Die Kreislaufwirtschaft ist ein zentraler Bestandteil des Corona-Konjunkturpakets der EU. Die Bereiche Recycling und Nutzung von Abfällen bieten reichlich Spielraum für ESG-konforme Anlagen, argumentiert DNB Asset Management.

Etwa 70 Prozent der weltweit erzeugten Abfälle werden nicht weiter verarbeitet. Nicht nur die Vermüllung der Meere und weiter Landflächen ist ein Problem. Abfall ist auch extrem klimaschädlich: Müll ist für die Emission von 1,6 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr verantwortlich. Das sind etwa 5 Prozent der weltweiten Emissionen. Darüber hinaus nehmen feste Abfälle auch wertvoll verfügbaren Raum ein. Sinnvoll verwertet könnten sie zudem Einsatz von Rohstoffen einsparen.

„Die treibenden Kräfte hinter dem Vorstoß zur Kreislaufwirtschaft sind die gleichen, die wir in den letzten Jahren bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien gesehen haben“, sagt Jon Sigurdsen, Portfolio-Manager bei DNB. Dies sind politische Entscheidungen einschließlich neuer regulatorischen Richtlinien, die Nachfrage der Verbraucher nach umweltfreundlichen Produkten, soziale Verantwortung von Unternehmen und nicht zuletzt wirtschaftliche Faktoren.

Parallelen zu Erneuerbaren Energien

Als die erneuerbaren Energien kostendeckend wurden, erlebten diese Technologien ein exponentielles Wachstum, so DNB. So gibt es mehrere Ähnlichkeiten zwischen der Kreislaufwirtschaft und dem Anstieg an erneuerbaren Energien:

  • Die EU sitzt am Steuer, während andere Regionen kurz danach folgen
  • Die Kreislaufwirtschaft unterstützt die lokale Wirtschaft, weil Wertschöpfung und Arbeitsplatzschaffung vor Ort stattfinden
  • Lokale Energiesicherheit

Der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft ist ein zentraler Bestandteil des am 20. Juli 2020 verabschiedeten Konjunkturpakets der EU. Die EU schätzt, dass die Circular Economy das BIP um 0,5 Prozent steigern und schätzungsweise 700.000 neue Arbeitsplätze schaffen kann.

Bessere Verständnis für die Geschäftsfelder

Die Fokussierung der EU auf nachhaltige Volkswirtschaften könnte eine ESG-Prämie zur Folge haben, ist Sigurdsen überzeugt. Darüber hinaus wurden einige Unternehmen aus der Abfallwirtschaft bisher als unattraktiv angesehen,da sie lediglich als Müllsammler und -entsorger gesehen werden. Ein besseres Verständnis der Geschäftsfelder könnte ein zusätzlicher Treiber für eine positive Neubewertung sein, ist Sigurdsen überzeugt.

In Zukunft wird die Branche immer anspruchsvoller werden, da sich der Schwerpunkt von der Abfallreduzierung auf die Nutzung von Abfall verlagert. Dies geschieht durch Wiederverwendung, Recycling, Energieerzeugung oder in der Deponie – wobei Deponierung in der EU unterbunden ist.

Hohe Markteintrittsbarrieren werden sich positiv sowohl auf die Leistung als auch auf die Preismultiplikatoren auswirken. Darüber hinaus wird es neue Einkommensquellen im Zusammenhang mit den Produkten selbst und durch die Zahlung für Kohlenstoffemissionen geben, argumentiert DNB.

„Für die Zukunft erwarten wir die Etablierung einer Vielzahl von Recyclingmärkten, wodurch sich für viele unserer Arbeitsfelder neue Chancen ergeben. Zum Beispiel wird das Aufkommen von Elektrofahrzeugen eine Nachfrage nach der Wiederverwendung von Batterien zusammen mit zusammen mit anderen Ressourcen schaffen, wie zum Beispiel seltenen Erden.”
Jon Sigurdsen, Portfolio-Manager bei DNB

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