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Latest articles from Pascal Bazzazi

Pigs und Gipsi –Schweine und Zigeuner

Er ist so etwas wie der Thilo Sarrazin der Wirtschaftswissenschaft (und das meint der Chronist als Kompliment). Umso mehr muss Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung in München, scheitern, wenn er sich um Political Correctness bemüht. So auch neulich in Berlin, am 9. Mai während eines Vortrags in der Humboldt-Universität: Sinn referierte über die Euro-Krise, sezierte gewohnt pointiert die geldpolitische Tragödie Europas, ursächlich begründet in der Pathogenese der siechenden Gemeinschaftswährung und der Verkettung von zu billigem Geld, zu niedrigen Zinsen, zu großen Leistungsbilanzdefiziten und zu geringer Wettbewerbsfähigkeit der Pigs-Staaten, also Portugal, Irland, Griechenland und Spanien. Und erneut betonte er die komplexe Target-Problematik um die Kredite zwischen den europäischen Notenbanken, auf die er jüngst wohl als Erster deutlich hingewiesen hat: Mit um die 330 Milliarden Euro stehen die Notenbanken der Pigs-Staaten bei der Bundesbank via EZB mittlerweile in der Kreide. Damit kompensiert die Bundesbank schon seit vier Jahren, also lange vor irgendwelchen wenigstens halbwegs demokratisch legitimierten Rettungsschirmen, die Leistungsbilanzdefizite der Pigs, die die Märkte sich längst weigern weiter zu finanzieren.

Archiv | 20 Juni 2011

Solvency II: „Das machen wir nicht.“

Solvency II: Wie immer in diesen Monaten war auch auf der 73. aba-Jahrestagung am 3. und 4. Mai in Berlin die mögliche Anwendung des neuen Aufsichtsregimes auf die betriebliche Altersversorgung das alles beherrschende Thema. Und mit Jung Lichtenberger, enger Mitarbeiter von Professor Karel Van Hulle im federführenden Referat H 2 „Versicherungen und Renten“ im Binnemarkt-Kommissariat Barnier, hatte die aba einen Referenten am Start, von dem man Erhellendes erwarten konnte. Zum Zeitplan kündigte Lichtenberger zunächst an, dass dem EU-Grünbuch zum Pensionswesen in Europa vom Sommer 2010 nun zum Ende des dritten Quartals diesen Jahres ein entsprechendes Weißbuch folgen soll. Ein Weißbuch enthält normalerweise bereits deutlich konkretere Aussagen und Absichten der Verfasser als ein Grünbuch.

Archiv | 20 Juni 2011

Die Deutschen in Brüssel: Mögen hätten wir schon wollen

Man fragt sich wirklich, was Deutschland in der EU überhaupt noch durchsetzt. Die Schwäche fängt ganz oben an. Das ständige Nachgeben beim Cash-Nachschub für die von der Droge des billigen Geldes kirre gewordenen Pigs-Staaten ist dabei nur das prominenteste Beispiel. Doch ziehen sich die Erbärmlichkeiten durch alle Ebenen. Nehmen wir Eiopa: Nicht nur, dass die European Insurance and Occupational Pensions Authority entgegen der ursprünglichen Absicht der Deutschen durchaus technische Standards mit unmittelbarer Wirkung erlassen und gegebenenfalls auch auf nationale Player direkt durchgreifen kann. Nein, auch beim Abstimmungsmodus hat man nicht mehr Gewicht als Malta oder Luxemburg herausgeholt. Selbst bei personellen Detailfragen setzt sich das Drama fort. So fragte der scheidende aba-Chef Dr. Boy-Jürgen Andresen auf der 73. aba-Jahrestagung zu Recht, warum in der bAV-Stakeholder-Group der Eiopa Frankreich, das ständig betont, eigentlich über keine zu beaufsichtigen bAV-Einrichtungen zu verfügen, so stark vertreten ist. Im Management Board der Eiopa glänzt Deutschland komplett durch Abwesenheit, und Andresen wunderte sich, warum osteuropäische Länder (er meinte wohl Polen) dort vertreten sind, die eigenen Angaben zufolge nur eine kapitalgedeckte Form der ersten Säule haben.

