Institutionelle Investoren in Europa wollen den Anteil von Staatsanleihen im Portfolio zukünftig reduzieren. Die Unternehmensanleihen-Quote soll hingegen deutlich erhöht werden.

Zu diesem Ergebnis kommt eine von Aquila Capital in Auftrag gegebene Studie von TNS Infratest zum Anlageverhalten institutioneller Investoren in Europa. Die Befragung, an der 255 Investoren  aus den Sektoren Banken/Kreditinstitute, Versicherungen, Stiftungen sowie der öffentlichen Hand teilnahmen, wurde in Deutschland, der Schweiz, Spanien, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Großbritannien und Skandinavien durchgeführt.

Dabei plant jeder fünfte institutionelle Investor in Europa, den Anteil von Staatsanleihen im Portfolio in den nächsten Monaten abzubauen. Knapp 40 Prozent der in Staatsanleihen investierten institutionellen Anleger geben an, zukünftig mehr Unternehmensanleihen erwerben zu wollen. In engem Zusammenhang zur geplanten Allokationsveränderung steht die Einschätzung der zukünftigen Renditeaussichten. Die Hälfte der in Staatsanleihen investierten Anleger in Europa geht von einer zukünftig positiven Entwicklung von Unternehmensanleihen aus. Spiegelbildlich sind mehr als die Hälfte der Investoren in Unternehmensanleihen von positiven Renditeaussichten bei Corporate Bonds überzeugt.

„Um erfolgreich an den Bondmärkten zu agieren, wird es zukünftig umso mehr auf Diversifikation und die stärkere Fokussierung auf die Risikokomponente ankommen“, sagt Michael Montag (oberes Bild), Managing Director bei Aquila Capital. Ins gleiche Horn stößt auch Susanne Hellmann (mittleres Bild), Geschäftsführerin bei ING Investment Management: „Deutsche Anleger haben einen Überhang bei Staatsanleihen, die in der Regel niedrig verzinst sind. Daher orientiert sich die Anlegerschaft um: weg von Bundesanleihen und Treasuries hin zu Kredit-Asset-Klassen wie Unternehmensanleihen, EMD und Staatsanleihen der Euro-Peripherie“, erklärt Hellmann, um dabei hinzuweisen, wo institutionelle Anleger ihrer Ansicht nach dieses Jahr noch Yield-Hotspots finden.

„Im Fixed Income-Bereich werfen die risikoreicheren Anlageformen wie hochverzinsliche Unternehmensanleihen, EMD und Senior Loans immer noch attraktive Renditen ab. Das ist wegen des begrenzten Kurspotenzials für Investoren interessant, die Ertragsgeneratoren in ihrem Portfolio haben wollen“, erklärt Sie weiter. Und Ross A. Pamphilon (unteres Bild), Co-Chief Investment Officer von ECM spricht sich für einen „vermögensverwaltenden“ Ansatz im Credit-Bereich aus. „Keine Anlageklasse kann zu jeder Zeit Alpha generieren. Ziel ist es, im Rahmen eines institutionalisierten ‚Top Down’-Prozesses gesamtwirtschaftliche Ungleichgewichte und Verschiebungen auf den Credit-Märkten zu erkennen, um so die richtigen Anlageklassen für die ‘Beta-Positionierung’ der Fonds auszuwählen.”

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