Corporate Hybrids zeigen sich krisenrobuster als High-Yield-Anleihen

Corporate Hybrids, also nachrangige Anleihen von Industrieunternehmen, bieten sich in der Niedrigzinsphase als Alternativen zu Staatsanleihen, Pfandbriefen und erstrangigen Unternehmensanleihen an. Die Mehrheit der EUR-Corporate-Hybrids weist eine Rendite von deutlich über 1,50 Prozent auf. Zu diesem und den folgenden Ergebnissen kommt eine Analyse der Schweizer Bantleon Bank. Das Performance-Potenzial von Corporate Hybrids beziffern die Autoren der Analyse mit dem Niveau von High-Yield-Anleihen, wobei sich die Risikokennzahlen nachrangiger Unternehmensanleihen deutlich besser darstellen. Im März des vergangenen Jahres wiesen Corporate Hybrids ungeachtet der Turbulenzen an den Finanzmärkten deutlich geringere Drawdowns auf als High-Yield-Anleihen, ihre Wertentwicklung zeigte sich mit 2,54 Prozent robust.

Generell weist die Bantleon-Analyse für die meisten Corporate Hybrids eine Rendite in der Spanne zwischen 0,5 Prozent und 5,0 Prozent. Demnach bewegen sich die meisten Coupons oberhalb von 2,0 Prozent. Auch findet sich – so die Autoren der Analyse – im gesamten Corporate-Hybrids-Segment aktuell kein Titel mit negativer Verzinsung. Gemessen an High-Yield-Anleihen, erzielen Corporate Hybrids in der historischen Betrachtung eine vergleichbare Performance, erweisen sich aber in Stressphasen als stabiler. Die höhere Rendite von Corporate Hybrids erklärt die Analyse damit, dass sich diese Anleihen in der Kapitalstruktur des Emittenten zwischen dem Fremd- und Eigenkapital befinden.

Das Jahr 2020 brachte ein Emissionsvolumen in Rekordhöhe

Die Primärmarktvolumina von Corporate Hybrids sind seit 2016 permanent gewachsen und wiesen 2020 mit 54 Milliarden Euro ein Rekordvolumen auf. Die Zahl der neuen Schuldner steigt ebenfalls. So ging im vergangenen Jahr schon rund die Hälfte der Emissionen auf Erst-Emittenten zurück. Die größten Volumina platzierten Energieunternehmen und Versorger. Für 2021 erwartet die Bantleon Bank ein globales Primärmarktvolumen in Höhe von rund 58 Milliarden Euro.

Vor allem die höheren Coupons erzielten im vergangenen Jahr im Vergleich zu erstrangigen eine Überschussrendite gegenüber Staatsanleihen. Die Bantleon Bank leitet aus dem Verhältnis der Risikoprämien von Corporate Hybrids und erstrangigen Unternehmensanleihen (Hybrid-Senior Ratio) sowie aus dem absoluten Niveau der Risikoprämien attraktive Einstiegsmöglichkeiten in Corporate Hybrids ableiten. Sie sieht bei den Risikoprämien ein deutliches Nachholpotenzial nach unten. Dabei sind in den nächsten Monaten volumenbedingte technische Korrekturphasen bei Corporate Hybrids und vorübergehend steigende Risikoprämien möglich. Doch diese Phasen eröffnen Chancen auf einen günstigeren Einstieg in Corporate Hybrids. Die Bantleon Bank rechnet angesichts eines mittelfristig sehr positiven Konjunkturausblicks in den nächsten Monaten mit sinkenden Risikoprämien von Corporate Hybrids.

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