John Levy, Director of Impact, Franklin Real Asset Advisors, erläutert den Ansatz zur Messung vom Impact bei Investitionen in Gebäude oder Diensten mit einer zivilgesellschaftlichen oder sozialen Funktion.

„Für uns geht es bei Impact Investing darum, eine “Win-Win”-Investition zu tätigen, die neben einer finanziellen Rendite auf Marktniveau auch ein positives soziales und ökologisches Ergebnis anstrebt“, erläutert Levy. Besonders wichtig sei, dass der positive Effekt absichtlich und gewollt ist.

“Kernstück des Impact-Measurement und -Management-Systems ist, anhand fundierter Daten zu zeigen, wie unsere Aktivitäten und unsere Investments echte Veränderungen in der Community oder für die Umwelt bewirken”, so Levy. Dabei geht sein Team über die reine Messung heraus. “Wir reden von Impact-Management und Messungssystems, um unsere aktive Rolle herauszustellen.”

Die Strategie für soziale Infrastruktur zielt auf sechs der 17 UN-SDGs als Schlüsselziele ab: Qualitativ hochwertige Bildung, Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen, nachhaltige Städte und Gemeinden, gute Gesundheit und Wohlbefinden, erschwingliche und saubere Energie, und sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen. “Die SDGs informieren über unsere Portfolioziele sowie über das gesamte System und den Prozess des Impact Managements”, führt Levy aus.

Dazu verwende Franklin Real Asset Advisors den globalen Standard des Impact Management Project, das das System “Die fünf Dimensionen von Impact” entwickelt hat. Damit erstatte das Impact Investment Management seinen Investoren Bericht. “Wir verwenden zehn Faktoren, um Antworten auf die Ziele bei den einzelnen Vermögenswerten zu bekommen. Fünf auf der Umweltseite und fünf auf der sozialen Seite. In jedem Fall ermitteln wir den Ist-Zustand und vergleichen diesen mit dem Zeitpunkt der Anschaffung und auch mit dem gesetzten Ziel”, so Levy. Zudem gebe es auch viele KPIs für jeden Vermögenswert, die den institutionellen Investoren die jeweiligen Auswirkungen zeigen.

Fokus auf soziale Infrastruktur in Europa

Das Engagement fokussiert sich auf Europa, wo besonders starker Bedarf an privaten Geldern im Bereich der sozialen Infrastruktur besteht, betont Levy. Laut der Europäischen Kommission fehlten 100 bis 150 Milliarden Euro pro Jahr für Investitionen in sozialen Wohneinrichtungen, im Gesundheitswesen oder dem Bildungssektor. Öffentliche Quellen reichen nicht aus, um diesen Bedarf zu decken.

Auf die jeweilige Mission zugeschnittene Partnerschaften können aber helfen, privates Kapital freisetzen, um diese Lücke zu schließen. Seit Einführung der Strategie im Juli 2018 hat Franklin Templeton 16 Projekte im Gesundheits-, Bildungs- und Rechtswesen sowie im Immobiliensektor und im Sicherheitsbereich akquiriert, vier davon während der Pandemie. Natürlich musste in dieser Zeit die Kommunikation mit den Mietern angepasst werden, räumt Levy ein.

Corona-Krise schafft Bedarf an privaten Geldern

Die Corona-Krise habe gezeigt, dass viele Gemeinden nicht die Voraussetzungen haben, um Gefahren wie das Coronavirus effektiv bekämpfen zu können. Medizinische Einrichtungen und bezahlbarer Wohnraum etwa fehlen.

Wenn die akute Phase der Pandemie vorbei ist, wird sich der Mangel an finanzieller Unterstützung wohl noch verschärfen, da vielen öffentliche Haushalten die Mittel fehlen, entsprechende Investitionen zu tätigen. Dies bietet laut Franklin Templeton Chancen für die private Finanzierung sozialer Infrastruktur.

Die Erfahrung habe gezeigt, dass ein positiver Impact eine marktkonforme Rendite nicht ausschließt. “In vielen Fällen geht eine Verbesserung im sozialen oder ökologischen Bereich auch mit finanziellen Erträgen einher”, erläutert Levy. Das Ziel einer Rendite von 5 Prozent über der europäischen Kerninflation vor Kosten erreiche man seit Auflegung des Fonds. Im Übrigen hätten sich die Portfolioobjekte im Vergleich zum Rest des Immobilienmarktes in der Krise als sehr resilient erwiesen und im Vergleich zu nicht sozialen Infrastrukturinvestments deutlich besser abgeschnitten.

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