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Latest articles from Pascal Bazzazi

Kommentare & Analysen / Editorials | 19 Februar 2010

Der Finanztragödie zweiter Teil

Klopft der Finanztragödie zweiter Teil schon an die Tür? Folgt auf die Krise der privaten Schuldner nun die der öffentlichen, also der Staaten? Das wäre nicht überraschend, denn kommen muss diese Krise so sicher wie das Amen in der Kirche. Beispiel das an den Märkten geachtete Deutschland: Das Staatsoberhaupt selbst bezifferte die effektiven Staatsschulden seiner Republik bei Einbeziehung der Sozialsysteme bereits Anfang 2005 auf über sieben Billionen Euro. Im letzten halben Jahrzehnt dürften ein paar Dutzend mal Dutzend Milliarden hinzugekommen sein. Und um fast alle Staaten Europas und der Welt dürfte es bei richtiger Rechnung noch schlimmer stehen, daher nimmt dort die Krise ihren Anfang.

Archiv | 18 Februar 2010

Risiken raus, Akzeptanz rein

Erfolgsabhängige Komponenten könnten künftig in der betrieblichen Altersversorgung mehr Verbreitung finden. Auf der Towers-Watson-Konferenz „Betriebliche Altersversorgung 2010“ am 28. Januar in Wiesbaden berichtete Dr. Guntram Hepperle, Experte für Pension Risk Management bei dem frisch fusionierten Berater, dass erfolgsabhängige Komponenten, seien sie in Verbindung mit einem fixen Grundbeitrag oder alleinstehend, zwar in der derzeitigen Praxis noch eine geringe Verbreitung haben, dennoch sichtbar zulegen.

Archiv | 18 Februar 2010

Regulierte PK: Zusatzabsicherung?

  In die weitere Absicherung regulierter Pensionskassen kommt Bewegung. ­Joachim Schwind, Chef der Höchster PK und Vorsitzender der Fachvereinigung Pensionskassen bei der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung, äußerte auf der aba-Sonderveranstaltung zur Insolvenzsicherung am 26. Januar in Köln die grundsätzliche Bereitschaft zu einer entsprechenden Regelung, soweit sich konkreter Bedarf abzeichnen sollte. Für den Fall tendiert er zu „einem eigenständigen PK-Sicherungsfonds“. Dabei sollten jedoch Ergebnisse derzeit laufender Studien des BMAS und der Bafin abgewartet werden. Ein Absicherungsmodell müsse zudem finanzierbar und kalkulierbar sein und einen Überforderungsschutz der Pensionskassen vorsehen. In seinem von der Branche mit Spannung erwarteten Vortrag hielt er sich zwar mit Einzelheiten zurück, illustrierte aber mögliche Größenordnungen durch Vergleich mit dem für Lebensversicherer gesetzlich vorgeschriebenen Sicherungsfonds. Die Deckungsrückstellungen regulierter Pensionskassen betragen heute circa 90 Milliarden Euro. Bei einem zu Protektor analogen Beitragssatz von 0,2 Promille würden dem Sicherungsvermögen rund 18 Millionen Euro jährlich zugeführt, nach fünf Jahren wären analog 1 Promille, hier entsprechend 90 Millionen Euro, kumuliert.

Archiv | 18 Februar 2010

Über Gräber immer vorwärts – alles außer ohne Aktien

Potenzielle Hiobsnachrichten und ­bilanzielle Zeitbomben gibt es satt und genug, doch wollen sich die ­Aktienmärkte auch nach einem Jahr Hausse die Stimmung nicht so richtig vermiesen lassen, möglicherweise zu Recht. Achtung, jetzt folgt eine These: Der Kapitalismus wird gerade deshalb alle Zeiten überdauern, weil er es ist, der aus den von ihm immer wieder selbst verursachten Krisen mit einer Dynamik herausführt, neben der alle sogenannten „Alternativen“ noch statischer und reaktionärer wirken, als sie es ­ohnehin schon sind. Und eben zu Beginn ­einer solchen Aufholphase befindet sich die Weltwirtschaft vielleicht derzeit. Trifft dies zu, dann arbeiten wir uns nicht langsam aus dem Tief, sondern überwinden es quasi sprunghaft – bis zur nächsten Krise, die sich möglicherweise gerade schon ankündigt. Über Gräber immer vorwärts.

Kommentare & Analysen / Editorials | 14 Dezember 2009

Pänschns: Helden wie wir. Herren der Herren.

