Bei der Auswahl von Logistikflächen ist die Anbindung an bestehende Infrastruktur entscheidend. Aber auch die Zukunftsfähigkeit der Immobilie muss gesichert sein, sagen Ingo Stevens, Managing Director Nordeuropa und Daan van den Hoven Head of Fund Management & Capital Deployment, Europe bei GLP.

Logistikimmobilien sind vergleichsweise stabil durch die Corona-Krise gekommen, und es wird mit weiter steigender Nachfrage nach Logistikflächen gerechnet. Wie bei anderen Immobilienprojekten gilt auch in dem Bereich: Lage, Lage, Lage. Die Fläche muss gut ans Autobahnnetz angebunden sein, aber auch der Ausbau der digitalen Infrastruktur und der Stromversorgung sollte auf Zukunft ausgerichtet sein, betont Steves.

Bei der Entwicklung neuer Flächen sei daher mit immer entscheidend, inwieweit das Projekt auf die Megatrends e-Mobility, Digitalisierung und Big Data sowie Erneuerbare Energien ausgerichtet werden kann. Neue Gebäude müssen so konzipiert sein, dass sie auch in 10 Jahren noch den Nachhaltigkeitsstandards genügen, so Steves. Schließlich ist das Engagement der institutionellen Investoren langfristig ausgelegt.

Laut dem Managing Director für die Region Nordeuropa ähneln sich Deutschland und Benelux sowohl regulatorisch als auch in baurechtlicher Hinsicht – anders als etwa der britische Markt. Die Region sei nicht zuletzt durch die großen Häfen Rotterdam, Antwerpen und Amsterdam, aber auch Hamburg, Wilhelmshafen und Bremerhaven attraktiv.

Die nordeuropäischen Hafenstädte sind wichtige Import-Hubs, und Regionen in dem Umfeld daher starke Logistikmärkte, so der Experte. Allerdings haben Benelux und Deutschland auch eines Weiteres gemeinsam: Es herrscht Flächenmangel. “Nur wenige Flächen werden ausgewiesen”, bemerkt Stevens.

Durch den durch die Corona-Krise beschleunigtem Trend zum e-Commerce gewinnen gewisse Logistikstandorte noch einmal an Bedeutung. Das Ruhrgebiet etwa ist attraktiv. „Entscheidend für uns sind Qualität und Lage der Immobilie“, betont van den Hoven. So könne im nächsten Schritt sicher gestellt werden, dass sich das Objekt für eine Vielzahl möglicher Mieter eigne. Der Logistikbereich profitiert dabei noch einmal besonders von der Umschichtung der institutionellen Gelder weg aus den Segmenten Hotel und Einzelhandel.

Mieter von Logistikimmobilien: Bonität und Relationship

Bei der Mieterauswahl gibt es zwei entscheidende Kriterien für die GLP. Unabhängig von Größe und Name unterzieht das Unternehmen jeden künftigen Mieter einer Bonitätsprüfung. Aufgrund der in der Regel langfristigen Mietverträge sei auch ganz wichtig: Ist das Geschäftsmodell des Mieters zukunftsfähig? Schließlich sollen die Mieterträge für mehrere Jahre gesichert sein. Pluspunkt ist zudem auch, wenn bereits ein Mietvertrag besteht.

Für langfristig ausgerichtete institutionelle Investoren mit einem mittleren Risikoprofil sind bei langjährigen Mietverträgen für Immobilien in A-Lage Renditen von 3,25 bis 3,75 Prozent realistisch, so der Experte. Mit höherem Risikoprofil können aber auch Erträge im hohen zweistelligen Bereich erwirtschaftet werden.

GLP ist ein weltweit tätiger Investmentmanager in den Bereichen Logistik, Immobilien, Infrastruktur, Finanzen und verwandte Technologien. Das Unternehmen unterhält insgesamt 12 Standorte in Brasilien, China, Europa, Indien, Japan und den USA. GLP verwaltet weltweit Vermögenswerte in Höhe von mehr als 100 Milliarden US-Dollar in Immobilien- und Private-Equity-Fonds. Die AuM in Europa betragen über 10 Milliarden Euro.

Das 1987 in Großbritannien gegründete Unternehmen Gazeley ist seit 1999 im kontinentaleuropäischen Markt aktiv. Im Jahr 2017 folgte die Übernahme durch die in Asien beheimatete GLP.

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