Auf dem deutschen Immobilienmarkt wurden letztes Jahr 79,2 Milliarden Euro investiert. Dieses und weitere Ergebnisse stammen aus einer aktuellen Analyse des Immobiliendienstleiters CBRE.

Im letztes Jahr flossen 79,2 Milliarden Euro in Immobilieninvestments. Dies bedeutet einen Rückgang um 5,5 Prozent zum Vorjahreswert – welcher allerdings auch als Rekordwert gehandelt wurde. Der Wert des Jahres 2020 steht somit nun als zweitbester Wert verzeichnet, was kein schlechtes Ergebnis in Anbetracht der Pandemie darstellt.

In einer Jahresendrallye wurden im letzten Quartal 2020 rund 23 Milliarden Euro angelegt. Damit übertraf das vierte Quartal das dritte Quartal um 69 Prozent. 59,2 Milliarden Euro des Investitionsvolumens entfielen auf Gewerbeimmobilien. Der Wohninvestmentmarkt für Portfolios ab 50 Einheiten erreichte rund 20 Milliarden Euro.

Bei diversen Asset-Klassen gäbe es unterschiedliche Entwicklungen. In seiner Gesamtheit wäre der Markt jedoch äußerst dynamisch geblieben, erläutert Fabian Klein, Head of Investment bei CBRE in Deutschland. Auch die Nachfrage deutscher und internationaler Investoren nach hiesigen Immobilien sei ungebrochen stark.

Reallokation der Immobilienportfolios

Klein erwartet für dieses Jahr ein Transaktionsvolumen von weit über 70 Milliarden Euro im Immobilieninvestmentbereich. Bei den institutionellen Investoren sieht er eine Reallokation ihrer Immobilienportfolios in Richtung Wohnen, Gesundheits- und Sozialimmobilien sowie Logistik und Light Industrial. Angesichts des hohen Kapitalüberhangs soll es in diesem Bereich weitere Preissteigerungen und entsprechend weiter fallende Renditen geben. Diese sollten jedoch im Vergleich zur klassischen Anlage in festverzinsliche Wertpapiere bester Bonität weiterhin sehr auskömmliche und damit attraktive Renditen bieten.

Die aktivsten Netto-Investoren waren mit 12,2 Milliarden Euro offene Immobilienfonds und Spezialfonds, gefolgt von Versicherungen und Pensionskassen mit 4,6 Milliarden Euro. Darauf folgen Asset- und Fondsmanager mit 1,8 Milliarden Euro. Die verschiedenen internationalen Investoren kamen 2020 zusammen auf einen Marktanteil von 47 Prozent. Dies bedeutet einem Anstieg um fünf Prozentpunkte beziehungsweise 2,3 Milliarden Euro.

Büroinvestments bleiben wichtigste Asset-Klasse

Im Jahresverlauf 2020 wurden 162 großvolumige Transaktionen mit jeweils mehr als 100 Millionen Euro in Höhe von zusammen 47 Milliarden Euro registriert. Darunter waren 68 großvolumige Paketverkäufe mit einem Transaktionsvolumen von knapp 30 Milliarden Euro enthalten.

Büroinvestments bleiben mit einem Anteil von 35 Prozent (27,6 Milliarden Euro) weiterhin die wichtigste Asset-Klasse. Darauf folgen die Klassen Wohnen (20 Milliarden Euro, 25 Prozent), Einzelhandel (12,3 Milliarden Euro, 15 Prozent) und Logistik (7,6 Milliarden Euro, zehn Prozent).

Bei der von den aktuellen Herausforderungen besonders getroffenen Asset-Klasse Shopping-Center hat sich die Rendite hingegen um 0,25 Prozentpunkte seit dem Vorquartal erhöht. Mit aktuell 4,25 Prozent liegen auch die Spitzenrenditen für Hotels einen halben Prozentpunkt über dem Vorjahreswert.

Lokal gesehen gewinnt Berlin die Rolle des aktivsten Investmentmarkts mit einem Volumen von 10,5 Milliarden Euro. Frankfurt folgt mit einem Wert von 7,7 Milliarden Euro im letzten Jahr, so die Experten.

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