Anlagespezialist PGIM Real Estate sieht gute Kaufgelegenheiten für börsennotierte REITs. Durch die aktuell negative Stimmung bei der Asset-Klasse würden die starken Fundamentaldaten übersehen.

Lange liefen außerbörsliche Immobilienfonds und börsennotierte REITs im Gleichflug: 8,9 Prozent jährliche Rendite sei mit beiden Asset-Klassen in den vergangen 25 Jahren zu verdienen gewesen, rechnet Rick Romano, Head of Global Real Estate Securities Business bei PGIM Real Estate, vor. Doch in diesem Jahr seien Letztere von der Volatilität am Aktienmarkt erfasst worden und brachen ein.

Aus Sicht des Immobilienexperten ist dies der ideale Moment zum Einstieg – das zeige auch der Blick der in die Vergangenheit. Denn in Zeiten, in denen REITs mit deutlichen Abschlägen zu ihrem inneren Wert (Net Asset Value; NAV) verkauft wurden, habe der Zukauf eine beträchtliche Outperformance gegenüber den privaten Märkten ermöglicht.

Fundamentaldaten besser als die Stimmung

Konkret: Wurden REITs in den vergangenen 25 Jahren mit einem Abschlag von 10 Prozent auf ihren NAV verkauft, erwirtschafteten sie in der Folge eine Dreijahresrendite zwischen 20 und 50 Prozent im Vergleich zum privaten Immobilienmarkt. „Angesichts eines durchschnittlichen Abschlags von 18 Prozent für REITs in diesem Jahr und eines Abschlags von teilweise bis zu 40 Prozent bei einzelnen REITs, glauben wir, dass heute vergleichbare Marktchancen bestehen“, so Romano.

Bei Märkten, die von Herausforderungen geprägt sind, würden starke Fundamentaldaten oft übersehen, begründet der Experte seine Zuversicht. Börsennotierte REITs seien von der insgesamt negativen Stimmung an den öffentlichen Märkten betroffen. Die Preise, zu denen sie gehandelt werden, spiegelten jedoch keine soliden Fundamentaldaten wider. Die Vergangenheit habe aber gezeigt, dass sich börsennotierte REITs stark erholt haben, nachdem ihre Bewertungen zu Unrecht herabgesetzt worden waren.

Drei Schlüsselsektoren

PGIM Real Estate hat Mehrfamilienhäuser, Self-Storage sowie kanadische Industrie- und Mehrfamilienhäuser als Schlüsselsektoren des REIT-Marktes identifiziert. Dort gingen starke Fundamentaldaten mit deutlichen Unterbewertungen einher. So profitierten Mehrfamilienhäuser vom Ende der Pandemie, die Nachfrage nach Mietwohnungen nehme zu. Self-Storage-REITs seien attraktive M&A-Kandidaten, da sie von Private-Equity-Gesellschaften nur schwer kopiert werden könnten. Für kanadische Industrie- und Mehrfamilienhäuser schließlich bestünden äußerst günstige Angebots- und Nachfragedynamiken. Auch sie seien erstklassige M&A-Kandidaten, da es in Kanada nur weniger große Portfolios solcher Immobilien gebe.

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