Laut Amy Kam von GAM Investments bieten asiatische Anleihen eine gute Ergänzung fürs ESG-orientierte institutionelle Portfolio.

Asiatische Anleihen dürften nach Auffassung von Amy Kam, Investmentmanagerin Fixed Income bei GAM Investments, als attraktive Asset-Klasse aus der Covid-19-Krise hervorgehen. Besonders für nachhaltige Investments bietet sich in der Region ein großes Anlagespektrum, ist Kam überzeugt.

Wie auch in anderen Ländern der Welt unterstützen Politik und Zentralbanken die Wirtschaft, um Liquiditätsengpässe zu vermeiden. Dabei liegt das Augenmerk auf Nachhaltigkeit. Umweltgerechte Investitionen werden voran getrieben, wie beispielsweise der Ausbau von Radwegen, smarte Häuser und Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen. Laut Kam ist eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Wirtschaft für Schwellenländer von entscheidender Bedeutung. “Asien verfügt über alle Komponenten und das gesamte Spektrum an Ressourcen, um daraus ein potenzielles Angebot mit einem attraktiven Risiko-Ertrags-Profil zu formen”, so die Fixed-Income-Expertin.

Engagement auch bei asiatischen Anleihen

Institutionelle Investoren seien angehalten, bevorzugt in nachhaltige Projekte zu investieren. So könnten sie zur nachhaltigen Erholung der asiatischen Wirtschaft beitragen. “Entgegen der herrschenden Meinung, Anleihenanleger könnten die Entscheidungen der Emittenten nicht beeinflussen, haben wir die Erfahrung gemacht, dass eine kontinuierliche Kommunikation zwischen Anlegern und Emittenten durchaus das Verhalten von Unternehmen beeinflussen kann”, erläutert sie den Ansatz von GAM Investments.

Outperformance sei auch bei Anlagen möglich, die den ESG-Kriterien genügen. Denn Nachhaltigkeitsaspekte begünstigen einen dauerhaften Trend, der zu einer langfristigen Outperformance für Investoren  und zu einer besseren Finanzierung für “grüne” Unternehmen führt. Vermehrt werden nach dem Covid-19-Ausbruch “Sozialanleihen” emittiert, und zwar insbesondere von Ländern mit einem vergleichsweise hohen Industrialisierungsgrad. Bei dieser jungen Sub-Asset-Klasse besteht lauf GAM noch Bedarf an einheitlichen Rahmenbedingungen.

Asiatische Hartwährungs-Anleihen als Portfolioergänzung

Asiatische Hartwährungsanleihen bieten laut GAM positive Eigenschaften fürs institutionelle Portfolio. Dazu zählen ihre Größe, die Liquidität und die Tatsache, dass sie in der Regel über ein Investment-Grade-Rating verfügen. Hinzu kommt  die zumeist geringe Korrelation zu Rohöl- und Rohstoffpreisen. Zudem finden sich unter dem Dach der asiatischen Emerging Markets eine ganze Reihe unterschiedlicher Volkswirtschaften: Von Singapur mit der Rating-Kategorie AAA bis zu Pakistan in der Rating-Gruppe B. Allerdings sehen sich die asiatischen Schwellenländer auch mit einigen Herausforderungen konfrontiert:

  • keine sichere Energieversorgung
  • Bedarf an Infrastruktur
  • Großer Teil der Bevölkerung verdient nur ein geringes und mittleres Einkommen
  • Im Bereich Governance bestehen zudem potenziell Probleme mit der Rechenschaftslegung und Kapitalverwendung

Asien als weltweiter Wachstumsmotor

Ungeachtet dieser Herausforderungen sieht GAM in der Region bedeutende Chancen. Wachstum sei wohl der einzige Ausweg aus einer noch höheren Verschuldung im Zuge des Kampfes gegen die Auswirkungen der Corona-Krise. Asien verfügt aber über die besten Möglichkeiten, als Wachstumsmotor für die Welt zu fungieren, so Kam. “Mit einer nachweislich relativ geringen Volatilität hat diese Region gute Aussichten, die attraktivsten risikobereinigten Erträge zu bieten”, so die Expertin. Zugleich bestünde sehr viel Spielraum für positive Klimaeffekte. “ESG-orientiertes Investieren dürfte die einzige Chance für eine nachhaltige Zukunft sein, da der Klimawandel mittlerweile nicht mehr als extremer Schock mit geringer Wahrscheinlichkeit eingestuft wird”, so das Fazit.

“Grüne Erholung”

Abstandsregeln, Lockdowns und die Arbeit vom Home Office haben den Lebensstil verändert und stellen das vorherrschende Wirtschaftsmodell infrage. Diese Interventionen weisen aber auch signifikante Parallelen zu den Maßnahmen auf, die zur Eindämmung des Klimawandels nötig sind. Denn beides erfordert eine globale Koordination, beides ist mit widersprüchlichen Anschauungen der Generationen verbunden und beides erfordert kurzfristige Maßnahmen, die durch langfristige Ziele untermauert werden. Auch die Vereinten Nationen mahnen eine “grüne Erholung” an. Der “Wiederaufbau” sollte die Schädigung des Planeten beenden und die Ungleichheit auf der Welt reduzieren, so die Mahnung aus New York.

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