Die Performance von CoCo-Bonds im dritten Quartal 2020 konnte sich sehen lassen. Der Corona-Schock ist nahezu überwunden, meint Swisscanto.

In den Monaten Juli und August sowie in der ersten Septemberhälfte 2020 präsentierte sich der Markt für CoCo-Bonds stark. Die Benchmark „ICE BofA Contingent Capital Index“ lag im 3.Quartal 2020 rund 3,75 Prozent Plus. Damit liegt die Performance seit Jahresbeginn bei minus 0,55 Prozent.

Die Aktivität am Primärmarkt für Contingent Convertible Bonds war zuletzt rege. Hintergrund waren die im Laufe des Sommers geschrumpften Risikoaufschläge und das gestiegene Vertrauen der CoCo-Anleger wegen der positiven Bankergebnisse. „Der Appetit der Anleger wurde im dritten Quartal von nicht weniger als 17 Großbanken befriedigt“, sagt Daniel Björk von Swisscanto. Der größte Teil der neuen CoCo-Bonds kam von großen europäischen Banken. Zu den Emittenten der “Zwangs-Wandelanleihen” gehörten unter anderem die spanische BBVA, UBS, Credit Suisse und die italeinische Intesa Sanpaolo. Aber auch Institute in den Schwellenländern begaben diese Anleihen. So kamen zum Beispiel CoCo-Bonds aus Abu Dhabi, Mexiko und Thailand auf den Markt.

„Die Ergebnisse der Banken zeigten, dass die Rentabilität vor Rückstellungen stabil war“, so Björk. Auch wenn die Risikovorsorge in Form von Rückstellungen für Kreditrisiken sich negativ auf die Nettogewinne ausgewirkt habe. Steigende CET1-Kapitalniveaus – also beim harten Kernkapital – als Folge des Dividendenverbots und steigende Kapitalpuffer wurden am CoCo-Anleihen-Markt alles in allem positiv aufgenommen.

Attraktiver Jahrgang neuer CoCo-Bonds

„Da die Risikoaufschläge für viele CoCo-Anleihen immer noch 200 Basispunkte über den vor der Krise gesehenen, sehr engen Spreads liegen, halten wir diesen aktuellen ‚Jahrgang‘ frischer CoCo-Anleihen für sehr attraktiv“, führt der Experte aus. Dies sei daher eine gute Gelegenheit für Investoren, um an Neuemissionen teilzunehmen. Die Performance dieser Anleihen dürfte mittelfristig sehr stark sein, “zum Beispiel wenn wir beim Eintreffen positiver Nachrichten zum Thema Impfstoffe auf ein Ende der Corona-Krise zusteuern“, so Björk.

Aufgrund der Unsicherheiten an den Kapitalmärkten könnte es für CoCo-Anleihen aber vorerst schwierig werden, die derzeitigen Spread-Niveaus weiter zu verengen. „Im Bankensektor bleiben die nächsten Quartale spannend. Wir erwarten, dass zumindest ein Teil der erwarteten Kreditausfälle tatsächlich eintreten und zu Wertberichtigungen führen wird“, so Björk. Das Haus konzentriert sich auf große Banken, die vor dem Ausbruch der Krise eine hohe Rentabilität vorzuzeigen hatten und durch eine gute Kapitalisierung sowie geringe Kreditrisiken überzeugen. „Wir halten es für unwahrscheinlich, dass wir bei diesen Banken mit Kupon-Ausfällen der jeweiligen CoCo-Bonds konfrontiert werden“, so das Fazit.

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