In ihrer Jahrespressekonferenz resümieren die Experten von Union Investment das vergangene Jahr und zeigen in ihrem Ausblick auf, wie das 2021 für institutionelle Anleger aussehen könnte.

Die Union Investment hat nach eigenen Angaben trotz der Pandemie 2020 das Jahr erfolgreich abgeschlossen, und ein Neugeschäft von 15,1 Milliarden Euro erzielt. Damit lag der Nettoabsatz auf dem Niveau von 2018. Das verwaltete Vermögen des Unternehmens stieg trotz Marktschwankungen auf 385,9 Milliarden Euro zum Jahresende, wobei das Ergebnis vor Steuern mit 649 Millionen Euro stabil blieb.

Im Bereich der institutionellen Anleger zeigte sich bei Union Investment ein gemischtes Bild. Zwar gab es Unternehmen, welche krisenbedingt Liquidität benötigten und auch größere Positionen auflösten, jedoch konnte Union Investment trotz dieser Einschnitte beim institutionellen Neugeschäft Zuflüsse verbuchen. Das Nettomittelaufkommen institutioneller Gelder zog nach einer kurzen Phase der Zurückhaltung an und summierte sich zum Jahresende 2020 auf 6,3 Milliarden Euro. 2019 belief sich dieser Wert gleichwohl auf 11,3 Milliarden Euro. Der Gesamtbestand im institutionellen Bereich erhöhte sich nichts desto trotz von 207,8 auf 212,1 Milliarden Euro. Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender der Union Asset Management Holding AG sprach bei der Verkündung der Zahlen an, dass die Depots insgesamt mehr Anlageklassen und eine breitere Länderallokation aufweisen als in den Jahren zuvor.

ESG weiterhin wichtige Thematik

Die Nachfrage institutioneller Anleger im In- und Ausland nach nachhaltigen Lösungen blieb unverändert groß. Die Einbindung von Nachhaltigkeit in die Anlagestrategie wird immer mehr zum Standard für institutionelle Investoren, was sich laut Union Investment auch in den Mandatsausschreibungen zeigt. „Zwei Drittel der Ausschreibungen, an denen wir 2020 teilnahmen, haben nachhaltige Aspekte aufgegriffen. Die Auseinandersetzung mit ESG-Kriterien wird auf vielen Ebenen an Intensität gewinnen und bleibt damit für uns ein sehr wichtiges Thema“, sagte Reinke.

Institutionelle Kunden würden bereits seit Längerem nachhaltige Kriterien in ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen, bei Privatanlegern wäre dies jedoch erst seit den letzten Jahren der Fall. Reinke erläutert, dass das Thema Nachhaltigkeit nun auch im privaten Anleger-Bereich nicht nur aus Umweltschutz und Klimafragen bestünde, sondern Soziale Aspekte inzwischen eine ebenso große Rolle spielen.

Somit konnte der Bestand an nachhaltigen Anlagen ausgebaut und von 53,1 Milliarden Euro Ende 2019 auf 61,0 Milliarden Euro zum Jahresende 2020 steigen. Bezieht man die Volumina sämtlicher Anlagen ein, bei denen ESG-Kriterien berücksichtigt werden, summieren sich bei Union Investment die „Assets under ESG-Integration“ inzwischen auf 278,1 Milliarden Euro.

Zinswende werde nicht kommen

Des Weiteren ergänzt der Vorstandsvorsitzende, dass eine der zutage kommenden Missinterpretationen der Corona-Krise sei, dass die Menschen mehr sparen würden. Da das Sparen auf kurzfristigem Konsumverzicht und nicht auf langfristigem Sparen beruhe, sei es nicht von Dauer. Die erhoffte Zinswende werde nicht kommen, da mit milliardenschweren Hilfspaketen gerechnet werden müsse und diese sich nur mit niedrigen Zinsen bezahlen lassen würden.

Zudem erläutert der Vorstandsvorsitzende, dass neben Nachhaltigkeit alle großen Trends rund um das Sparen wie Digitalisierung, Altersvorsorge und Negativzinsen ungebrochen seien und nun durch die Pandemie noch beschleunigt wurden.

Auch die Politik sei ein weiterer Treiber, die die nachhaltige Transformation der Wirtschaft mit enormen Investitionen forciere. „Hier sind wir durch unsere langjährige Expertise im nachhaltigen Investieren und eine Reihe bewährter Produkte schon heute gut aufgestellt. Gleichzeitig sehen wir uns als Treuhänder und Investor in der Verantwortung, die Unternehmen auf dem Weg der nachhaltigen Transformation aktiv zu begleiten. Darin steckt unserer Ansicht nach das größte Nachhaltigkeitspotenzial, und der Nutzen von aktivem Management wird besonders deutlich“, schloss Reinke.

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