Der europäische Asset Manager Candriam publiziert sein aktuelles Sovereign-Sustainability-Modell, welches 128 Länder im Hinblick auf Nachhaltigkeit beurteilt.

Candriam hat ein aktuelles Nachhaltigkeits-Ranking veröffentlicht, welches sich dieses Jahr speziell danach richtet, wie Länder mit ihrem „Naturkapital“ umgehen. Die ESG-Analysten des Unternehmens haben dieses Jahr passend dazu eine neue Methodik entworfen. Diese fokussiert sich darauf, wie in den einzelnen Ländern die Wechselwirkungen zwischen „Naturkapital“ und den drei weiteren Kapitalformen „Humankapital“, „soziales Kapital“ und „Wirtschaftskapital“ zusammenspielen.

Laut Candriam können andere Formen von Kapital das  „Naturkapital“ nicht ersetzen. „Naturkapital“ sei außerdem endlich und setze sich aus diesen fünf Komponenten zusammen: Umweltvorschriften, Emissionstrends, Kennzahlen für Klimawandel, Umweltschutz und dem verantwortungsvollem Umgang mit Ressourcen.

Zu den Platzierungen:

Deutschland erreicht mit dem zehnten Platz eine erneute Top-Ten- Platzierung. Die ersten fünf Plätze gingen an die Schweiz, sowie Schweden, Dänemark, Finnland und Österreich.
Länder wie China (Platz 59), die Türkei (Platz 87) oder Russland (Platz 93) weisen Defizite im Umgang mit ihrem „Naturkapital“ auf und entsprechen daher nicht den Nachhaltigkeitskriterien des Asset Managers. Auch die Niederlande, Australien und Norwegen werden aus diesem Grund in der Platzierung abgestraft.

Die soziale und wirtschaftliche Entwicklung eines Landes hänge laut der Studie stark davon ab, wie es mit seinem „Naturkapital“ umgehe. Bei einer Entwaldung beispielsweise würde die veränderte Landnutzung zur Degradierung des Ökosystems und auch zum Klimawandel beitragen.

Die Ergebnisse des Modells berücksichtigen auch die Fortschritte bei der Erfüllung der 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung. Das neue Modell integriert über 400 einzelne Faktoren.

Werte der Studie schlechter als in Vorjahren

Da Candriam die Methodik der Studie 2020 abgewandelt hat, veränderten sich die Kennzahlen einiger Länder dieses Jahr eher ins Negative. Dem Spitzenreiter Schweiz konnte jedoch auch die veränderte Beurteilung den ersten Platz nicht streitig machen.

Australien bekam die Auswirkungen mit am stärksten zu spüren, so die Experten. Die schwache Bewertung des Landes sei auf seine hohe CO2-Bilanz zurückzuführen.

Es sei zwar eine Entwicklung in die richtige Richtung, dass die Bedeutung des Nachhaltigkeits-Themas zunehmend erkannt werde, erläutert Kroum Sourov, Sovereign Sustainability Analyst bei Candriam. Jedoch wird die Industrie weiter vorangehen müssen, wenn eine wirkliche Veränderung in den Bereichen Konsum, Produktion und Kapitalanlage umgesetzt werden soll, schließt der Experte.

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