Eine aktuelle Studie zur Anzahl von Frauen in Vorständen von BNP Paribas Asset Management (BNPP AM) zeigt die positiven Auswirkungen der Abstimmungspolitik und des Dialogs auf den Hauptversammlungen auf.

BNPP AM untersucht in seiner Studie die 3.500 Unternehmen, in die das Unternehmen investiert. Diese werden mit den 17.000 börsennotierten Unternehmen der Datenbank von Institutional Shareholder Services (ISS) verglichen. Eines der Ergebnisse: Der Frauenanteil in den Vorständen der Unternehmen, in die BNPP AM investiert, liegt bei durchschnittlich 25 Prozent. Bei den gesamten börsennotierten Unternehmen liegt der Frauenanteil bei 18 Prozent. Die regionalen Unterschiede sind beträchtlich. Europa, Südafrika und Australien sind in der Parität in den Vorständen am weitesten fortgeschritten. Asien, Südamerika und der Nahe Osten sind hingegen weniger vielfältig. Erheblichen Einfluss auf die Anzahl der weiblichen Vorstandsmitglieder haben die Unternehmensgröße, das Land, in dem das Unternehmen gegründet wurde, und die lokalen Vorschriften.

Diversität als Faktor für langfristige finanzielle Outperformance

Diversität ist eine der Säulen der globalen Nachhaltigkeitsstrategie von BNPP AM. Sie gilt als ein Faktor für langfristige finanzielle Outperformance und nachhaltige Wertschöpfung. Im Jahr 2019 führte BNPP AM spezifische Kriterien für die Abstimmung auf Hauptversammlungen zum Thema Geschlechtervielfalt ein. Diese wurden anschließend verschärft und variieren je nach Region.

Für Europa, Nordamerika, Australien, Südafrika und Neuseeland gilt ein Mindestanteil von 30 Prozent weiblicher Mitglieder in den Vorständen. In Regionen, die hinsichtlich der Diversität als weniger fortschrittlich gelten, liegt der Mindestanteil bei 15 Prozent – das gilt für Lateinamerika, Asien, den Nahen Osten und Afrika (ohne Südafrika). Die Vielfalt im Vorstand wird auch in die BNPP AM-eigene ESG-Rating-Methode einbezogen.

„Diese geografischen Unterschiede sollten im Kontext des wirtschaftlichen, soziokulturellen und regulatorischen Umfelds betrachtet werden. Insbesondere Unternehmen mit einer höheren Marktkapitalisierung können Diversitätskriterien leichter umsetzen als kleinere Unternehmen,“ erklärt Orsolya Gal, Senior Stewardship Analyst bei BNPP AM. „Zusätzlich wirken sich auch gesetzliche Quoten, wie sie das Copé-Zimmerman-Gesetz in Frankreich oder seit kurzem auch Deutschland vorschreibt, auf den Anteil von Frauen in den Vorständen aus.“

BNPP AM zeigt hohe Erwartungen an Vielfalt im Vorstand

In der Hauptversammlungssaison 2021 lehnte BNPP AM 37 Prozent der Ernennungen von Vorstandsmitgliedern ab, hauptsächlich aus Gründen der Geschlechtervielfalt. Dieser Anstieg der Ablehnungen (2018: 20 Prozent, 2019: 29 Prozent, 2020: 36 Prozent) zeigt die hohen Erwartungen des Asset Managers an die Vielfalt im Vorstand.

Im Jahr 2021 war der stärkste Anstieg der Ablehnungsquote von BNPP AM in Asien zu verzeichnen. Das war eine direkte Folge der Einführung der 15 Prozent-Schwelle im selben Jahr. In Japan lehnte BNPP AM im vergangenen Jahr 57 Prozent ab – das sind 20 Prozentpunkte mehr als noch 2020. Das gleiche Phänomen war nach der Einführung der „30 Prozent-Regel“ in Europa und Nordamerika zu beobachten. Hier stieg die Ablehnungsquote zwischen 2019 und 2020 deutlich an, nämlich von 13 Prozent auf 22 Prozent bzw. von 36 Prozent auf 51 Prozent.

Zusätzlich zu den Aktionärsabstimmungen engagiert sich BNPP AM auch weiterhin direkt bei Unternehmen. Mit denjenigen, die sich nicht an ihre Abstimmungspolitik halten, wird ein direkter Dialog geführt. Allein im Jahr 2021 führte BNPP AM Gespräche mit 36 Unternehmen. Von diesen nahmen 13 Unternehmen anschließend Änderungen im Sinne der BNPP AM-Abstimmungspolitik vor.

Investoren spielen entscheidende Rolle bei Erhöhung des Frauenanteils in Vorständen

Investoren spielen eine entscheidende Rolle bei der Erhöhung des Frauenanteils in den Vorständen. Sowohl durch ihr Abstimmungsverhalten als auch durch den verstärkten direkten Dialog mit Unternehmen können sie Änderungen erwirken. „Unsere Abstimmungspolitik sieht nun vor, dass bis 2025 40 Prozent der Vorstandsmitglieder Frauen sein sollen. Trotz der Ungleichheiten in einigen Regionen sollten wir mit den bisher erzielten Fortschritten zufrieden sein, die von der Wirksamkeit unserer Engagement-Aktivitäten zeugen, und unseren Dialog mit den Unternehmen fortsetzen, um sie zu unterstützen,“ kommentiert Michael Herskovich, Global Head of Stewardship bei BNPP AM, die Ergebnisse.

„Als engagierter Aktionär sind unsere Anforderungen ehrgeizig, auch wenn wir uns der Marktrealitäten selbstverständlich bewusst sind. Wenn wir bereits heute einen Mindestanteil von 40 Prozent fordern würden, würden 39 Prozent der Unternehmen in Europa und nur 3 Prozent in Asien das Kriterium erfüllen.“

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