Eine aktuelle Studie von BNP Paribas verdeutlicht, in welchem Tempo Asset Manager und Asset Owner ESG-Kriterien in ihre Anlagestrategie verankern.

Immer mehr Anleger integrieren ESG-Kriterien in ihre Anlagestrategie. So haben 22 Prozent der weltweit befragten Asset Manager und Asset Owner bereits ökonomische, soziale und Governance-Standards in mindestens 75 Prozent ihres Portfolios implementiert. Damit übertreffen die Investoren ihre eigenen Erwartungen: in der Erhebung von BNP Paribas im Jahr 2019 hatte kein einziger Investor vorausgesehen, einen so hohen ESG-konformen Portfolioanteil zu haben. Allerdings: 66 Prozent der Befragten berücksichtigen ESG-Kriterien in nicht einmal der Hälfte der Portfolios.

“Seit unserer ersten ESG-Studie im Jahr 2017 hat sich in der Branche einiges getan. Asset Owner und Asset Manager binden ESG-Überlegungen inzwischen verstärkt in die Organisationen und strategischen Entscheidungen ein”, sagt Thorsten Gommel, Head of Germany, Austria, Netherlands & Nordics bei BNP Paribas Securities Services. “Dies wird in der Branche hoffentlich zu einer beschleunigten Asset Allokation in ESG-Strategien führen, was angesichts der immer dramatischeren Warnungen vor dem Klimawandel dringend erforderlich ist.”

ESG im ganzen Unternehmen verankert

Alles in allem verbreitet sich das Know-How in Sachen Nachhaltigkeit in allen Segmenten des institutionellen Asset Managements. Gaben in der Umfrage 2019 noch 23 Prozent der Befragten an, dass ESG-Kompetenzen in allen Bereichen ihrer Organisation verankert sind und nicht bestimmten Spezialteams vorbehalten sind, waren es in der jetzigen Umfrage stolze 45 Prozent. Dies zeigt: ESG wird bei immer mehr integraler Bestandteil der gesamten Organisation. Zudem bekennt sich mehr als ein Drittel der Branche zum Netto-Null-Ziel bis 2050.

In ihrem Engagement sorgen sich die Investoren nicht nur um die Rendite. Anders als 2019 sind es mit 59 Prozent vor allem Sorgen um Reputation und Markenimage, die Haupttreiber für ESG-Anlagen sind. Rendite wurde mit 45 Prozent auf Platz 2 verdrängt.

Zudem setzen Investoren immer mehr auf Thematisches Investieren. Über ein Drittel (38 Prozent) verfolgen diese Strategie. Mehr als die Hälfte der institutionellen Anleger (56 Prozent) nutzen zudem negatives Screening.

Manager-Selektion: Gemeinsame Werte

Bei der Auswahl der Manager achten Asset Owner immer mehr auf gemeinsame Werte. Für fast die Hälfte ist dies bei der Managerauswahl entscheidend. Vor zwei Jahren sorgten sich nur ein Viertel der Befragten um diesen Aspekt.

Immer wichtiger wird den Investoren auch der direkte Draht zu den Unternehmen, in die sie investieren. Weit über Stimmrechtsvollmachten hinaus suchen sie Kontakt zu Firmen. Insgesamt gaben 61 Prozent der Anleger an, diesen Ansatz im Rahmen ihrer ESG-Strategie zu verfolgen.

ESG-Integration: Fehlende Datenqualität

Knapp 60 Prozent der Befragten sagten zudem, dass Probleme mit Daten das größte Hindernis für die Integration von ESG ist. Dies ist eine Verbesserung gegenüber den 66 Prozent, die dieses Problem noch vor zwei Jahren bemängelten.

Am schwierigsten ist nach wie vor die soziale Komponente zu beziffern. Rund die Hälfte der Befragten sagte, dass sie das “S” als größte Herausforderung sehen.

Deutsche Investoren in vielen Bereichen Vorreiter

Gut schnitten BNP Paribas zufolge die deutschen Investoren ab. So gelten rund 57 Prozent der deutschen Anleger als so genannte Net Zero Leaders, verglichen mit 35 Prozent weltweit und 38 Prozent in Europa. 37 Prozent sind der Net Zero Asset Owner Alliance / Asset Manager Initiative beigetreten, verglichen mit 11 Prozent weltweit und 15 Prozent in Europa.

Etwa 17 Prozent der Anleger hierzulande berücksichtigen ESG-Kriterien inzwischen bei all ihren Investitionen. In zwei Jahren dürfte deren Anteil bei 30 Prozent liegen.

Ein Fünftel der deutschen Investoren betrachtet ESG schon heute als Notwendigkeit, verglichen mit 13 Prozent weltweit und 7 Prozent in Europa. Grüne Anlageinstrumente wie Green Bonds oder Loans sind in Deutschland besonders beliebt. 70 Prozent der Investoren hierzulande integrieren diese Vehikel ins Portfolio, verglichen mit 43 Prozent weltweit und 49 Prozent in Europa.

 

 

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