ESG betreffend hinkt die Immobilienbranche noch etwas hinterher. Eine aktuelle Umfrage von Engel & Völkers verdeutlicht die Situation.

Ein zentrales Ergebnis der aktuellen Umfrage „Rendite-Risiko ESG: Wo steht die Branche?“ von Engel & Völkers Investment Consulting (EVIC), die im März und April 2021 durchgeführt wurde, zeigt auf, dass viele Unternehmen der Immobilienbranche noch nicht im ESG-Thema angekommen sind. Für die Umfrage wurden rund 50 Immobilieninvestoren, Asset Manager und Projektentwickler aus dem deutschsprachigen Raum befragt.
Jeder zehnte Befragte gab an, bereits mit konkreten ESG-Kriterien im Regelbetrieb zu arbeiten. Rund ein Drittel hat noch nicht mit der Implementierung im eigenen Haus begonnen. Immerhin 56 Prozent der Befragten berichteten, dass im eigenen Unternehmen schon grundlegende strategische Festlegungen zum Thema ESG getroffen worden sind.

Kai Wolfram, geschäftsführender Gesellschafter von EVIC, erläutert: „Wie erwartet ist die Immobilienwirtschaft noch weit von einer flächendeckenden ESG-Implementierung entfernt. Durch die verstärkte Regulierung des Finanzsektors wächst der Handlungsdruck aber stark. Das Inkrafttreten der EU-Offenlegungsverordnung im März hat bereits spürbar für Bewegung gesorgt. Der Markt wird es richten: Die Notwendigkeit zur ESG-Konformität wird sich folglich weiter verschärfen.“

40 Prozent der Befragten erwarten keine Schwankungen

58 Prozent der Teilnehmer gehen davon aus, dass die Preise bei nicht-ESG-konformen Objekten mittel- bis langfristig sinken. Rund 10 Prozent der Befragten erwarten sogar, dass entsprechende Objekte mittel- bis langfristig nahezu unverkäuflich sein werden. Dagegen zeigen sich rund 40 Prozent der Umfrageteilnehmer optimistisch. Sie erwarten keine ESG-begründeten Preisschwankungen.

Beide Asset-Klassen, Wohnen und Gewerbe, sind von ESG gleichermaßen betroffen. John Kamphorst, Mitglied der EVIC-Geschäftsleitung, erklärt: „Im Wohnbereich dürften perspektivisch insbesondere soziale Aspekte in der Mieterschaft eine größere Rolle spielen. Im gewerblichen Segment hingegen ist davon auszugehen, dass die Herausforderungen speziell im Bereich „E“ wie „Environment“ liegen. Hier besteht im Vergleich zum Wohnungsbau eindeutig Nachholbedarf.“

56 Prozent der Befragten führen bei Bestandsimmobilien noch keine Maßnahmen durch, um die ESG-Konformität zu erhöhen. Rund 40 Prozent haben aber vor ihre Bestandsobjekte zu optimieren.
Die Frage, wer die entstehenden Kosten trägt, ist für knapp die Hälfte der Befragten allerdings noch völlig unklar. Für 42 Prozent sind die regulatorischen Vorgaben zu unkonkret: Es mangele laut der Umfrage vor allem an klar messbaren Leistungskennzahlen für eindeutige Zielsetzungen und Prüfungsmöglichkeiten.

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