Der Lebensmittelsektor steht für starken Wasserverbrauch und hohe CO2-Emissionen. Gerade die Fleischproduktion gilt als CO2-Schleuder. Vermehrt ernähren Verbraucher weltweit sich aber vegan. Anlagechancen in diesem Themenfeld erläutert Amanda O’Toole, Portfoliomanagerin bei AXA Investment Managers.

Die Entwicklung hin zu einer saubereren und nachhaltigeren Ernährung sollten institutionelle Investoren im Blick behalten, rät Amanda O’Toole, Portfoliomanagerin, Clean Economy Strategie bei AXA Investment Managers. Die Aspekte sind vielfältig: Vermeidung von Lebensmittelabfällen sowie von Luftmeilen, eine transparente Auszeichnung durch „Clean Labels“, Forschung zu Fleischersatzprodukten oder die zunehmende Nachfrage nach Bio-Produkten gehören dazu.

Nachhaltige Ernährung: Anlagechancen im Langzeittrend

Einer der dominierenden Langzeittrends im Nahrungsmittelbereich ist Veganismus. Dies steht im Einklang mit den Zielen vieler Regierungen, die CO2-Emissionen einzudämmen. Auf nationaler Ebene würde durch einen geringeren Fleischkonsum jedoch keine reduzierte Emission erreicht.

Anlagechancen in nachhaltige Ernährung sind laut O’Toole aber weiterhin schwierig. Ein Hauptproblem: Es gibt kaum Unternehmen, die sich ausschließlich dieser Entwicklung widmeten. Auch zukünftig erwartet die Expertin in diesem Bereich nur wenig Entwicklung. Denn auch die etablierten Supermarktketten haben den Trend natürlich erkannt und haben entsprechende Eigenmarken entwickelt. Damit böten diese Unternehmen für institutionelle Investoren zwar eine gewisse Teilhabe, der tatsächlich vegane Anteil am Gesamtsortiment der Ketten sei allerdings minimal. Institutionellen Anlegern, die in die nachhaltige Lebensmittelproduktion investieren möchten, empfiehlt die Fondsmanagerin daher einen breiten Blick.

Als ein Beispiel nennt O’Toole DMS. Der Hersteller für Lebensmittel-Inhaltsstoffe forscht an alternativen Futterlösungen für Fischfarmen. Derzeit sind diese auf eine Art von Protein als einzige Futterquelle angewiesen. DMS setzt dagegen auf Algen als eine verbesserte und nährstoffreichere Alternative, die eine nachhaltigere Fischzucht ermöglichen würde. Zudem sieht O‘Toole im Agrarbereich aussichtsreiche Entwicklungen. „Hier zeigen sich Unternehmen, die in der Zukunft einen bedeutenden Unterschied in der Lebensmittelproduktion erzielen können“, sagt die Portfoliomanagerin.

Ein weiteres Beispiel ist John Deer. Das Unternehmen investiert verstärkt in Technologie und Datenanalyse. Die Analyse-Plattform biete Kunden umfassende Auswertungen zur Ertragskraft von Ländereien. Auch der Einsatz von Methoden und Düngemitteln wird transparent gemacht. Endkunden würden somit volle Transparenz der Inhaltsstoffe in den  Lebensmitteln erhalten.

Auch in der Tierzucht identifiziert O`Toole Chancen. Wissenschaftliche Fortschritt zeige sich in diesem Bereich durch eine verbesserte Qualität sowie Quantität des produzierten Fleisches. Pionierarbeit leistet laut der Expertin das Unternehmen Genus. Durch die Forschung im Bereich Genetik könne Genus Zuchtprogramme effizienter gestalten und somit die Umweltauswirkungen der Fleischproduktion verringern. „Auch wenn ein wachsender Bevölkerungsanteil zunehmend auf Fleisch verzichtet, ist die Nachfrage weiterhin hoch“, so O’Toole.

Emissionen in der Nahrungsmittelproduktion senken

Der Einfluss der Lebensmittelproduktion auf die CO2-Emissionen ist beträchtlich. Laut einem Bericht vom “Institute for Agriculture and Trade Policy” und GRAIN könnte die Fleisch- und Milchproduktion die fossile Brennstoffindustrie als größten Verursacher zur globalen Erwärmung überholen. Bis 2050 liege der erwartete Anteil des zulässigen globalen Treibhausgasbudgets bereits bei 80 Prozent. Laut O´Toole ein ein globales Problem, das globale Lösungen erfordert. Unternehmen, die diese Problematik angehen, seien daher zunehmend gefragt und für institutionelle Investoren langfristig attraktiv.

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