EZB legt ihr symmetrisches Inflationsziel von mittelfristig 2 Prozent fest, schließt aber einen Anstieg der Inflation über den Zielwert mittelfristig nicht aus

Bei seiner kürzlich abgeschlossenen Strategieüberprüfung am 22. Juli 2021 verständigt sich der EZB-Rat auf ein symmetrisches Inflationsziel von mittelfristig 2 Prozent. Die Leitzinsen der EZB befinden sich seit einiger Zeit nahe ihrer Untergrenze, und die mittelfristigen Inflationsaussichten liegen nach wie vor deutlich unter dem Zielwert des EZB-Rats. Deshalb ändert der EZB-Rat seine Forward Guidance zu den Zinssätzen. Er untermauert damit sein Bekenntnis zu einem dauerhaft akkommodierenden geldpolitischen Kurs, um sein Inflationsziel zu erreichen.

Um sein symmetrisches Inflationsziel von 2 Prozent zu unterstützen und im Einklang mit seiner geldpolitischen Strategie zu bleiben, geht der EZB-Rat davon aus, dass die EZB-Leitzinsen auf ihrem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben werden. Das gilt so lange, bis der EZB-Rat feststellt, dass die Inflationsrate deutlich vor dem Ende seines Projektionszeitraums 2 Prozent erreicht und sie diesen Wert im weiteren Verlauf des Projektionszeitraums dauerhaft hält, und er der Auffassung ist, dass die Entwicklung der zugrunde liegenden Inflation hinreichend fortgeschritten ist, um mit einer sich mittelfristig bei 2 Prozent stabilisierenden Inflation vereinbar zu sein. Dies geht unter Umständen damit einher, dass die Inflation vorübergehend moderat über dem Zielwert liegt.

Die Stabilität der EZB-Politik über einen längeren Zeitraum könnte zu einer Outperformance von kurz- bis mittelfristigen Anleihen führen. Sollte die Inflationsrate das 2-Prozent-Ziel der EZB mittelfristig übersteigen, könnte das inflationsgebundene Anleihen attraktiver machen.

Aktuelle Beiträge

Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »
Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »