Die Volkswagenstiftung setzt in der Kapitalanlage auf Diversifikation. Wie sie vorgeht und dabei Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt, erklärt Dieter Lehmann, Leiter Vermögensanlage und Mitglied der Geschäftsleitung.

Seit 1990 konnte die Stiftung im Schnitt eine jährliche Performance von über 6 Prozent erzielen, 2019 lag sie mit 17,5 Prozent sogar deutlich höher. „Wir folgen in der Geldanlage den Ansätzen der Portfoliotheorie: Je mehr Diversifikation, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesamtergebnis positiv ist“, sagt Dieter Lehmann.

Wichtiges Werkzeug ist hierfür die Analyse von Korrelationen verschiedenster Indizes – und zwar entlang von Regionen, nicht von Branchen. In der Aktienanlage folgt daraus sowohl für den eigenverwalteten Bestand als auch die meisten Spezialfondsmandate ein fast ausschließlich passiver Investment-Ansatz. „Aktives Management wäre zu unserem Ansatz der Korrelationsanalyse ein Widerspruch“, so Lehmann. Nur ein Portfolio mit europäischen Small Caps werde aktiv gemanagt, um Marktineffizienzen zu nutzen.

Der europäische Eigenbestand folgt einem nachhaltigen Index, die international ausgerichteten Spezialfonds dagegen meist konventionellen Benchmarks. „Allerdings behalten wir uns vor, in Einzelfällen von Investments abzusehen, wenn diese nicht unseren sozialen, ökologischen und ethischen Wertvorstellungen genügen“, sagt Lehmann.

Regionale Streuung

Auch im verzinslichen Bereich gilt das Prinzip der regionalen Streuung. Der selbstverwaltete Bestand setzt sich vor allem aus öffentlichen Anleihen aus In- und Ausland, Pfandbriefen und Covered Bonds, Unternehmensanleihen sowie Nachrangtiteln zusammen. Der übrige Teil wird von zwei Rentenfonds verwaltet: Einer investiert in kanadische, australische, norwegische und neuseeländische Staatsanleihen, der andere in US-Staats- und Unternehmensanleihen sowie Schwellenländertitel – und zwar in Lokalwährung.

„Wir sichern unsere Währungsrisiken nicht ab, denn von den höheren Zinsniveaus profitiert man nur, wenn man das nicht macht“, sagt Lehmann. Zudem hat die Stiftung die Anforderungen ans Rating heruntergeschraubt auf BB- von BBB.

Das Immobilienportfolio besteht vor allem aus Inlandsimmobilien in 1A-Lagen, die über stiftungseigene Gesellschaften gehalten werden. Hinzu kommen über einen Spezialfonds Bürogebäude im europäischen Ausland. Ziel ist, den Standort Deutschland wieder zu schärfen.

Lesen Sie mehr zur nachhaltigen Kapitalanlage im dpn-Interview mit Nicole Becker, Referentin für Vorstandsangelegenheiten und Nachhaltigkeit im Bereich Kapitalanlagen bei der Bayerischen Versorgungskammer (BVK), und Dieter Lehmann, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Volkswagenstiftung.

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