Trotz der Corona-Krise flossen Immobilien-Spezialfonds im zweiten Quartal Gelder in gleicher Höhe wie im Vorjahr zu. Das ergibt eine Auswertung der Bundesbankstatistiken von der Kapitalverwaltungsgesellschaft IntReal.

Den Angaben zufolge konnten Immobilien-Spezialfonds zwischen April und Juni 2020 Nettomittelzuflüsse von rund 2,0 Milliarden Euro verzeichnen. Das sind ungefähr genau so viel wie im zweiten Quartal des Vorjahres. Insgesamt betrugen die Zuflüsse in den Monaten April, Mai und Juni 2020 rund 660, 740 und 586 Millionen Euro, wie die Auswertung der Bundesbankstatistik ergeben hat. Lediglich Ende des ersten Quartals im März, als auch die Aktienmärkte deutlich einbrachen, verzeichneten die Fonds Abflüsse in Höhe von 44 Millionen Euro (lesen Sie hierzu mehr). Die Zahl der Fonds nahm um sieben zu, wie die auf den Immobilienbereich spezialisierte Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) weiter mitteilt.

“Seit Mitte Mai beobachten wir wieder vermehrte Transaktionen und Kapitalzusagen”, sagt Michael Schneider, Geschäftsführer der IntReal. Über einen längeren Zeitraum zurück bis 2013 betrachtet fallen die Ausschläge der Corona-Krise nicht stark ins Gewicht. „Eine längerfristige Betrachtung zeigt, dass die monatlichen Zuflüsse tendenziell ansteigen. Lag der gleitende Zwölfmonatsdurchschnitt 2014 noch bei rund 500 Millionen Euro pro Monat, so stieg dieser Wert in den Folgejahren kontinuierlich an”, so Schneider. Ende 2019 überstieg der Wert dann die Marke von einer Milliarde Euro pro Monat. “Dieser Trend wird auch von der Corona-Krise nicht unterbrochen werden”, lautet die Prognose von Schneider.

Damit hebt sich die Asset-Klasse Immobilien von anderen Asset-Klassen ab. Aktien-Spezialfonds verzeichneten im zweiten Quartal 2020 Nettomittelabflüsse in Höhe 5,9 Milliarden Euro. Das Minus bei Renten-Spezialfonds lag bei 97 Millionen Euro. „Die Zahlen zeigen, dass institutionelle Anleger in der Krise eine Neuallokation vornehmen. Sie ziehen Gelder aus Wertpapierfonds ab und schichten diese teilweise in Immobilienfonds um“, sagt Schneider.

Vermögen der Immobilien-Spezialfonds steigt

Analog zu den Zuflüssen wuchs auch das Nettofondsvermögen aller offenen Immobilien-Spezialfonds. Vor der Corona-Krise lag es bei 124,3 Milliarden Euro, Ende Juni betrug es dann 127,1 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Zunahme von 2,7 Milliarden Euro in drei Monaten. Im Vorjahreszeitraum lag das Wachstum bei 2,5 Milliarden Euro. Zwar steigt das Branchenvermögen also nach wie vor. “Allerdings zeigt die Zunahme nach dem sehr guten Jahr 2019 ab Februar 2020 einen leichten Knick. Hier zeigt sich der Einfluss der Pandemie in der Statistik“, sagt Schneider.

Positiv entwickelte sich auch die Anzahl der Fonds. Insgesamt stieg die Zahl der offenen Immobilien-Spezialfonds zwischen März und Juni um sieben Fonds von 540 Fonds im März auf 547 Vehikel im Juni. Im ersten Quartal 2020 hatte das Plus noch bei 20 neuen Fonds gelegen.

“Dies deckt sich auch mit unserer eigenen Firmenentwicklung”, betont Schneider. Bei der IntReal stieg die Zahl der Fonds im Bereich Partnerfonds im ersten Halbjahr 2020 um zwölf. Davon entfielen elf auf das erste Quartal. In diesem Geschäftsfeld bietet IntReal Asset Managern und Projektentwicklern ohne KVG-Zulassung Dienstleistungen rund um Auflage und Administration eines AIFs an. Im Geschäftsbereich KVG-Services stieg die Zahl der administrierten Fonds im ersten Halbjahr 2020 um 16 Vehikel. Im Rahmen dieses Segments übernimmt die KVG Leistungen für andere zugelassene Management-KVGs. Insgesamt entfielen  Ende des zweiten Quartals rund 60 Prozent der Assets under Administration auf das Geschäftsfeld Partnerfonds und 40 Prozent auf KVG-Services.

 

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