Die Performance von CoCo-Bonds 2020 konnte sich sehen lassen. Der Corona-Schock ist nahezu überwunden, meint Swisscanto. 2021 könnte die Asset-Klasse nach Einschätzung von Eyb & Wallwitz noch einmal an Attraktivität gewinnen.

Contingent Convertible Bonds (CoCo-Bonds) bieten institutionellen Investoren den Einschätzungen der Asset Manager zufolge Chancen. Im Schnitt liegen die Risikoprämien dieser Asset-Klasse noch rund 100 Basispunkte höher als vor einem Jahr, sagt Andreas Fitzner, Portfoliomanager bei Eyb & Wallwitz. Übten Investoren in der ersten ersten Jahreshälfte 2020 noch Zurückhaltung, weil sie negative Auswirkungen von Insolvenzen auf den Bankensektor befürchteten, so scheinen sich die Bedenken zunehmend zu verflüchtigen.

Denn das Gegenteil ist eingetreten: Banken konnten ihre Kapitalpuffer im Jahr 2020 sogar noch ausbauen. Die Quote des harten Eigenkapitals CET1 der europäischen Finanzinstitutionen erreichte im Oktober 2020 mit 15,5 Prozent sogar einen neuen Höchstwert. Somit sank das Risiko von Coupon-Ausfällen bei der Asset-Klasse im vergangenen Jahr deutlich.

“Alles in allem werden CoCo-Bonds 2021 wohl besser performen als im vergangenen Jahr, da die fundamentale Lage gut ist”, sagt Fitzner. Bereits vor einem Jahr waren sie unterbewertet – und daran hat sich bis heute nichts geändert. Hinzu kommen Signale aus der Regulatorik, die Asset-Klasse weiter zu unterstützen.

CoCo-Bonds: Erholung im Spätsommer

Bereits in den Monaten Juli und August sowie in der ersten Septemberhälfte 2020 präsentierte sich der Markt für CoCo-Bonds erholt. Die Aktivität am Primärmarkt für Contingent Convertible Bonds war rege. Hintergrund waren die im Laufe des Sommers geschrumpften Risikoaufschläge und das gestiegene Vertrauen der CoCo-Anleger wegen der positiven Bankergebnisse. „Der Appetit der Anleger wurde im dritten Quartal von nicht weniger als 17 Großbanken befriedigt“, sagt Daniel Björk von Swisscanto schon im Herbst 2020.

Der größte Teil der neuen CoCo-Bonds kam von großen europäischen Banken. Zu den Emittenten der “Zwangs-Wandelanleihen” gehörten unter anderem die spanische BBVA, UBS, Credit Suisse und die italeinische Intesa Sanpaolo. Aber auch Institute in den Schwellenländern begaben diese Anleihen. So kamen zum Beispiel CoCo-Bonds aus Abu Dhabi, Mexiko und Thailand auf den Markt.

„Die Ergebnisse der Banken zeigten, dass die Rentabilität vor Rückstellungen stabil war“, konstatierte Björk. Auch wenn die Risikovorsorge in Form von Rückstellungen für Kreditrisiken sich negativ auf die Nettogewinne ausgewirkt habe. Steigende CET1-Kapitalniveaus als Folge des Dividendenverbots und steigende Kapitalpuffer wurden am CoCo-Anleihen-Markt alles in allem positiv aufgenommen.

„Im Bankensektor bleiben die nächsten Quartale spannend. Wir erwarten, dass zumindest ein Teil der erwarteten Kreditausfälle tatsächlich eintreten und zu Wertberichtigungen führen wird“, sagte Björk im Oktober 2020. Das Haus konzentrierte sich auf große Banken, die vor dem Ausbruch der Krise eine hohe Rentabilität vorzuzeigen hatten und durch eine gute Kapitalisierung sowie geringe Kreditrisiken überzeugen. „Wir halten es für unwahrscheinlich, dass wir bei diesen Banken mit Kupon-Ausfällen der jeweiligen CoCo-Bonds konfrontiert werden“, lautete das Fazit.

CoCo-Bonds: Definition

CoCo-Bonds sind eine Form der Nachranganleihen von Banken. Sie werden unter bestimmten Bedingungen in Eigenkapital umgewandelt. CoCo-Bonds wurden nach der Finanzkrise eingeführt, um das Eigenkapital von Banken in einer Krisensituation stärken zu können.

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