Kommentare & Analysen / Editorials | 25 April 2011

Die Elemente sind mit uns verschworen

Und auf Vernichtung läuft‘s hinaus. Wer immer noch meint, der Mensch könne die Natur beherrschen, der sollte angesichts der Apokalypse von Fukushima häufiger einen Blick in der Faust‘schen Tragödie ersten, besonders zweiten Teil werfen. Man sei versichert: Die Lektüre ist auch im digitalen Zeitalter der Postmoderne erhellend.

Archiv | 25 April 2011

Solvency II: Kommission kommt mit Call for Advice

Ende März in Berlin, 12. bAV-Handelsblatt- Tagung: Professor Karel Van Hulle, Chef des Referats H 2 „Versicherungen und Renten“ im Binnenmarkt- Kommissariat Michel Barniers, fährt in der öffentlichen Diskussion um eine Anwendung von Solvency II auf die betriebliche Altersversorgung (bAV) weiter zweigleisig. In Rede wie Podiumsdiskussion betonte er vor der deutschen Pensions-Branche einerseits erneut den festen Willen der Kommission, auch für die bAV ein risikobasiertes System einzuführen. Andererseits ist er – wie schon seit einigen Monaten – weiter bemüht, jeden Eindruck zu vermeiden, als habe er nicht Einblick und Verständnis für die Nöte der Arbeitgeber in der bAV: „Die gute Nachricht ist: Wir denken nach.“

Archiv | 25 April 2011

German pensions upset by EU proposals

There is resistance to a plan to enforce Solvency II on traditional funds

Archiv | 25 April 2011

Eiopa-Interessengruppen: Mittendrin, doch nicht dabei?

Neulich, Ende März in Frankfurt, Römer, Kaisersaal: Die Stadt Frankfurt und ihre Honoratioren geben sich die Ehre, mit einem festlichen Empfang die Inauguration einer der neuen europäischen Finanzaufsichtsbehörden, der European Insurance and Occupational Pensions Authority (Eiopa), die in der Stadt ihren Sitz genommen hat, zu würdigen. In angemessenem Rahmen und unter den strengen Augen von Karl dem Großen, Friedrich I. Barbarossa und Karl V. sprachen Minister, Bürgermeister und EU-Kommissar zum handverlesenen Publikum, blieben dabei aber wie üblich recht allgemein. Doch wer darüber hinaus den anschließenden, regelmäßig erhellenderen Small Talk suchte, war hier richtig: Michel Barnier und Karel Van Hulle (Europäische Kommission), Thomas Steffen (Bundesfinanzministerium), Gabriele Hahn (deutsche Versicherungsaufsicht), Gabriel Bernardino (Eiopa) – exekutives Fachpersonal war ausreichend auf dem Parkett erschienen.

Kommentare & Analysen / Editorials | 28 Februar 2011

Der Euro und wir: ten years after

Im Dezember werden es 10 Jahre, dass dieses zarte Magazin das Licht der Welt erblickte, um fortan den Branchen des institutionellen Asset Managements und des Pensionswesens eng und liebevoll zur Seite zu stehen. Bescheiden, wie wir sind, werden wir zu diesem Anlass nicht nur Ende des Jahres ein Sonderheft auflegen, sondern schon in allen bis dahin erscheinenden Ausgaben im Asset- und im Pänschns-Teil je einen der vielen Menschen würdigen, welche uns und die Branche in diesen zehn Jahren begleitet haben. Und bescheiden, wie wir ja sind, beginnen wir mit zwei unserer Autoren: Dr. Eckhard Bergmann und Nikolaus Bora.

Solvency Driven Investment. Was wäre, wenn...

Käme die bAV unter Solvency II, wäre das Asset Management mit zahlreichen Paradoxa konfrontiert, schreibt Pascal Bazzazi.

Archiv | 20 Dezember 2010

EZB QE 2.0 500 bn: Rettet das Super-Pig!

Wenn nicht jetzt, wann dann? Bevor es zum State Run kommt, wird die EZB der FED folgen

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