ETFs

ETFs – Liebling von institutionellen Investoren

ETFs sind bei institutionellen Investoren wohl bekannt. Wie sind die Indexfonds entstanden? Und welche aktuellen Trends zeichnen sich ab?

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Definition ETF: börsengehandelter Indexfonds

ETFs (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte Indexfonds, die die Entwicklung eines bestimmten Vergleichsindex, wie etwa die des deutschen Dax, exakt nachzeichnen. Steigt der Börsenindex, gewinnt der Fonds, fällt der Index, verliert auch der Fonds.

Da ETFs in der Regel nicht aktiv verwaltet, spricht man bei ihnen auch von passiven Fonds. Für institutionelle Anleger hat dies einen Vorteil: da die ETF meistens nicht aktiv verwaltet werden, sind sie kostengünstiger als ihre aktiven Gegenstücke, denn bei den Indexfonds entfallen die hohen Managementgebühren. ETFs sind für verschiedenste Anlageklassen wie beispielsweise Aktien, Anleihen oder Rohstoffe verfügbar.

Geschichte der ETFs: Vom institutionellen Investoren zum privaten Anleger

Als Erfinder des ETFs gilt heute der Mathematiker Louis Bachelier. Er forschte bereits 1900 über den Aktienmarkt. Diese Ideen grifft Harry Markowitz in den 50ern auf und entwickelte sie zur modernen Portfoliotheorie weiter.

Im Jahr 1971 entwickelten William Sharpe und Bill Fouse den weltweit ersten Indexfonds mit dem Namen „Samsonite Pension Fund“. Als Indexfonds in den 70er auf den amerikanischen Markt kamen, waren sie zunächst nur institutionellen Investoren vorbehalten.

Der erste offizielle ETF wurde 1993 an der New Yorker Börse releast: der SPDR S&P 500 ETF Trust (SPY) von State Street Global Advisors. In Europa wurden ETFs erstmals im Jahr 2000 angeboten. Heute sind sie nicht nur bei institutionellen, sondern auch bei privaten Anlegern beliebt.

ETFs: MSCI World und Co.

Die Anzahl der ETFs ist in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. Im Jahr 2005 gab es 453 ETFs – im Jahr 2020 wurden weltweit 7.607 ETFs gezählt. Das verwaltete Vermögen in ETFs stieg 2020 auf 7.7 Billionen US-Dollar an (Quelle statista).

Im April 2021 war das weltweite Neugeschäft mit ETFs rückläufig. Die Nettozuflüsse beliefen sich im April 2021 auf 102,6 Milliarden US-Dollar für börsengehandelte Indexfonds (ETFs) und andere börsengehandelten Produkten (ETPs). Das ist weniger als in den Rekordmonaten März (136,4 Milliarden US-Dollar) und im Februar (131,8 Milliarden US-Dollar).

Besonders gefragt sind in diesem Jahr nachhaltige Produkte. In Europa gingen von Anfang Januar bis Ende April 2021 rund 51 Prozent – 40 Milliarden US-Dollar – des Neugeschäftes auf das Konto nachhaltiger ETFs. Zum Stichtag Ende April verwalteten entsprechende Produkte in den USA und der EMEA-Region 238 Milliarden US-Dollar. Das sind 72 Milliarden US-Dollar mehr als ein Jahr zuvor.

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