Laut Engel & Völkers Investment Consulting (EVIC) blickt die Immobilienwirtschaft in Deutschland trotz der anhaltenden COVID-Pandemie optimistisch auf das neue Jahr 2021.

Auch der zweite Lockdown im Dezember letzten Jahres hat die positive Stimmung unter den Immobilieninvestoren nicht drücken können: 88 Prozent der Befragten halten trotz des Lockdowns an ihrer Investmentstrategie für 2021 fest, 80 Prozent planen weiter anzukaufen – ein Plus von 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein Drittel der Investoren erwartet jedoch in diesem Jahr eine stärkere Spaltung der Branche in Gewinner und Verlierer.

Diese und die folgenden Ergebnisse stammen aus dem neuen „Investment Pulse 2020/21“ von EVIC. Die mittlerweile sechste Investoren-Umfrage führte EVIC von Oktober bis Dezember 2020 online und telefonisch durch. Es haben 221 Investoren aus der Immobilienbranche an der Befragung teilgenommen.

Wohnen und Logistikimmobilien sind die Gewinner

Im Ranking der gefragtesten Asset-Klassen gehören Wohnen und Logistikimmobilien zu den Gewinnern des vergangenen Jahres. Auch in diesem Jahr wollen 33 Prozent der institutionellen Investoren noch weiter in Logistikobjekte investieren. Bemerkenswert: Laut EVIC bleibt die Nachfrage nach Büroimmobilien trotz Homeoffice 2021 und eines zu erwartenden Rückgangs bei der Nutzernachfrage konstant. 41 Prozent wollen weiterhin in Büros investieren.

Die Bereiche Einzelhandel (Non-Food) und Hotel verlieren jedoch deutlich. 12 Prozent der Investoren gaben an, ihren Hotelbestand verkleinern zu wollen. 20 Prozent wollen Einzelhandelsobjekte im Non-Food-Bereich verkaufen. Damit ergibt sich eine zunehmende Spaltung bei der Attraktivität der einzelnen Asset-Klassen, die im Laufe des Jahres je nach Verlauf der Pandemie noch weiter wachsen könnte.

In beiden Bereichen kam es laut EVIC im letzten Jahr zu deutlichen Mietreduzierungen. Im Hotelsegment wurden rund 36 Prozent der Eigentümer mit Anfragen ihrer Mieter konfrontiert. Die Mietreduktionen beliefen sich auf knapp 60 Prozent. Im Bereich Einzelhandel wurden die Mieten um rund 25 Prozent gesenkt.

Höhere Leerstände im Bürosegment

Der Großteil der Befragten geht davon aus, dass die Krise im Gesamtschnitt keine sinkenden Preise zur Folge hat. Im Gegenteil, sie erwarten sowohl in den Ballungsgebieten (79,6 Prozent) als auch in den regionalen Märkten (57,4 Prozent) Preissteigerungen. Bei der Ankaufsstrategie geht der Trend weiter in Richtung Speckgürtel und Sekundärstandorte: Das Umland von Metropolen und Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern gehören zu den bevorzugten Regionen der Investoren. Mehr als 81 Prozent der Investoren gehen als Folge der Pandemie von höheren Eigenkapitalerfordernissen aus; mehr als 70 Prozent sehen zudem höhere Leerstände im Bürosegment.

Rund ein Viertel der Befragten, darunter laut EVIC hauptsächlich Finanzierungsinstitute, Versicherer und Pensionskassen, rechnet im Zuge der Pandemie Asset-Klassen-übergreifend mit steigenden Renditen.

Zusammenfassend hat das Transaktionsvolumen im Pandemiejahr 2020 EVIC-Hochrechnungen zufolge nach einem schwachen zweiten Quartal wieder deutlich angezogen und dürfte mit insgesamt rund 77 Milliarden Euro nur leicht unter dem Niveau der Vorjahre liegen (2019: 91 Milliarden Euro, 2018: 79 Milliarden Euro).

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