Neben einer etwas gesunkenen Marktattraktivität spüren Immobilieninvestoren zunehmende Regulierungsmaßnahmen. Auch die CO2-Abgabe dürfte gravierende Folgen haben. Das geht aus einer aktuellen Studie von EY hervor.

93 Prozent der befragten Investoren erwarten 2020 ein attraktives bis sehr attraktives Marktumfeld. Das sind vier Prozent weniger als im Vorjahr. Während 2019 noch 41 Prozent angegeben hatten, dass sie den deutschen Immobilienmarkt als sehr attraktiv einschätzten, waren es dieses Mal nur noch 32 Prozent. Für 2020 gehen wiederum 70 Prozent der Investoren von einer Seitwärtsbewegung des Investmentvolumens aus. Bei den 30 Prozent, die eine Veränderung erwarten, scheiden sich indes die Gemüter: ungefähr jeweils die Hälfte vermutet, dass das Volumen im nächsten Jahr ansteigen (14 Prozent), beziehungsweise sinken wird (16 Prozent).

Das geht aus dem 14. Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt von Ernst & Young (EY) hervor, für das rund 250 Investoren nach ihrer Einschätzung des deutschen Immobilienmarktes und zu ihren Anlagestrategien befragt wurden. Weitere Ergebnisse im Überblick:

  1. Regulierungsmaßnahmen schränken Investoren ein

Einen Grund für eine potenzielle Verringerung des Investmentvolumens im kommenden Jahr sieht EY in Regulierungsmaßnahmen. „Staatliche Eingriffe wie der in Berlin vorgesehene Mietendeckel führen nicht zu einer Entspannung auf dem Wohnungsmarkt“, sagt Christian Schulz-Wulkow, Leiter des Immobiliensektors bei EY. Das Gegenteil sei der Fall: Investoren könnten demnach zunehmend das Interesse an Wohnimmobilien verlieren, wodurch die Neubauzahlen sinken würden. Zudem würden Modernisierungen auf ein Minimum zurückgefahren werden.

Dass die politische Einflussnahme am Immobilienmarkt zunehmend spürbar werde, gaben 83 Prozent der Befragten an (2019: 70 Prozent). Wohnimmobilien scheinen laut der Studie allerdings trotzdem noch so attraktiv für Investoren zu sein wie im Vorjahr: Wieder gaben 71 Prozent der Investoren an, Wohnimmobilien mittelmäßig bis stark im Fokus zu haben.

  1. Büroflächenknappheit möglich

Trotzdem genossen das höchste Interesse nach wie vor Büroimmobilien. 77 Prozent der Befragten gaben an, das Segment 2020 im Investmentfokus zu haben. „Sollte sich der regulatorische Rahmen auf dem Wohnimmobilienmarkt weiter verengen, ist ein Ausweichen der Investoren in andere Segmente sehr wahrscheinlich“, meint hierzu Paul von Drygalski, Director bei EY Real Estate. 60 Prozent der Befragten würden erwarten, dass auf die aktuelle Wohnflächenknappheit eine Büroflächenknappheit folgen werde.

  1. Immobilienmarkt: CO₂-Abgabe nicht im Fokus

Weniger als die Hälfte der Studienteilnehmer identifiziere die CO2-Abgabe als potenzielle Gefahr für das Geschäftsmodell. Dem steht EY kritisch gegenüber: „Der Gebäudesektor ist für rund ein Drittel des gesamten CO₂-Ausstoßes in Deutschland verantwortlich“, sagt Schulz-Wulkow. Gerade deshalb müsse die Branche sich auf eine mögliche Abgabe vorbereiten.

Auch nach den Megatrends befragt, die 2020 die Immobilienbranche prägen sollen, setzten die Investoren den Klimawandel an die letzte Stelle. Nur 63 Prozent der Befragten erkannten hier laut EY eine Relevanz. 91 Prozent vermuten hingegen den größten Einfluss an anderer Stelle: Am wichtigsten für die Immobilienbrache sei 2020 der demografische Wandel.

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