Im Schnitt erzielt die dänische AkademikerPension seit 2009 eine Rendite von etwas unter 9 Prozent. Über die Aufstellung der Asset Allocation und warum sich die Pensionskasse von Teilen der China-Investments trennt, berichtet Antje Schiffler.

Mit satten 8,2 Prozent Rendite vor Steuern gehörte die AkademikerPension im Krisenjahr 2020 zu den besten Performern unter den dänischen Pensionskassen. Insgesamt konnte die AkademikerPension seit 2009 im Schnitt 8,9 Prozent jährlich an Rendite einfahren.

Risiko aus dem Portfolio nehmen

Ein gutes Timing gehörte auch zum guten Ergebnis: Im Dezember 2019 wurde im jährlichen Review der strategischen Asset Allocation entschieden, den Anteil von Aktien im Portfolio abzubauen. „Damals haben wir die letzte größere Anpassung in unserer strategischen Asset Allocation vorgenommen. Unser Ziel war es, Risiko aus dem Portfolio zu nehmen“, erläutert Anders Schelde, Chief Investment Officer der AkademikerPension. Das Equity-Exposure – börsennotiert sowie ungelistet – sollte von 44 auf 40 Prozent abgebaut werden. Der Schnitt erfolgte auf der Aktienseite: Die Aktienquote wurde von 34 Prozent auf nun etwa 30 Prozent heuntergefahren.

Gelistetes Equity auf eigenes Buch

Wichtig ist dem Investmentmanager, dass der Handel von börsennotiertem Equity auf das eigene Buch erfolgt. Externe Manager erhalten entsprechende Mandate. „Wir wollen jederzeit Kontrolle über unsere Investments haben und wissen, was in unserem Portfolio ist. In liquide Assets investieren wir daher nie über Fonds oder gemischte Vehikel“, wie Schelde ausführt.

So könne auch kontrolliert werden, ob Ausschlusslisten und andere ESG-Kriterien eingehalten werden. Dieser Ansatz sei zwar etwas teurer als eine klassische Fondslösung, doch es sei die Sache wert. Fondsvehikel sind indes den ungelisteten Investments vorbehalten.
Ausbau der alternativen Anlagen

Die illiquiden alternativen Anlagen hat die AkademikerPension zuletzt deutlich ausgebaut auf einen Anteil von rund 15,2 Prozent (Ende 2019: 13 Prozent). Augenmerk liegt auf Infrastruktur, und zwar vor allem im Bereich der Erneuerbaren Energien. Insgesamt soll das Portfolio 2021 zu 23 Prozent aus PE, Infrastruktur, Immobilien sowie Private Debt bestehen, mit weiter steigender Tendenz. Zielgröße für 2025 sind 27,5 Prozent, für 2030 werden 33 Prozent ins Auge gefasst. Nicht auf dem Einkaufszettel der Dänen stehen indes Hedgefonds. Hohe Gebühren und eine dafür nicht angemessene Rendite stecken hinter dieser Entscheidung.

AkademikerPension: Weniger China-Investments

Im Sommer 2020 entschied das ESG-Komitee der Pensionskasse, das China-Exposure deutlich herunterzufahren (lesen Sie hier mehr dazu). Investments in chinesische Staatsanleihen und vom Staat kontrollierte Unternehmen wurden abgebaut, wie Schelde im nachfolgenden Interview erläutert.

AkademikerPension ist im Mittelfeld der Pensionskassen

Mit Assets under Management von rund 18,4 Milliarden Euro gehört die AkademikerPension ins Mittelfeld der dänischen Pensionskassen. Aktuell steht sie auf Platz 11. Ganz vorne liegt PFA Pension mit einem Marktanteil von rund 20 Prozent, gefolgt von Danica Pension und Velliv. AkademikerPension-Mitglieder sind vornehmlich Akademiker im öffentlichen Dienst. Neben Angestellten von Universitäten und Schulen werden aber auch Akademiker aus dem Privatsektor versorgt. Bis Mitte 2020 firmierte das Unternehmen mit Hauptsitz in Gentofte bei Kopenhagen als MP Pension.

 

Lesen Sie in der dpn-Ausgabe Februar/März 2021 mehr über die AkademikerPension.

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