Inflationsindexierte Anleihen (ILB) entwickelt sich in diesem Jahr besser als ihre nominalen Pendants. Zu diesem Ergebnis kommt der Investmentmanager Nomura.

Inflationsindexierte Anleihen haben sich laut dem Investmentmanager Nomura im ersten Halbjahr 2021 besser entwickelt als ihre nominalen Pendants. Der Welt-Index von Bloomberg Barclays erzielte, Stand 31.05.2021, einen Wertzuwachs von 0,8 Prozent. Die Staatsanleihen von Deutschland und den USA verloren im gleichen Zeitraum 3,2 bzw. 3,5 Prozent.

Ähnliches bestätigt sich beim Blick auf einen Zeitraum von drei Jahren. Weltweit legten inflationsindexierte Anleihen zwischen Mai 2018 und Mai 2021 um 14,2 Prozent zu. Die globalen Rentenmärkte inklusive IG Unternehmensanleihen wuchsen im gleichen Zeitraum nur um 8,5 Prozent, obwohl die Unternehmensanleihen durch die Notenbanken gestützt wurden. Zum Vergleich: Deutsche Staatsanleihen erwirtschafteten zeitgleich eine Rendite von 3,6 Prozent, die US-Staatanleihen erreichten 8,7 Prozent.

Inflationsrate ist ungewiss

Als Grund für die gute Performance der sogenannten „Linker“ nennt Dr. Sönke Siemßen, Head of Client Portfoliomanagement bei Nomura Asset Management, die gestiegenen Inflationserwartungen. Für Deutschland wird in diesem Jahr eine Inflationsrate von 4 bis 5 Prozent erwartet. Für das nächste Jahr rechnen die Notenbanken mit niedrigeren Inflationsraten.

Während die Nominalrenditen deutlich angestiegen sind, seien die realen Renditen sogar seit Jahresanfang in den USA und auch der Eurozone gefallen, so dass die Break-Even-Rate auf knapp 2,5 Prozent Prozent gestiegen sei, so Siemßen. Die Break-Even-Rate ist die Inflationsrate, die in den nächsten Jahren annähernd erzielt werden muss, damit sich inflationsgeschützte Anleihen mehr lohnen als normale Anleihen. Schon jetzt ist die Break-even-Rate auf dem höchsten Wert seit März 2013. Dieser Trend könne sich laut Siemßen noch weiter fortsetzen.

Allgemein ist die Nachfrage nach Linker sehr hoch. Laut BlackRock verzeichneten Linker-ETFs von Januar bis Mai 2021 einen Nettozufluss von 18 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2020 lag die Summe des gesamten Jahres bei 17,3 Milliarden US-Dollar.

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