Der große „Run“ in die Finanzmetropolen Frankfurt, Luxemburg oder Zürich nach dem Brexit-Votum 2016 blieb aus, berichten Headhunter und Personalexperten.

Auch mit dem nun erfolgten Austritt des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union dürfte sich an den internationalen Gehalts­vergleichen im institutionellen Asset Management nicht viel ändern. Zwar werden bei Kündigungen in London gerne mal Stellen in den kontinentaleuropäischen Finanzmetropolen nachbesetzt, doch dies geschieht punktuell, lautet die übereinstim­mende Einschätzung der Personalberater.

In der Regel wurde zwar das Geld der Anleger nach Luxem­burg oder Dublin übertragen, damit die Fonds weiterhin dem EU-Recht unterlie­gen. Doch das Management-Team blieb in London, und das Gehaltsniveau ist dort weiterhin höher als in Deutschland.

„Gehaltsgefüge und Nachfrage werden sich durch den Brexit nicht dramatisch verändern“, sagt Florian Frank, Leiter Talent & Rewards bei Willis Towers Watson (WTW) Deutschland. Unisono sei von Personalverantwortlichen im Asset Management zu hören, dass sie bisher noch keinen dramatischen Effekt spüren und dass damit auch in Zukunft wohl nicht zu rechnen sei.

Auswirkungen des Brexits sind damit für Asset Manager wohl eher indirekt zu spüren: etwa durch den vermehrten Ein­tritt von Fondsgesellschaften im deutschen Markt, der den Zug auf die Sales-Fachkräf­te verstärkt hat, oder den Umzug großer EU-Agenturen und Finanzinstitute nach Amsterdam, Paris oder Frankfurt am Main. Die Gehälter gehen im Asset Management daher “nur noch” auf hohem Niveau seitwärts.

Die Musik spielt in London

Alles in allem spielt die Musik also weiter­hin in der britischen Hauptstadt, was sich auch im Gehaltsgefüge zwischen den Re­gionen widerspiegelt. So zahlen britische Asset Manager in der Regel besser als die in Deutschland beheimateten. Das gelte durchweg für die drei Bereiche Portfolio­management, Research und auch für Sales, so WTW. Selbst die gehaltsverwöhnten Schweizer stehen in der Gesamtvergütung in manchen Bereichen hinter den Briten – allerdings in der Regel vor den Deutschen.

Das Gesamtgehalt von Fachexperten ist in allen drei Bereichen in der Schweiz und im Vereinigten Königreich höher als in Deutschland, zeigt der Länderver­gleich. Einzig für Einstiegspositionen und Abteilungsleiter im Research liege die Ge­samtvergütung im Königreich unter dem deutschen Niveau.

Die Briten haben gegenüber den Schwei­zern die Nase vorn im Research und im Sales-Bereich auf Teamleiter-Ebene. Auch im Portfoliomanagement bekommen Ab­teilungsleiter dort mehr in die Lohntüte als in der Schweiz.

Lesen Sie mehr über Gehälter im Asset Management in der dpn-Ausgabe Februar/März 2020. 

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