“Angesichts der immer weiter sinkenden Renditeaussichten in anderen Asset-Klassen rücken derzeit Wohnen, Pflege und auch Kitas in den Fokus, insgesamt also der Bereich Social Impact Investment”, sagt Prof. Dr. Thomas Beyerle, Leiter Research Catella Group.

Der ESG-Komplex sowie die Auswirkungen des Homeoffices haben die Immobilienbranche in den letzten Monaten insbesondere beschäftigt. Der Druck des Kapitalmarkts ist groß, Entscheider müssen Ergebnisse liefern. Laut Catella Research ist im Jahr 2019 der Anteil von Green Buildings unter den Neubauten in Deutschland auf 23 Prozent angewachsen. Lösungsmöglichkeiten, um die Klimaziele für 2030 beziehungsweise 2050 zu erreichen, gibt es in mehreren Phasen des Lebenszyklus eines Gebäudes. Letztlich bedarf es aber einer Kombination der verschiedenen Ansätze, um am Ende insgesamt CO2-neutral zu sein.

S (Social) in ESG rückt in den Fokus

Doch auch die gesellschaftlichen Verflechtungen kreieren einen Druck, durch verantwortungsvolle Unternehmensführung latente soziale Probleme anzugehen: etwa durch die Bereitstellung von sozialem Wohnungsraum, Pflegeheimen oder Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Diese Immobilientypen stehen nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung. Ihr Bedarf wird einerseits aufgrund des fortschreitenden demographischen Wandels, andererseits aber auch aufgrund der Effekte der Corona-Pandemie weiter steigen.

„ESG bleibt trotz aktueller Herausforderungen und wirtschaftlichen Risiken der richtungsweisende Megatrend in der Immobilienwirtschaft. Angesichts der immer weiter sinkenden Renditeaussichten in anderen Asset-Klassen rücken derzeit Wohnen, Pflege und auch Kitas in den Fokus, insgesamt also der Bereich Social Impact Investment. Die dafür in den letzten zehn Jahren aufgelegten Immobilienfonds haben ein Investitionsvolumen von zwei Milliarden Euro“, sagt Prof. Dr. Thomas Beyerle, Leiter Research Catella Group.

Pflegeimmobilien liefern sicheren Cash-Flow

Bedingt durch die niedrige Zinslage sind Investitionen in die etablierten Asset-Klassen gestiegen – und somit die Renditen gesunken. Das kommt sozialen Themen zugute. Denn alternative Investitionsmöglichkeiten sind in den Vordergrund gerückt. Unter den Sozialimmobilien sind es insbesondere Pflegefonds. Pflegeimmobilien liefern einen verhältnismäßig sicheren Cash-Flow. Aufgrund der demographischen Lage haben sie stabile Renditeaussichten. Auch Kita-Fonds wurden in den vergangenen Jahren vereinzelt aufgelegt.

Die Zielrenditen im Bereich Pflegeimmobilien liegen im Jahr 2020 zwischen 4,0 und 6,5 Prozent, so die aktuelle Übersicht von Catella Research. Im Bereich Sozialimmobilien reicht die Spanne der Zielrenditen von 4,0 bis 10 Prozent, bei Kitas von 4,0 bis 7,5 Prozent. Das übersteigt zum Teil sogar die Zielrenditen der Social Impact Fonds, die jährliche Renditen zwischen 3,0 und 7,0 Prozent anstreben. Insgesamt hat Catella acht deutsche Social Impact Fonds verglichen, die zwischen 2011 und 2020 aufgelegt worden sind.

Der Aspekt E (Environmental) von ESG ist in der Immobilienbranche bereits sehr viel stärker etabliert. Hier ist aktuell vor allem das Thema „EU-Taxonomie“ drängend. Um dies zu erreichen, müssen folgende Aspekte in den Fokus gestellt werden:

  • Nachhaltigkeits-Grenzwerte bei Investitionen
  • Alternativ Budgetierung für Anpassung an Grenzwert
  • Formulierung konkreter CO2-Einsparziele
  • Definierung eines Klimapfades bis 2050

 

 

Aktuelle Beiträge

Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »
Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »