05.02.2019 | Von Bernhard Raos

DAX-30: Verpflichtungswerte und Pensionsvermögen sinken

Das schwierige Aktienjahr hinterlässt Spuren bei den Pensionsvermögen der DAX 30-Unternehmen.

Der Wert der Pensionsverpflichtungen der DAX 30-Unternehmen ist im letzten Jahr von 380,8 Milliarden Euro auf etwa 368 Milliarden Euro gesunken. Gleichzeitig reduzierte sich das Pensionsvermögen im IFRS-Abschluss um 8 auf etwa 250 Milliarden Euro. Der Deckungsgrad ging leicht um ein Prozent auf 68 Prozent zurück. Zu diesen Resultaten kommt das Beratungsunternehmen Mercer auf Basis der Geschäftsberichte und aktuellen Kapitalmarktinformationen.

Im Jahr 2018 ersetzten Covestro und Wirecard im DAX 30 die Unternehmen Commerzbank und Pro SiebenSat 1 Media, was den Verpflichtungswert um 5,4 Milliarden Euro reduzierte. Der Rechnungszins stieg leicht an. Mercer geht bei seiner Berechnung von einem Anstieg um etwa 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte aus. Ohne die Veränderungen beim Rechnungszins und der Zusammensetzung des DAX wären die Verpflichtungswerte nahezu unverändert geblieben, weil Dienstzeit- und Zinsaufwand etwa gleich gross waren wie die getätigten Zahlungen.

Durch die neue Zusammensetzung sank das Pensionsvermögen im DAX 30 bereits um gut 6 Milliarden Euro. Dazu kam das schwierige Jahr an den Aktienmärkten, was durch die festverzinslichen Wertpapiere nicht kompensiert werden konnte. Mercer schätzt die Gesamtrendite der DAX-30-Unternehmen auf rund minus 3 Prozent.

Die Pensionsvermögen wären 2018 noch stärker gesunken, hätten die Unternehmen nicht zusätzliche Mittel bei den Planvermögen eingeschossen. Diese lagen schätzungsweise bei 3,5 Miliarden Euro über den Auszahlungen.

Das Jahr 2019 wird nicht einfacher. „Das Zinsniveau in der Eurozone bleibt weiterhin unter dem historischen Durchschnitt und das Risiko, dass die Zinsen wieder sinken, besteht“, schreibt Mercer. In diesem Fall würden die Pensionsverpflichtungen der Unternehmen steigen und diese wären dann wohl immer stärker gezwungen ihre Pläne auf reine Beitragszusagen ohne Garantien umzustellen.

Das Beratungsunternehmen sieht die Weltwirtschaft auf „das Ende des aktuellen Kreditzyklus zugehen“. Mit dem steigenden Schuldenniveau der Unternehmen steigt auch das Kreditausfallrisiko. Zudem werden auch 2019 politische Konflikte die Kapitalmärkte bewegen, die von den institutionellen Investoren – so Mercer – „Aufmerksamkeit und Handlungsbereitschaft fordern“.

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