03.06.2019 | Von Ulrich Buchholtz

Die Investments kosten mehr Zeit

Institutionelle Anleger haben mit ihren Private-Equity-Investments mehr Arbeit als noch vor fünf Jahren.

Private Equity (Bildquelle: gustavofrazao/iStock/Getty Images Plus)

Private Equity bleibt eine beliebte alternative Anlageklasse. Dies zeigt die 30. Ausgabe des Global Private Equity Barometers von Coller Capital. Das Londoner Investmenthaus ließ im Februar und März dieses Jahres 112 institutionelle Anleger aus der ganzen Welt befragen, die bereits in die Asset-Klasse investiert sind. 37 Prozent von ihnen planen, ihre Allokation in die nicht börsennotierten Unternehmensbeteiligungen zu erhöhen.

Ein Grund dafür dürften die guten Ergebnisse der Private-Equity-Portfolios sein: 84 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre durchschnittliche Nettorendite seit dem Start bei mindestens 11 Prozent liegt. Das ist mehr als in früheren Umfragen und übertrifft sogar den Wert aus dem Jahr 2007 leicht, in dem die Auswirkungen der Finanzkrise noch nicht spürbar waren. Allerdings kommen jetzt nur noch 20 Prozent der Befragten auf eine durchschnittliche Nettorendite von mindestens 16 Prozent im Jahr. Dieser Anteil ist deutlich niedriger als in der Umfrage von 2007. Institutionelle Anleger erreichen inzwischen also seltener Spitzenwerte bei der Durchschnittsrendite ab dem Startzeitpunkt.

Außerdem steigt der Zeitaufwand für die Investments: Dreiviertel der befragten Investoren beschäftigen sich mit den Private-Equity-Anlagen länger als noch vor fünf Jahren. Besonders das Portfoliomanagement und die Überwachung sind zeitaufwendiger geworden.

Mit Folgeinvestments bei bereits genutzten Private-Equity-Managern ist die große Mehrheit der Umfrageteilnehmer zufrieden. Bei 79 Prozent von ihnen haben die Erträge die Erwartungen erfüllt, bei 13 Prozent sogar übertroffen. Nur 8 Prozent der institutionellen Anleger wurden von den neuen Produkten oder Strategien enttäuscht. Außerdem gaben 76 Prozent der Investoren an, dass ihr Haus von Co-Investments mit den Private-Equity-Managern profitiert habe.

Beim Venture Capital sehen 63 Prozent der Umfrageteilnehmer über die nächsten fünf Jahre größere Chancen in den USA als in China. Auch die Investoren aus dem asiatisch-pazifischen Raum teilen diese Einschätzung.

Ungefähr zwei Drittel der Befragten hält eine Konsolidierung bei den Anbietern von Finanzierungen für Private-Equity-Transaktionen in den nächsten Jahren für wahrscheinlich. Derselbe Anteil erwartet auch eine verschärfte Regulierung der Märkte für Private Debt.

Der erhebliche Mittelzufluss in die nicht börsennotierten Unternehmensbeteiligungen könnte sich auf die Exit-Strategien auswirken: Nur 12 Prozent der Umfrageteilnehmer erwarten, dass künftig öffentliche Märkte – etwa durch Börsengänge – beim Exit eine größere Rolle spielen werden als private Käufer. Dagegen vertreten 46 Prozent der Befragten die entgegengesetzte Meinung, dass private Märkte wichtiger sein werden. Die Bedeutung von Unternehmen, die sich wie Coller Capital auf den Private-Equity-Sekundärmarkt spezialisiert haben, könnte daher noch zunehmen.

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