Das durchschnittliche Geschäftsvolumen der betrachteten Institute hat in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen, gleichzeitig wandelt sich Ausrichtung und Zusammensetzung des Depot A.

Die mehr als 1.100 Sparkassen und Genossenschaftsbanken verkörpern Ende 2021 mit einer Bilanzsumme von 2,7 Billionen Euro fast 30 Prozent des gesamten Bankensystems in Deutschland. Laut Bankenstatistik ist die Bilanzsumme der Sparkassen 2021 um fast 6 Prozent auf 1,55 Billionen Euro und der Genossenschaftsbanken um mehr als 6 Prozent auf 1,14 Billionen Euro angewachsen. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Sparkassen weiter auf 371 (2006: 457) und der Genossen- schaftsbanken auf 773 (2006: 1.255) Institute verringert. Im Zuge dieses Konsolidierungsprozesses hat sich in den letzten 15 Jahren die durchschnittliche Bilanzsumme der Sparkassen auf 4,2 Milliarden Euro nahezu verdoppelt und die der Genossenschaftsbanken auf 1,5 Milliarden Euro mehr als verdreifacht.

Auch die Bedeutung der Depot-A-Anlage hat zugenommen. So hat sich das Depot-A- Wertpapiervolumen (ohne Forderungen an Kreditinstitute wie Zentralbanken) aller Sparkassen und Genossenschaftsbanken in den letzten zehn Jahren um mehr als ein Fünftel auf fast 530 Milliarden Euro ausgeweitet. Die Gesellschaft für Analyse und Consulting konnte insgesamt 81 Sparkassen und 33 Genossenschaftsbanken mit einem Wertpapiervolumen von mindestens 1 Milliarde Euro identifizieren.

Vor allem aber hat sich die Zusammensetzung des Depots A in den letzten Jahren erheblich verändert. Da Sparkassen und Genossenschaftsbanken in ihrer Rentendirektanlage überwiegend eine kurze Duration von meist nur zwei bis vier Jahren eingehen (können), schlägt bei ihnen das sinkende Zinsniveau besonders schnell durch. So sind die Zinserträge aus festverzinslichen Wertpapieren der je 50 größten Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die Ende 2020 eine Bilanzsumme von rund 1 Billion Euro und investierte Schuldverschreibungen von rund 125 Milliarden Euro verkörperten, seit 2011 auf weniger als ein Viertel zusammengeschmolzen.

Die Verzinsung der Rentendirektanlage ist so deutlich unter 1 Prozent gesunken. Die Institute haben darauf mit einem massiven Ausbau von Spezialfonds reagiert. Denn während sich das Volumen der Rentendirektanlage zwar während der Finanzkrise 2008/2009 nochmal sprunghaft erhöht hatte, haben in den letzten zehn Jahren Schuldverschreibungen in den Depot-A-Portfolios nur um rund 5 Prozent zu- genommen. Spezialfonds hingegen wurden in diesem Zeitraum um fast 70 Prozent auf mehr als 175 Milliarden Euro ausgebaut. Allein 2021 ist das Spezialfondsvolumen bei den Sparkassen um fast 10 Milliarden Euro und bei den Genossenschaftsbanken um rund 7 Milliarden Euro angewachsen. Ende 2020 waren 51 Sparkassen und 21 Genossenschaftsbanken in ein Spezialfondsvolumen von mindestens 500 Millionen Euro investiert, weitere 77 beziehungsweise 40 Institute hatten ein Volumen von mindestens 250 Millionen Euro.

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