Im Schnitt konnten Family Offices 2019 eine Rendite von 5,4 Prozent erzielen, geht aus “The Global Family Office Report” von UBS und Campden Wealth hervor.

Durchschnittlich konnte das Investmentportfolio eines Family Office die Erwartungen in neun von 13 Anlageklassen in diesem Jahr erfüllen, heißt es in dem Bericht. Im Schnitt lag die weltweite Portfolio-Performance etwas niedriger als im Vorjahr bei 5,4 Prozent. Zugrunde genommen für die Analyse wurden die Performance im ersten Halbjahr 2019 gegenüber dem ersten Halbjahr 2018.

Am besten schnitten Family Offices in der Region Asien-Pazifik sowie in den Schwellenländern allgemein ab. Ihre jährliche Performance lag bei 6,2 Prozent. Dem folgten Nordamerika mit durchschnittlich 5,9 Prozent und Europa mit 4,3 Prozent.

Angesichts der allgemeinen Erwartung einer Rezession im Jahr 2020 – hiervon gehen 55 Prozent der Befragten aus – wird die Investmentstrategie angepasst. 45 Prozent der Family Offices wollen das Risiko-Exposure minimieren. Gleichzeitig erhöhen 42 Prozent die Barreserven.

Equity und Immobilien bleiben gefragt

Globale Aktien und Private Equity stellen weiterhin die wichtigsten Anlageklassen dar. In den Portfolios sind 32 beziehungsweise 19 Prozent in diese Asset-Klassen investiert. Tendenziell wurde hierbei das Engagement in Emerging Markets ausgebaut, während der Anteil von Industrieländer-Equity ein wenig abgebaut wurde (-1,2 Prozent).

Immobilien haben in der Asset Allocation am stärksten zugelegt. Es flossen im Schnitt 2,1 Prozent mehr Kapital in diese Anlageklasse als im Vorjahr. Insgesamt macht sie nun 17 Prozent des Portfolios eines Family Office aus. Diese Trends dürften sich weiter verstärken: ein Großteil der Befragten gab an, Investitionen in Private Equity, Real Estate und Schwellenländer-Aktien ausbauen zu wollen. Dabei ist für Private Equity und Immobilien ein Trend zu direkten Investments mit operativer Kontrolle zu sehen. Direkte Private-Equity-Investitionen erwirtschafteten im vergangenen Jahr 16 Prozent Rendite und Fondslösungen 11 Prozent. Damit war PE die am besten performende Asset-Klasse. Das Engagement in Hedge-Fonds bauten Family Offices indes ab.

Disruption durch Künstliche Intelligenz und Blockchain

87 Prozent der Umfrageteilnehmer betrachten Künstliche Intelligenz als größte disruptive Entwicklung in den kommenden Jahren. 57 Prozent sind sich sicher, dass die Blockchain-Technologie die Art und Weise, wie wir investieren, grundlegend verändern wird. Der Direktor eines Multi-Family-Office in Asien beschreibt die Trend so: “Es gibt fünf Säulen, die die Zukunft beschreiben – also zirka die nächsten 30 Jahre: maschinelles Lernen, künstliche
Intelligenz, Krypto-Währung, Blockchain, und, für mich, Gaming.” Zurzeit seien aber nur rund 1 bis 5 Prozent des Portfolios in diese Werte investiert, und dies vor allem, um Erfahrungen zu sammeln. Aber dies werde sich in den kommenden Jahren ändern.

Nachhaltigkeit wird wichtiger

Auch an Family Offices geht der Trend zum nachhaltigen Investieren nicht vorbei. Mehr als ein Drittel der Family Offices weltweit achten bei der Geldanlage inzwischen auf ESG-Kriterien. Ein Viertel engagiert sich im Bereich Impact Investing. Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Im Schnitt werde das Portfolio in fünf Jahren zu 32 Prozent nachhaltig investiert sein, zeigt der Bericht.

UBS und Campden haben die Studie erstmals 2014 veröffentlicht. Damals wurden 205 Family Offices weltweit befragt. Für die 2019er Ausgabe wurden 360 Family Offices aus der ganzen Welt befragt, davon 80 Prozent Single Family Offices und  20 Prozent Multi Family Offices. Das Vermögen belief sich im Schnitt auf 1,2 Milliarden US-Dollar. Die Asset under Management lagen durchschnittlich bei 917 Millionen US-Dollar.

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