Die US-Eliteuniversität Harvard trennt sich vollständig von ihren Investments in fossile Brennstoffe. Die verbleibenden Investments in dem Sektor sollen abgebaut werden.

Die Harvard University an der US-Ostküste kehrt fossilen Brennstoff-Investments den Rücken. Der Harvard-Stiftungsfonds werde sich von allen verbleibenden indirekten Anlagen trennen, teilte der Präsident der Universität mit. Direkte Investments im Bereich der Exploration bestünden seinen Angaben zufolge bereits nicht mehr. Ohnehin machen die verbleibenden Investments nur noch rund 2 Prozent der Kapitalanlage des 42-Milliarden-Dollar schweren Fonds aus. Diese seien vor allem im Private Equity-Portfolio des Institutes aus Cambridge / Massachusetts zu finden.

Harvard erwartet gute Performance nach Portfolio-Umbau

Im vergangenen Jahr kündigte der Stiftungsfonds an, die Asset Allocation neu aufzustellen hin zu mehr Private Equity und weg von bestimmten Real Assets sowie ebenfalls perspektivisch von Hedgefonds. Dies könnte sich nun auszahlen.

Noch sind die endgültigen Zahlen nicht da, aber ein erster Blick auf den Stichtag 30. Juni 2021 verrät: Es ist wohl nicht schlecht gelaufen für den Harvard-Stiftungsfonds. Dem Investment-Team der Harvard Management Company (HMC) dürfte es gelungen sein, durch Re-Allokationen kräftig an dem Post-Lockdown-Aufschwung der vergangenen Monate partizipiert zu haben.

Der Fonds ist in seiner Asset Allocation deutlich freier als viele andere institutionelle Investoren. Diese Freiheit machten sich die Investment-Strategen zunutze und krempelten ihre Strategie zuletzt konsequent um, nachdem die Pandemie ihnen im Vorjahr verdeutlichte, dass andere US-Universitätsfonds besser performt hatten. Der Vergleich mit diesen Fonds zeigte: Harvard investierte vergleichsweise risikoarm.

Harvard klettert die Risikoleiter hoch

Das Team unter Leitung von HMC CEO N.P. Narvekar beschloss, bestimmte Real Assets wie Agrar- und Forstflächen abzubauen. Ebenfalls wurden und werden bestimmte Sub-Asset-Klassen im Bereich Real Estate – Hotel, Büro, Einzelhandel – abgebaut.

Ausbauen wollen die US-Amerikaner indes Private Equity, das zuletzt mit 23 Prozent im Portfolio der US-Universität zu sehen war. Doch geeignete PE-Manager müssen zunächst gefunden werden. In der Zwischenzeit nutzt HMC vermehrt die liquideren Hedgefonds.

Diese hatten unter der Leitung von Narvekar, der 2016 an Bord kam, deutlich an Bedeutung gewonnen. Sie machten 2020 knapp 37 Prozent der Allokation aus – verglichen mit 14 Prozent im Jahr 2016. Diese hohe Allokation soll nun aber perspektivisch zugunsten von PE abgebaut werden.

Von den bestehenden Investments in globale Aktien und Hedgefonds sei nun eine gute Performance zu erwarten, so die Hoffnung in Massachusetts. Aber vor allem hofft HMC eben auf gute Returns aus den PE-Investments.

 

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