Thomas Kusterer, CFO EnBW: „Nachhaltigkeit ist längst ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor.“

Interview mit Thomas Kusterer, CFO EnBW, zu den institutional assets Awards in den Kategorien ESG und Infrastructure Investments

Herr Kusterer, was bedeutet für Sie als Finanzvorstand und für EnBW eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmensstrategie?

Thomas Kusterer: Nachhaltigkeit ist längst zu einem wirtschaftlichen Erfolgsfaktor geworden. Wir haben das Thema bereits frühzeitig fest in unserer Unternehmensstrategie verankert. Bereits Ende 2025 soll die Hälfte unserer installierten Erzeugungsleistung aus erneuerbaren Energien bestehen. Bis 2035 wollen wir als Gesamtkonzern klimaneutral sein. Das Thema Nachhaltigkeit ist bei uns in den Strategieprozess integriert, wird bei Investitions- oder Desinvestitionsentscheidungen berücksichtigt und auch in der Risikoberichterstattung.

In welchen Initiativen für nachhaltiges Finanz­wesen engagieren Sie sich?

Thomas Kusterer: Wir haben den Anspruch, unsere Geschäftsaktivitäten verantwortungsvoll zu gestalten und einen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Mehrwert für unsere Stakeholder zu schaffen. Deshalb engagieren wir uns zu den Themen CSR, Klimarisikoberichterstattung und nachhaltige Finanzierung seit Jahren in nationalen wie internationalen Initiativen wie beispielsweise dem Integrated Reporting (IIRC), der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) oder der EU Technical Expert Group on Sustainable Finance (TEG). Darüber hinaus sind wir seit 2010 Mitglied des UN Global Compact und verpflichten uns zur Einhaltung der zehn Prinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umwelt und Korruptionsprävention.

Welche Rolle spielen ESG-Kriterien bei Ihrer eigene Finanzierung am Kapitalmarkt – Stichwort Green Bonds?

Thomas Kusterer: Investoren schauen aufmerksam auf das ESG-Profil der EnBW und unsere Transition-Story. Hier spielen Peer-Group-Analysen, Ausschlusskriterien wie etwa das Überschreiten eines gewissen Umsatzes mit Kohlekraftwerken und natürlich ESG-Ratings eine wichtige Rolle. Man muss auch in der Lage sein, den Investoren glaubhaft zu vermitteln, dass Nachhaltigkeit Teil der eigenen Unternehmens-DNA ist. Mit einem Green Bond müssen wirklich grüne Projekte finanziert werden, die in die Unternehmensstrategie eingebettet sind.

Welche Rolle spielen ESG-Kriterien bei Ihren eigenen Finanzanlagen?

Thomas Kusterer: Für uns spielen ESG-Kriterien bei unseren Finanzanlagen bereits seit mehreren Jahren eine wichtige Rolle. Als institutioneller Investor können wir heute schon eine signifikante Steigerung unserer Finanzanlagen in wirkungsorientierten Investments vorweisen. Der aktuelle Anteil der nachhaltigen Anlagen beträgt bereits über 50 Prozent – Tendenz steigend. Es ist unsere klare Zielsetzung, über die kommenden Jahre das Gesamtportfolio auf nachhaltige Kapitalanlagen umzustellen.

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