Die Europäische Kommission hat das Rahmenwerk für grüne Anleihen vorgestellt, die sie unter NextGenerationEU (NGEU) emittieren will. Insgesamt geht es um Papiere im Wert von bis zu 250 Milliarden Euro. Sie werden ab Oktober am Markt platziert.

Laut der EU-Kommission biete der nun vorgestellte Rahmen den Investoren die Gewissheit, dass die Mittel auch wirklich in grüne Projekte fließen. Außerdem werde gewährleistet, dass die Kommission über die Umweltauswirkungen Bericht erstattet. Bereits im Oktober soll die erste grüne Anleihen ausgegeben werden, zumindest „wenn die Marktbedingungen geeignet sind“.

Der Rahmen wurde im Einklang mit den Grundsätzen für grüne Anleihen der Internationalen Kapitalmarktvereinigung (ICMA) ausgearbeitet.

EU wird größter Emittent von grünen Anleihen

„Die Absicht der EU, bis Ende 2026 bis zu 250 Milliarden Euro an grünen Anleihen auszugeben, wird uns zum größten Emittenten grüner Anleihen der Welt machen. Dies ist auch Ausdruck unseres Engagements für Nachhaltigkeit und stellt ein nachhaltiges Finanzwesen in den Mittelpunkt der Aufbaumaßnahmen der EU“, so Johannes Hahn, EU-Kommissar für Haushalt und Verwaltung.

Die Kommission habe auch ihren Plan zur Aufbaufinanzierung für 2021 überarbeitet und die Absicht bekräftigt, in diesem Jahr insgesamt rund 80 Milliarden Euro an langfristigen Anleihen („EU-Bonds“) auszugeben. Diese sollen um kurzfristige EU-Anleihen („EU-Bills“) in zweistelliger Milliardenhöhe ergänzt werden.

Die EU-Bills werden ausschließlich über Auktionen angeboten. Dieses Programm solle bereits am 15. September anlaufen. In der Regel sollen zwei Auktionen pro Monat stattfinden: am ersten und dritten Mittwoch des Monats. Auch EU-Bonds werden über das Auktionsprogramm ausgegeben, was die syndizierten Emissionen ergänzt.

Grüne Anleihen dürften am Markt gefragt sein

„Wir begrüßen, dass die EU damit eine weitere „sichere“ Anlage schafft – nur diesmal in grün“, schreibt Christian Kopf, Leiter Portfoliomanagement Renten und Mitglied des Union Investment Committee. Union Investment verwaltet derzeit eigenen Angaben zufolge ein Anlagevolumen von rund sieben Milliarden Euro in Green Bonds. „Die Grünen Anleihen der EU werden auf einen sehr aufnahmefähigen und -willigen Markt treffen: Die Anleger stehen bereit und die Dynamik im Markt bleibt hoch. Bis Ende 2022 wird das Volumen ausstehender europäischer Grüner Anleihen unserer Prognose nach auf eine Billion Euro wachsen“, so Kopf.

Allerdings werden die Grünen Anleihen, die die EU auf Grundlage des nun vorgestellten „Green Bond Framework” begibt, voraussichtlich nicht alle Kriterien des zukünftigen „EU Green Bond Standards” erfüllen. „Denn die grünen Projekte des EU-Wiederaufbauprogramms müssten sonst zwingend die Vorgaben der EU-Taxonomie erfüllen, die künftig grüne Investitionen definieren soll. Dies ist aber nicht der Fall und zeigt, wie restriktiv der Vorschlag der EU für den Green Bond Standard durch den Verweis auf die EU-Taxonomie ist“, so die Union Investment.

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