05.02.2019 | Von Bernhar Raos

Im Tal der Tränen

Alle Musterstrategien haben für institutionelle Anleger in der Schweiz im besten Fall den Schaden begrenzt. Es gab nur negative Renditen.

Der Schweizer Pensionskassenberater PPCmetrics hat untersucht, welche Renditen verschiedene typische Anlagestrategien von Schweizer Investoren im Jahr 2018 erzielt haben und welche Anlageentscheide sich wie ausbezahlt haben. Fazit: Es war ein Jahr zum Vergessen.

Das Anlagejahr war geprägt von hohen Verlusten bei Schweizer Aktien (-8,6 Prozent) und globalen Aktien (-7.3 Prozent). Schweizer Anleihen rentierten marginal positiv, während ausländische Anleihen (hedged in CHF) leicht negative Renditen auswiesen. Auch börsenkotierte Immobilienfonds erzielten eine negative Rendite. Selbst institutionelle Anleger mit einem tiefen Anteil risikoreicher Anlagen verbuchten negative Renditen.

Konkret: Die Musterstrategie mit 77,5 Prozent Anleihen und 15 Prozent Aktien brachte eine Rendite von – 1,4 Prozent. Die Strategie mit 50 Prozent Aktien, 30 Prozent Anleihen und 20 Prozent Immobilien erzielte -4,7 Prozent. Die im Research-Papier aufgezeigten Musterstrategien führten ausnahmslos zu negativen Kapitalerträgen.

Viel Volatilität

Bei den Währungen litt das Pfund unter den anhaltenden Brexit-Unsicherheiten und wertete sich gegenüber dem Schweizer Franken ab, während der US-Dollar leicht aufwertete. Insgesamt brachte eine Währungsabsicherung für Investoren in Schweizer Franken nichts; sie wirkte sich negativ auf die Renditen aus. Die Zinsentwicklung war volatil, sodass das Eingehen von Zinsrisiken nur teilweise mit einer Mehrrendite entschädigt wurde.

Anlagen in kotierte und nicht kotierte Immobilien Schweiz rentierten unterschiedlich – erstere negativ, letztere lieferten eine Mehrrendite. Sowohl Anleihen wie auch Aktien von Emittenten aus Schwellenländern verzeichneten tiefere Renditen als Anleihen und Aktien aus entwickelten Ländern. Small Caps wiesen in allen Regionen eine Underperformance gegenüber Large Caps aus. Alternative Anlagen brachten mehrheitlich negative Renditen. Bei Insurance Linked Securities (ILS) gab es Nominalwertverluste.

Eine Einschränkung macht PPCmetrics zu ihrem Strategien-Vergleich: Vergleiche der Renditen allein seien zu wenig aussagekräftig, um zu beurteilen, ob der einmal getroffene Strategieentscheid „korrekt“ war. Bei der Wahl der Assetklassen und der Strategie spielten neben dem zu erwartenden Ertrag auch das Risiko, die Handelbarkeit sowie andere Kriterien eine zentrale Rolle.

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