Deutsche institutionelle Investoren wollen mehr in Immobilien-Spezialfonds investieren. Die Befragten setzen mehrheitlich auf Artikel-8-Fonds und interessieren sich zunehmend für Lebensmittel-Geschäfte. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung von Lagrange.

Deutsche institutionelle Investoren erhöhen ihren Immobilienanteil im Portfolio und investieren in Immobilien-Spezial-AIF. Zu diesem Ergebnis kommt der Lagrange Fondsmonitor. Der Beratung zufolge lag die Immobilienquote bei einem Indexstand von 7,41 Punkten. Ein Stand von 1 entspräche dabei einer starken Reduzierung, ein Stand von 11 einer starken Erhöhung des Immobilienanteils unter den Spezialfonds-Anlagen. Von den Befragten will keiner den Anteil an Immobilien-Spezial-AIF reduzieren. 27 Prozent planen den Anteil konstant zu halten – der Rest plant eine Erhöhung.

Core- und Core-plus bei Investoren am beliebtesten

Die befragten Investoren gaben außerdem an in Core- und Core-plus-Anlagen zu investieren. 74 Prozenten nannten diese Risikokategorie. Die Kategorie Value add verliert weiter an Bedeutung: Nur 18 Prozent der Befragten wollen darin investieren. Opportunistische Investments kommen für nur 8 Prozent der Teilnehmer infrage.

In Bezug auf die verschiedenen Immobilien-Nutzungsarten sind besonders Wohnimmobilien beliebt. 16 Prozent wollen in diese Immobilien investieren, dicht gefolgt von Logistikimmobilien, die weiterhin unverändert bei 15 Prozent liegen. Deutlich an Attraktivität gewonnen haben Einzelhandelsimmobilien mit einem mindestens 70-prozentigen Lebensmittel-Anteil, die inzwischen für 12 Prozent der Befragten infrage kommen. An vierter Stelle folgen Büros mit 11 Prozent.

Dr. Sven Helmer, Managing Director von Lagrange, führt das auch auf die Pandemie zurück: „Neben den beiden Favoriten Wohnen und Logistik ist vor allem interessant, dass der lebensmittelgeankerte Einzelhandel angesichts seiner systemrelevanten Rolle in der Pandemie zuletzt deutlich an Attraktivität gewonnen hat und, dass es für Büroinvestments ungeachtet der Lockdowns und der teilweisen Arbeit im Homeoffice weiterhin eine robuste Nachfrage gibt.“

Auslandsmärkte attraktiv für Immobilien-Spezialfonds

Die Investoren interessieren sich zwar immer noch am meisten für Immobilien in Deutschland, doch das Interesse an Auslandsmärkten wächst. Die BeNeLux-Länder sowie Österreich und Frankreich wurden bereits zum zweiten Mal in Folge häufiger genannt als zuvor, daraus schließt Lagrange ein kontinuierlich wachsendes Interesse.

Die größten Probleme bei Immobilien-Spezial-AIF sind für Investoren die hohen Immobilienpreise beziehungsweise die geringen Anfangsrenditen. Sie wurden von 71 Prozent der Befragten genannt und somit deutlich häufiger als noch vor einem halben Jahr (42 Prozent). Jeweils 14 Prozent der Befragten sehen im Risiko von Preis- und Mietrückgängen beziehungsweise im geringen Angebot an geeigneten Investmentobjekten die größte Herausforderung. Die Finanzierung von Immobilienkäufen wurde von keinem der Investoren genannt.

Bei neuen Investitionen legt eine überraschend deutliche Mehrheit von 60 Prozent Wert darauf, dass sie die Kriterien nach Artikel 8 der EU-Offenlegungsverordnung erfüllen. 10 Prozent erwarten, dass Neuanlagen die Kriterien gemäß Artikel 9 erfüllen, der Rest sieht auch Artikel-6-Investments als ausreichend an.

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