Institutionelle Investoren sollten den Blick vermehrt auf das Methan richten, empfiehlt J O Hambro. Denn das Treibhausgas ist deutlich schädlicher als Kohlenstoffdioxid. Lösungen stehen bereit.

Das Treibhausgas Methan ist sehr viel schädlicher fürs Klima als Kohlenstoffdioxid (CO2), das meist im Zentrum des Anlagerinteresses steht. Genau gesagt liegt das so genannte Treibhauspotential des Klimagases beim 28-fachen von CO2. Das Treibhauspotential (Greenhouse warming potential GWP) misst den Beitrag zur Erderwärmung und wird in so genannten CO2-Äquivalenten berichtet.

Aktuell ist Methan global für 23 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich, wie Regnan, eine auf nachhaltige Investments spezialisierte Partnergesellschaft des Asset Managers J O Hambro ermittelt hat. Etwa die Hälfte davon entfallen auf menschliche Aktivität – etwa der Rinderzucht oder dem Transport von Erdgas. Dies ist aber gleichzeitig eine gute Nachricht, denn dies bedeutet auch, dass Maßnahmen zur Lösung des Problems bereit stehen.

Lösungen für das Methan-Problem gibt es bereits. Sie müssen nur noch skaliert werden. Beispiele sind:

  • Maßnahmen zur Eindämmung von Lecks in der Gas-Infrastruktur
  • Emissionen in der Tierhaltung können durch verbesserte Technologien für Auffang und Umwandlung von Gülle und Futtermittelzusätzen eingedämmt werden. Die Umstellung auf eine pflanzenbasierte
    Ernährung würde ebenfalls Vorteile bringen.
  • Auch bei der Abfallentsorgung gibt es Potenzial, etwa durch weniger Deponierung.

„Diese Ansätze geben Grund, optimistisch zu sein. Das Methanmanagement wird durch Regulierung und wirtschaftliche Faktoren zunehmend attraktiver, was nicht nur zu neuem Wachstum, sondern auch zur Bekämpfung des Klimawandels führen wird“, sagt Maxime Le Floch, Investment Analyst bei Regnan und Co-Autor der Studie.

Methan-Emissionen werden steigen

Die zurzeit wichtigste Quelle für Methan ist die Landwirtschaft. Sie macht rund 20 Prozent der Methan-Emissionen aus. Neben der Nutztierhaltung, insbesondere von Kühen, produzieren auch der Reisanbau signifikante Mengen an Methan. Das Dilemma: die Emissionen aus beiden Quellen steigen im Zuge der wachsenden Weltbevölkerung immer weiter an. Fossile Brennstoffe sind für weitere 17 Prozent des Methan-Ausstoßes verantwortlich. Mülldeponien machen 8 Prozent aus.

„Der heutige Methan-Ausstoß könnte sich in Zukunft dramatisch erhöhen. Denn durch den Klimawandel ist der Permafrost der Arktis bedroht. Wenn dieser auftaut, gelangt noch mehr Methan als bisher in die Atomsphäre“, so Le Floch. Im Permafrost der Arktis sei eine große Menge Methan unter einer Schicht Eis versiegelt. Erhöhe sich nun die globale Temperatur, schmelze dieses schützende Siegel. „Die Arktis ist besonders von der globalen Erwärmung gefährdet, da diese sich nicht gleichmäßig verteilt. Die Temperaturen in der arktischen Region sind bisher doppelt so schnell gestiegen wie im globalen Durchschnitt“, sagt Le Floch.

Die Politik hat bereits auf das wachsende Problem reagiert. Sowohl im europäischen Green Deal als auch im Dekarbonisierungsplan der US-Regierung findet Methan Beachtung.

 

 

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