionsvermögen auswirkten. Auch der schwächelnde Aktienmarkt trug zu der Reduktion bei. Doch es hätte auch noch schlimmer kommen können: Hätten die Unternehmen keine 3,5 Milliarden Euro an zusätzlichen Einzahlungen zum Planvermögen getätigt, hätte sich das Vermögen noch weiter reduziert.

Negative Kursentwicklung und Kreditausfallrisiken bei den DAX 30

Unter dem Strich müssen die DAX 30-Unternehmen zudem eine negative Aktienkursentwicklung von geschätzten -1,5 Prozent verbuchen. Für die Firmen heißt das: 2019 müssen sie sich warm anziehen. Denn der Mercer-Jahresausblick sieht bei Weitem nicht rosig aus. Bleibt das Zinsniveau der Eurozone weiterhin so niedrig oder sinkt gar, schließt Mercer zinsbedingte Erhöhungen der Zahlungsverpflichtungen nicht aus.

Vielleicht sehen sich Unternehmen deswegen künftig sogar dazu gezwungen, nur noch reine Beitragszahlungen ohne Zinsgarantien zu gewährleisten, erwägt Mercer. Und die Unternehmen erwarte noch weitere Herausforderungen: Das Beratungshaus rät ihnen, ihre Portfolios auf mögliche Kreditausfälle vorzubereiten, da das Risiko für diese mit dem steigenden Schuldenniveau der Unternehmen zunehme.

Die Prognose von Mercer für das kommende Jahr reiht sich damit in den Entwicklungstrend der vergangenen Jahre ein: Die Unternehmen sollten wieder mit einem Anstieg der Pensionsverpflichtungen rechnen.

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