Natixis hat 500 institutionelle Anleger weltweit zu ihrer Einschätzung für 2021 befragt. Das Kernergebnis: Sie gehen eher defensiv ins neue Jahr und erwarten höhere Risiken.

Ein Großteil der institutionellen Investoren – rund 80 Prozent – gehen davon aus, dass die Märkte nicht ausreichend die langfristigen Risiken durch die Corona-Krise einpreisen. Die Erwartungen für 2021 sind daher gedämpft. Frühestens Ende 2022 werde die Weltwirtschaft zurück auf Vorkrisenniveau sein. Etwa 35 Prozent der Gruppe rechnet mit einer vollständigen Erholung sogar erst im Jahr 2023 oder noch später.

Entsprechend betrachten nahezu 80 Prozent der Umfrageteilnehmer die gegenwärtige Entwicklung an den Aktienmärkten als nicht nachhaltig. 53 Prozent der Befragten bevorzugen daher für 2021 ein defensiv ausgerichtetes Portfolio. Die Renditeerwartungen sind somit ebenfalls gedämpft. Gegenüber der vorigen Umfrage sind sie um 60 Basispunkte auf insgesamt 6,3 Prozent gefallen. Besonders stark haben Versicherungen ihre Renditeerwartungen nach unten geschraubt. Das Minus liegt bei 100 Basispunkten. Sie rechnen angesichts der Niedrigzinsen nur noch mit einer langfristigen Rendite von 5,5 Prozent. In der Umfrage im Jahr 2017 hatten die Erwartungen der Versicherer noch bei 7,7 Prozent gelegen. Natixis Investment Managers befragte 500 Großanleger aus 29 Ländern.

„Angesichts der Pandemie und deren Auswirkungen auf die globale Wirtschaft richten institutionelle Anleger ihre Portfolios derzeit so aus, dass diese einerseits mit der kurzfristig erhöhten Volatilität zurechtkommen und sich andererseits auf die langfristigen Folgen der Pandemie einstellen können“, so Sebastian Römer, Leiter Zentral- und Osteuropa bei Natixis.

Keine Anpassungen in der Asset Allocation…

Die Asset Allocation werden die Anleger jedoch nicht grundsätzlich anpassen. Im Schnitt werde der Aktienanteil bei 36 Prozent, der Rentenanteil bei 40 Prozent und der Anteil alternativer Investments bei rund 17 Prozent liegen. Sechs Prozent werden in Cash gehalten. Wenn es auch keine signifikanten Verschiebungen von einer Asset-Klasse in die andere geben dürfte, dürfte es innerhalb des Portfolios doch zu Anpassungen kommen.

…aber Verschiebungen innerhalb der Asset-Klassen

Der Natixis-Befragung zufolge dürften folgende Veränderungen in den institutionellen Portfolios ins Haus stehen:

  • Aktien: Ein Drittel will die Gewichtung US-amerikanischer Aktien zugunsten von Papieren aus dem asiatisch-pazifischen Raum, den Emerging Markets und Europa herunterfahren.
  • Renten: Im Fixed-Income-Bereich könnten weitere Reduzierungen des Bestandes von Staatsanleihen anstehen. 19 Prozent wollen den Anteil dieser Papiere in ihren Portfolios reduzieren. Knapp ein Drittel plant zudem eine Aufstockung im Investment-Grade-Bereich bei den Unternehmensanleihen. Stolze 48 Prozent setzen auf Green Bonds. Einen weiteren Ausbau dieser Anleihen plant knapp die Hälfte.
  • Alternative Investments: Sie stehen weltweit hoch in der Gunst von Versicherungen, Pensionskassen, Versorgungswerken oder Stiftungen. Eine Vielzahl der Investoren will sich in diesem Segment künftig breiter aufstellen. Besonders gefragt ist Private Debt. Hier planen 47 Prozent der Anleger Aufstockungen. 40 Prozent wollen sich verstärkt in Infrastruktur engagieren und 38 Prozent wollen den Anteil an Private Equity erhöhen.

 

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