Die Legg-Mason-Boutique ClearBridge Investments sieht Umweltveränderungen als das bedeutendste Risiko für die langfristige Stabilität börsennotierter Unternehmen.

Im gerade veröffentlichten, jährlichen Impact Report beschreibt ClearBridge seine Maßnahmen, Unternehmen in den Bereichen Klimawandel, Kohlendioxidemissionen, Kunststoffabfälle, Wasserverbrauch und Offenlegungsstandards für Nachhaltigkeit sowie in weiteren ESG-Themen wie Gleichstellung der Geschlechter und der Opioid-Krise in den USA zu sensibilisieren.

„Die Bedeutung der Analyse von Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG) ist im vergangenen Jahr stärker in den Fokus gerückt. In diesen schwierigen Zeiten wird das Vorantreiben grundlegender Fragen der Nachhaltigkeit – insbesondere die Berücksichtigung aller Interessengruppen – langfristig positive Ergebnisse ermöglichen“, sagte Terrence Murphy, CEO von ClearBridge. „Transparenz ist zu einer der Hauptanforderungen geworden, die Aktionäre an börsennotierte Unternehmen stellen. Wir tragen mit unseren ESG-Grundsätze dazu bei.“

ClearBridge, ein aktiver Aktienmanager mit einem verwalteten Vermögen von 120,5 Milliarden US-Dollar, ist bei fast 300 Aktiengesellschaften einer der 20 größten Aktionäre. Als ESG-Investor seit mehr als 30 Jahren ist ClearBridge unter den Vermögensverwaltern nach wie vor führend, wenn es darum geht, die Vorteile von ESG-Faktoren bei der Auswahl von Investitionen zu fordern.

Die Herausforderungen des Klimawandels bewältigen

ClearBridge bewertet die klimabedingten Risiken und Chancen einzelner Unternehmen im Rahmen seines standardmäßigen Bottom-up-Aktienauswahlverfahrens. Zusätzlich zu den physischen Risiken – zum Beispiel Schäden am Unternehmensvermögen durch Überschwemmungen oder Waldbrände – wird das Übergangsrisiko untersucht, das heißt die Auswirkungen veränderter Marktbedingungen und kohlenstoffsenkender Maßnahmen auf Geschäftsmodelle, Wettbewerbsdynamik, technologische Entwicklungen und Kapitalallokationsentscheidungen.

„Wir nutzen den Einfluss, den wir als institutionelle Investoren und Treuhänder haben. So ermutigen wir das Management von Unternehmen, die Offenlegung von Kohlendioxidemissionen zu intensivieren, Ziele zur Emissionsreduzierung zu definieren, den Einsatz sauberer Energien zu erhöhen, die Effizienz ihrer Lieferketten zu verbessern und generell längerfristig zu denken“, sagte Mary Jane McQuillen, Portfolio-Managerin und Leiterin des ESG-Investments.

2019 analysierte ClearBridge den Kohlenstoff-Fußabdruck von Unternehmen in seinen Portfolios, um die wichtigsten Quellen direkter Emissionen zu identifizieren. Es analysierte auch Branchen mit geringer Kohlenstoffintensität, um die eigenen Engagements vollständig bewerten zu können. Dabei wurde festgestellt, dass die Kohlenstoffintensität der ClearBridge-Portfolios 28 bis 35 Prozent unter den Benchmarks lag.

„Wir vermeiden kohlenstoffintensive Industrien nicht. Die Ermittlung von Industrien mit den höchsten direkten Kohlenstoffemissionen ist nicht ausreichend für die Risikoanalyse, da sie nicht zukunftsorientiert ist, Emissionen von Produkten oder Lieferketten nicht einbezieht und weder regulatorische Faktoren noch die Marktdynamik berücksichtigt“, erklärte McQuillen. „Stattdessen integrieren wir branchenspezifische ESG-Faktoren in unseren Researchprozess und bevorzugen Unternehmen, die Best Practices zu ESG-Themen fördern“, so McQuillen.

Mehr Aufmerksamkeit für Midstream-Energieunternehmen

Mary Jane McQuillen weist darauf hin, dass zum Beispiel die Öl- und Gasindustrie relativ geringe direkte Emissionen hat. Die meisten Emissionen entstehen bei der Verwendung ihrer Produkte.

Ein Teil der Branche, der die Aufmerksamkeit von ESG-Investoren verstärkt auf sich zieht, sind daher Midstream-Energieunternehmen. Diese befassen sich mit der Verarbeitung, Lagerung, dem Transport und der Vermarktung von Öl, Erdgas und Flüssiggas. Die Midstream-Betreiber verwendeten in der Vergangenheit oft komplexe Master Limited Partnership (MLP)-Strukturen. Jetzt wechseln viele zu weniger komplizierten Kapitalgesellschaften.

Neben einer erweiterten Investorenbasis hat diese neue Struktur den Investoren den Zugang zu Stimmrechtsvollmachten ermöglicht, sodass sie ihre ESG-Bedenken nun über Aktionärsanträge vorbringen können. Zu den besorgniserregenden Themen gehören die Methanemissionen der Branche, ein starkes Treibhausgas.

Der neue Impact Report von ClearBridge enthält eine Analyse der Öl- und Gasindustrie mit besonderem Schwerpunkt auf dem Midstream-Segment. Er enthält Einzelheiten über ihre Bemühungen, Unternehmen in ihre Klimastrategien einzubinden: zum Beispiel die verbesserte Offenlegung und Kommunikation von Nachhaltigkeitsbemühungen.

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