Mit der jüngsten Veröffentlichung des Berichts des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimawandel (Intergovernmental Panel on Climate Change) ist die Einbeziehung von ESG-Faktoren in Anlageentscheidungen wichtiger geworden denn je, schreibt Andreas Niklaus, Country Head Deutschland von State Street, in seinem Gastbeitrag.

Mit der jüngsten Veröffentlichung des Berichts des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimawandel (Intergovernmental Panel on Climate Change) ist die Einbeziehung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG) in Anlageentscheidungen wichtiger geworden denn je, schreibt Andreas Niklaus, Country Head Deutschland von State Street, in seinem Gastbeitrag.

Der beunruhigende Bericht weist unwiderlegbar auf die menschliche Beteiligung am Klimawandel hin. Die von der Europäischen Union (EU) eingeführte Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor (Sustainable Finance Disclosure Regulation – SFDR) hat sich daher als wichtige und zeitgemäße gesetzgeberische Maßnahme erwiesen, um das Greenwashing von Finanzmarktteilnehmern zu kontrollieren und einzudämmen.

Die SFDR soll eine transparente Offenlegung der Nachhaltigkeitsverpflichtungen von Vermögensverwaltern und -eigentümern sicherstellen und betrifft versicherungsbasierte Investoren, Wertpapierfirmen und Pensionskassen mit 500 oder mehr Mitarbeitern. Doch trotz des Inkrafttretens der Verordnung am 10. März 2021 haben viele Investoren noch immer keine nachhaltigen Prozesse eingeführt und beeilen sich nun, im ESG-Wettlauf aufzuholen. Dieser Mangel an ESG-Offenlegung ist in Deutschland besonders besorgniserregend, da ein aktueller Forschungsbericht zeigt, dass deutsche Unternehmen hinter der internationalen Konkurrenz zurückbleiben. Laut dem Sustainable Finance Index von EY liegen die deutschen Vermögensverwalter bei allen ESG-Angaben unter dem weltweiten Durchschnitt.

Die Umsetzung der SFDR hat die Finanzdienstleister vor eine Reihe von Herausforderungen gestellt, insbesondere im Hinblick auf den Mangel an ESG-Daten in den Bereichen Private Equity und Infrastruktur. Der Mangel an technischen Leitlinien ist eine weitere Herausforderung, mit der sich viele Organisationen konfrontiert sehen. Die SFDR listet mehr als 60 Indikatoren auf, die Unternehmen für eine Vielzahl von ESG-Faktoren erheben müssen. Dies hat zu einem umfangreichen Datenmanagement geführt, das einigen Unternehmen Probleme bei der Einhaltung der umfassenden Verordnung bereitet. Die SFDR hat die Branche auch gezwungen, sich mit Fragen wie diesen zu befassen: Wie berücksichtigen sie ihre ESG-Risiken neben ihren traditionellen Marktrisiken? Besteht unter den Anbietern ein Konsens über die ESG-Bewertung ihrer Unternehmen und Fonds? Oder welche Anlageentscheidungen können sie treffen, um das ESG-Rating in ihren Portfolios insgesamt zu verbessern?

Es gibt keine perfekten Antworten zur Bewältigung dieser Herausforderungen, aber die richtige Technologieplattform in Verbindung mit einer sorgfältigen Verwaltung der Dateninfrastruktur und der Datenbeschaffung kann erhebliche Verbesserungen und Erkenntnisse bringen.

Erstens müssen die Anleger eng mit den Anbietern von ESG-Daten zusammenarbeiten, um ihre Methoden zu verstehen, was ihre Daten darstellen und wie sie im Rahmen der Berichterstattung genutzt werden können. Sie können dann die Anbieter auswählen, die ihre spezifischen Datenanforderungen am besten erfüllen.

Andreas Niklaus Quelle State Street

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Implementierung einer Technologieplattform, die in der Lage ist, Daten von verschiedenen Anbietern und in unterschiedlichen Formaten zu verarbeiten und zu standardisieren. Dies kann die Fähigkeit der Anleger dramatisch verbessern, ESG-Daten auf der Grundlage ihrer eigenen Anforderungen anzupassen und mit proprietären Daten zu kombinieren, die von internen Analysten erstellt werden.

State Street hat eine ESG-Analyselösung entwickelt, die Teil von State Street Total ESG ist. Sie soll Vermögensverwaltern und -eigentümern helfen, die SFDR-Regeln einzuhalten, indem sie ihnen ermöglicht, fundierte Anlage- und Risikomanagemententscheidungen zu treffen. Die Lösung ist eine Ergänzung zu unserem bestehenden Full-Service-Investment-Analytics-Tool, das alle Facetten der finanziellen Risikomessung, einschließlich Markt-, Liquiditäts- und Kontrahentenrisiko, verwaltet und Greenwashing durch transparente und rationalisierte ESG-Analysen bekämpft.

Durch die Kombination von Daten aus verschiedenen Datensätzen bietet State Street seinen Kunden eine umfassende Abdeckung auf aggregierter Portfolioebene und nutzt Automatisierungstechnologien, um seinen Kunden eine integrierte Erfahrung zu bieten. State Street Total ESG bietet seinen Kunden ein zuverlässiges, ausgelagertes Datenmanagement, so dass sie sich auf neue Anlagemöglichkeiten und Wachstum konzentrieren können.

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