Family Offices weltweit richten ihre Anlagestrategie zunehmend auf die Megathemen der 2020er aus und bauen angesichts des Niedrigzinses die Festgeldanlagen weiter ab, berichtet die UBS.

Das Niedrigzins bleibt auf unbestimmte Zeit eine Realität für institutionelle Investoren – auch wenn sich zumindest in den USA die Anzeichen zum Beginn des Tapering mehren. In diesem Umfeld passen Family Offices ihre Investment-Strategie an und planen auf Sicht der nächsten fünf Jahre eine Reduktion der Bestände von Anleihen und Bargeld. Das geht aus dem „Global Family Office Report 2021“ der UBS hervor.

Besonders beliebt sind bei Family Offices weltweit Schwellenländer-Aktien, Private Equity sowie Aktien von Unternehmen in Industrieländern. So planen 56 Prozent der Befragten den Aufbau des Exposure in Emerging Markets, 42 Prozent liebäugeln mit Investments in Private Equity und Industrieländer-Aktien stehen bei 35 Prozent der Family Offices auf dem Einkaufszettel.

Vergleichsweise entspannt betrachten die Anlageverantwortlichen in Family Offices die konjunkturelle Entwicklung. Weder Geopolitik, Corona-Krise, Inflation noch Staatsverschuldung rauben ihnen den Schlaf. Vielmehr sind es die hohen Bewertungen in vielen Asset-Klassen, die 25 Prozent der Befragten die größten Sorgen bereiten. Mit einem Wert von 47 Prozent sind es besonders die US-Amerikaner, die bei diesem Thema Ungemach wittern.

Zukunftsthemen im Fokus der Anleger

Bei der Auswahl ihrer Investments achten Family Offices auf Zukunftsfähigkeit. Hoch oben auf der Wunschliste stehen die Sektoren Gesundheitstechnologie, Automatisierung und Robotik, smarte Mobilität sowie Green Tech. Dies bedeutet implizit, dass sich das Asien-Exposure deutlich erhöht. Insgesamt 63 Prozent der Befragten gaben an, ihr Engagement in China erhöhen zu wollen. Besonders im „alten Kontinent“ Westeuropa mit seiner „alten Volkswirtschaft“ ist der Drang gen Asien ausgeprägt, so das Schweizer Institut.

Family Offices mögen Private Märkte

Family Office wissen Opportunitäten jenseits der öffentlichen Märkte zu schätzen und urteilen mit einem Anteil von über der Hälfte, dass insbesondere im Bereich Private Equity Renditen winken, die an den öffentlichen Märkten nicht erzielbar sind. Fast die Hälfte (47 Prozent) nutzt sowohl Fonds als auch Direktinvestitionen in dieser Asset-Klasse, und 30 Prozent entscheiden sich lieber nur für Direktinvestitionen.

In Deutschland sind Immobilien indes groß im Rennen. Sie machen inzwischen 75 Prozent in den Portfolios der Family Offices hierzulande aus, hat eine Umfrage von Engel & Völkers Investment Consulting sowie Famos Immobilien ergeben.

Nachhaltigkeit: Großes Thema für Family Offices

Auch das Thema Nachhaltigkeit steht bei den Investoren hoch auf der Agenda. Weltweit spiegelt dies 56 Prozent der Portfoliis wider. Besonders ESG-affin sind dabei die Anleger in Westeuropa und Asien, so die UBS.

Als in der Regel nicht oder wenig regulierte Investoren stehen ihnen viele Türen offen. „Auf Sicht der nächsten fünf Jahre könnten Family Offices ihre Flexibilität nutzen und Wegbereiter in Sachen ESG-Integration werden“, heißt es in dem Bericht. Fast ein Viertel (24 Prozent) wollen die ESG-Anlage in der gesamten Allokation ausbauen.

Family Offices: Kosten steigen

Ein Wehrmutstropfen in der Kapitalanlage der vermögenden Familien: Die Kosten steigen. Und hier sind es vor allem die Gehälter sowie auch die IT, die ihnen mehr Geldscheine aus den Taschen ziehen. 39 Prozent mussten für die Gehälter ihrer Mitarbeiter mehr auf den Tisch legen, und die IT verteuerte sich bei 35 Prozent der Befragten.

Aber ein Gutes gibt es aus Sicht der Familien zu vermelden, wohl als Resultat der Corona-Pandemie: die Kosten für Büros fallen. 22 Prozent der Family Offices rechnen hier mit Einsparungen.

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