Im Juni 2020 sind die ETF-Mittelzuflüsse auf 64,5 Milliarden Euro gestiegen, berichtet Amundi. Gegenüber dem Mai ist dies ein Plus von mehr als 70 Prozent.

So haben Anleger Aktien-ETFs gekauft und weiterhin auch Interesse an Renten-ETFs gezeigt: Insgesamt flossen Aktien-ETFs global 17,8 Milliarden Euro zu und Renten-ETFs 42,1 Milliarden Euro. In Europa waren bei Aktien-ETFs vor allem globale und nordamerikanische Aktien gefragt. Diesem Segment flossen 2,2 beziehungsweise 1 Milliarden Euro zu. Die Mittelzuflüsse in Europa in Höhe von insgesamt 4,9 Milliarden Euro spiegeln laut Amundi eine zurückkehrende Risikobereitschaft wider.

Dies wird dadurch unterstrichen, dass Investoren Gelder in zyklischere Sektoren investierten: 507 Millionen Euro flossen in Aktien-ETFs mit Fokus auf den Rohstoffsektor und 405 Millionen Euro in Finanzwerte. Hingegen gab leichte Abflüsse in defensivere Sektoren wie Energie und im Gesundheitswesen.

Breites Spektrum bei Anleihe-ETFs

Fixed Income gewann in Europa Neugelder in Höhe von 8,0 Milliarden Euro, wobei sich die Zuflüsse fast zu gleichen Teilen auf Staats- und Unternehmensanleihen verteilten. Das Interesse an High-Yield-Titeln setzte sich im Juni fort: Anleger investierten 851 Millionen Euro in US-High-Yield und 795 Millionen Euro in Euro-High-Yield. Laut Amundi ist dies ein deutlicher Nachfrageschub, der die höhere Risikobereitschaft der Anleger widerspiegelt.

Zudem gab es im Juni einen deutlichen Anstieg bei ETFs auf Staatsanleihen. Diesen Titeln flossen 3,3 Milliarden Euro zu. Der Großteil davon mit jeweils rund 760 Millionen Euro entfiel auf die USA und Schwellenländer. “Die deutlich steigende Nachfrage nach ETFs auf Staatsanleihen am einen Ende des Risikospektrums und das erneute Interesse an Hochzinsanlagen am anderen Ende des Spektrums spiegelt die große Bandbreite der Anlegerbedürfnisse wider”, konstatiert Amundi.

Die globale Nachfrage nach Rohstoff-ETFs war indes erheblich geringer als im Mai. Dennoch summierten sich die Zuflüsse in Europa gelisteter Produkte auf 834 Millionen Euro, was sogar zwei Drittel mehr als im Mai ist. Anleger kauften nicht mehr nur Produkte auf Gold, sondern auch wieder breite Rohstoffindizes.

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