Kalenderwoche 16: Nach den Osterfeiertagen rückt das Thema Exit-Strategie bei den Wirtschaftsexperten stärker in den Fokus.

17.04. Die deutschen Exporte sind im Februar 2020 um 0,4 Prozent gegenüber Februar 2019 angestiegen, wie aus einer Erhebung des ExportManager hervorgeht. Im Jahr 2019 betrug der Anstieg 0,8 Prozent. Die weitere Entwicklung ist stark von den Auswirkungen des Coronavirus beeinträchtigt.

 

17.04. Um 6,8 Prozent ist die chinesische Wirtschafts im ersten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahr geschrumpft. Das ist der erste Rückgang seit 1992, seit die Zahlen offiziell veröffentlicht werden. Die März-Zahlen zur Industrieproduktion machen allerdings Hoffnung: Der Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat fiel mit 1,1 Prozent vergleichsweise milde aus.

 

16.04. Immobilieninvestments dürften nach Einschätzung des Off-Market-Maklers HPBA für institutionelle Anleger interessant bleiben, da sie nach wie vor unter hohem Anlagedruck stehen und langfristige Investmenthorizonte verfolgen. Diese Akteure dürften sich nun jedoch nochmals defensiver orientieren und vor allem in etablierten Assetklassen beziehungsweise Top-Standorten investieren.

„Bei zahlreichen Akteuren kommt es im Moment zu Transaktionsstopps. Gleichzeitig ist es wahrscheinlich, dass sich in der nahen Zukunft gute Investmentgelegenheiten auftun. In vereinzelten Fällen sehen wir das bereits. Transaktionen werden zu Multiplikatoren abgeschlossen, die vor der Corona-Krise noch undenkbar gewesen wären. Vor allem unter opportunistisch oder value-add-orientierten Private-Equity-Investoren herrscht aktuell eine große Investitionsbereitschaft, jedoch zu günstigeren Konditionen als noch vor vier Wochen. Dafür können diese oftmals zu 100 Prozent mit Eigenkapital finanzieren. Dennoch sind Flexibilität und Geschwindigkeit das Gebot der Stunde, da oftmals nur wenige Tage vom ersten Versand der Exposés bis zur Beurkundung vergehen.“
John Amram, Geschäftsführer HPBA

16.04. Der Anleihemarkt für US-Investment-Grade erlebte starke Verwerfungen, die aber laut aber laut Swisscanto dank der Unterstützung durch die Zentralbank abgefedert wurde. Primär- und Sekundärmarkt sind wieder funktionsfähig. Das Angebot an High-Grade-Anleihen erreichte im März mit 259 Milliarden US-Dollar einen neuen Monatsrekord, und auch das Handelsvolumen von Sekundäranleihen erzielte mit 29,4 Milliarden Euro pro Tag einen Hoch. Das aktuelle Spread-Niveau von Investment-Grade-Krediten war Anfang April etwas breiter als in früheren Rezessionsphasen.

“Wir werden Barmittel einsetzen für Investitionen in das höhere Ratingspektrum und Neuemissionen berücksichtigen, falls die Prämien attraktiv sind. Auch wenn die Risikomärkte im 2. Quartal 2020 unter weiterhin volatilen Bedingungen begonnen haben, sind wir der Meinung, dass die Spreads nach wie vor einen Wert bieten. Mit dem Rückhalt der Zentralbanken bewegen wir uns eher in Richtung einer selektiven Risikonahme bei Anleihen mit Investment-Grade-Rating.”
Susanne Kundert, Fondsmanagerin bei Swisscanto

 

15.04. Der IWF findet klare Worte in der jüngsten Prognosen zu Weltwirtschaft. Die “Great Lockdown Recession” wird die schlimmste Rezession seit der Great Depression der 1930er Jahre. Um 3 Prozent werde die Weltwirtschaft 2020 schrumpfen, so der ernüchterne Ausblick. Im letzten Gutachten vor 3 Monaten hatte der IWF noch mit einem Plus von 3,3 Prozent gerechnet. Zum Vergleich: In der Finanzkrise 2009 war das globale Output um 0,1 Prozent gefallen. Sofern die Pandemie in dern zweiten Jahreshälfte eingedämmt werden könne, werde das globale Wachstum im Jahr 2021 wieder auf 5,8 Prozent ansteigen.

“Der kumulative Verlust des globalen BIP in den Jahren 2020 und 2021 durch die Pandemiekrise könnte rund 9 Billionen US-Dollar betragen, mehr als die Volkswirtschaften Japans und Deutschlands zusammengenommen.”
Gita Gopinath, Chefökonomin IWF

 

14.04. Die Coronavirus-Krise stellt die große Finanzkrise im Jahr 2008 nach Einschätzung von AllianceBernstein (AB) in den Schatten. Eine mögliche Erholung nach Aufhebung der Einschränkungen sieht AB vor allem in den USA gefährdet – trotz rascher und umfangreicher Regierungsmaßnahmen. Auch wenn die US-Wirtschaft die frühere Trendwachstumsrate von etwa 2 Prozent pro Jahr wieder erreicht, könnte es zu einem dauerhaften Aktivitätsverlust kommen. Die Krise werde Wunden in der Wirtschaft hinterlassen, die wahrscheinlich nicht vollständig heilen werden.

„Wir haben unsere globale Wachstumsprognose von 2,2 Prozent im letzten Monat auf -0,7 Prozent gesenkt (…) Bei unserem Szenario sind wir davon ausgegangen, dass die Einschränkungen einige Wochen dauern. Sollten die strengen Regelungen weltweit länger aufrechterhalten werden, könnte das Wachstum noch weitaus geringer ausfallen, als bislang angenommen.“

Darren Williams, Chefvolkswirt beim Asset Manager AllianceBernstein

 

14.04. Die Eurogruppe einigt sich auf umfangreiches Schutzprogramm über 500 Milliarden Euro. In der Sitzung der Eurogruppe am 09. April 2020 konnten sich die Finanzministerinnen und Finanzminister auf eine Antwort auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie einigen.

 

13.04. Die Nationalakademie Leopoldina hat eine Exit-Strategie aus den Einschränkungen des öffentlichen Lebens infolge der Corona-Pandemie vorgelegt. Wenngleich die Pandemie das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben noch auf Monate bestimmen wird, gelte es nun, über die akuten Einschränkungen zentraler Grundrechte wie der Bewegungsfreiheit hinaus zu gehen und Kriterien und Strategien für die allmähliche Rückkehr in die Normalität zu entwickeln.

“Mit dem Auslaufen der jetzigen gesundheitspolitischen Maßnahmen werden mittelfristig weitere expansive fiskalpolitische Impulse notwendig sein. Auf der Einnahmeseite könnten dies Steuererleichterungen sein, das Vorziehen der Teilentlastung des Solidaritätszuschlags oder seine vollständige Abschaffung. Auf der Ausgabenseite sind zusätzliche Mittel für öffentliche Investitionen, etwa im Gesundheitswesen, der digitalen Infrastruktur und im Klimaschutz, wichtig. Die Krise erfordert im höchsten Maße ein europäisch-solidarisches Handeln. Eine gemeinschaftliche Krisenbekämpfung umfasst beispielsweise die Gewährleistung der Liquidität durch die Europäische Zentralbank (EZB), finanzielle Unterstützungen aus dem EU-Haushalt und der Europäischen Investitionsbank (EIB) sowie eine Kreditlinie mit auf die Pandemiefolgen fokussierter Konditionalität durch den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM).”
Coronavirus-Pandemie – Die Krise nachhaltig überwinden” Leopoldina Nationale Akademie der Wissenschaften

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