Tja, liebe Pensions-Branche, Du bist schon ein Früchtchen. Im Gegensatz zu Deiner Schwester, der Asset-Management-Branche, kommst Du stets betont unspektakulär daher, fast schon unscheinbar. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass, egal wo in der Welt ich Dich antreffe, Du die graue Maus spielst, immer Deine sozialpolitische Aufgabe und Funktion vor Dir hertragend.

Archiv | 14 Dezember 2009

U-Pensionsfonds wollen eigenes Gesetz

Die Unternehmenspensionsfonds von Siemens, Deutscher Telekom, Bosch, MAN und RWE wünschen sich eine stärkere Berücksichtigung des Prudent-Person-Konzepts in der Aufsichtspraxis. Die fünf haben sich bereits an die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände BDA gewandt. Bernhard Wiesner, Chef des Bosch Pensionsfonds, zu dpn: „Die Aufsichtspraxis ist von der Versicherungsperspektive dominiert. Der Pensionsfonds definiert sich im VAG aus sieben Paragrafen und einem Generalverweis auf die Lebensversicherer. Die Zeit ist reif für ein eigenständiges Pensionsfondsaufsichtsgesetz.“

Archiv | 14 Dezember 2009

Soll am deutschen Wesen Europas bAV genesen?

Die Trends in der europäischen Altersvorsorge lassen Deutschland auf einmal als großes Vorbild erscheinen

Archiv | 09 November 2009

IAS 19-Reform: der Zeitplan steht

Schwankungen bei Pensionsverpflichtungen und Plan Assets könnten in Zukunft unmittelbar über die Gewinn- und Verlustrechnung auf die Ergebnisse der Konzerne durchschlagen. Dies wäre die Folge der geplanten Abschaffung der beiden derzeitigen Puffermechanismen, der Korridor- und der Sorie-Methode. Nun steht schon mal der zeitliche Auftakt fest: Mit einem Exposure Draft des zuständigen International Accounting Standard Boards unter Chairman Sir David Tweedie ist nun im ersten Quartal 2010 zu rechnen.

Archiv | 09 November 2009

bAV: Entzerrte Zillmerung zulässig?

Das Bundesarbeitsgericht hat am 15. September 2009 die Revision gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln vom August 2008 zur Rechtmäßigkeit der Zillmerung in der betrieblichen Altersversorgung zurückgewiesen. Ob damit Rechtssicherheit erreicht ist, dürfte offen sein. Das LAG Köln hatte das Urteil des AG Siegburg vom Februar 2008 bestätigt, wonach gezillmerte Tarife das Wertgleichheitsgebot nicht verletzen. Der klagende Arbeitnehmer hatte von 2004 bis 2007 rund 7.000 Euro in eine Direktversicherung eingezahlt, Deckungskapital bei Ausscheiden rund 4.700 Euro. Gemäß Paragraf 1 Betriebsrentengesetz hielt er die Entgeltumwandlungsvereinbarung für unwirksam und sah den Vergütungsanspruch auferstanden. Dem widersprach das BAG, da eine unstatthafte Zillmerung den Arbeitgeber nur zur Aufstockung der Versorgung verpflichten könne, wie es angesichts der Förderung der bAV dem Willen des Gesetzgebers entspräche. Da der Arbeitnehmer nur auf Unwirksamkeit geklagt hatte, konnte das BAG die Revision abweisen, ohne tief in die Wertgleichheit einsteigen zu müssen. So sprachen Vorsitzender Dr. Gerhard Reinecke, Berichterstatter Johann Kremhelmer und Beisitzer Dr. Bertram Zwanziger während des Verfahrens auch nur von Anhaltspunkten für Wertgleichheit durch vollgezillmerte Tarife. Ins Spiel brachten sie jedoch eine mögliche unangemessene Benachteiligung in AGBs gemäß Paragraf 307 BGB. Als Maßstab wiederholte Reinecke seine mehrfach öffentlich geäußerte Auffassung, dass er sich in Anlehnung an Alterszertifizierungsgesetz und Versicherungsvertragsgesetz eine Verteilung der Abschlusskosten auf fünf Jahre auch in der bAV vorstellen könne.

Archiv | 09 November 2009

Die bAV nach Erfurt: Alles wird höher

Die Zulässigkeit hoher Kosten trifft eine betriebliche Alters-versorgung, deren Attraktivität sich ohnehin einzutrüben droht

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