Kalenderwoche 21: Einschätzungen zur Entwicklung der verschiedenen Assetklassen im institutionellen Portfolio.

22.05. Die Corona-Krise hat bei den weltweiten Immobilienwerten deutliche Bremsspuren hinterlassen. Vor allem in Europa weisen Immobilienaktien zum Teil Abschläge zu ihrem Nettovermögenswert (NAV) von über 40 Prozent auf, so DJE. Im Schnitt sind es 21 Prozent. Historisch gesehen haben sich Immobilienwerte jedoch bei derartig hohen Abschlägen laut einer Studie von Morgan Stanley danach besonders gut entwickelt: auf 1-Jahres-Sicht mit +14 Prozent, auf 2-Jahres-Sicht mit +31 Prozent und über 5 Jahre mit +99 Prozent.

“Immobilienwerte notieren aktuell teilweise mit einem deutlichen Abschlag zum NAV, was in der Vergangenheit zu überdurchschnittlich hohen Kursgewinnen in der Folgezeit geführt hat. Einzelhandelsimmobilien und Hotels sind zurzeit besonders gefährdet, aber Chancen bieten sich unter anderem bei Lager- und Rechenzentren. Als besonders krisenresistent dürften sich deutsche Wohnimmobilien erweisen.”
Hagen Ernst, DJE Kapital AG

 

20.05. Das europäische Parlament hat die Kommission aufgefordert, einen umfassenden Konjunkturplan vorzulegen, um die Folgen der Coronavirus-Krise abzumildern und eine nachhaltige Zukunft zu sichern. Die jüngsten Wirtschaftsprognosen‚ die Anfang Mai von der Europäischen Kommission vorgelegt wurden, zeigen, wie hart die Gesundheitskrise die Wirtschaft getroffen hat. Die EU-Wirtschaft sieht sich in diesem Jahr mit einem Rückgang um mindestens 7,4 Prozent konfrontiert. Das sind schlechtere Aussichten als im Jahr 2009. Trotz düsterer Prognosen könnte das tatsächliche Ausmaß der Rezession noch höher ausfallen, da jede Wiederbelebung der Wirtschaftstätigkeit nur schrittweise erfolgen wird und durch eine potenzielle zweite Welle des Coronavirus beeinträchtigt werden könnte.

 

19.05. Die Volatilitätsrisikoprämie von Short-Vola-Strategien ist im EuroStoxx50 und S&P500 auf den höchsten Stand seit 2010 gestiegen und liegt derzeit bei über 20 Prozent, so Lupus Alpha. Grund sei das Bedürfnis vieler Kapitalmarktteilnehmer nach Absicherung gegen Marktschwankungen. Im aktuellen Seitwärtsmarkt zeigen Short-Vola-Strategien Stärke. Diese Strategien haben im Zuge des Corona-Einbruchs Mitte März zunächst erhebliche Einbußen erlitten, einige Produkte wurden vom Markt genommen wegen dem Anstieg der Volatilitäten mit dem panikartigen Ausverkauf im März. Dieser verlief noch heftiger als während der Finanzkrise 2008. Volatilitäts-Indizes wie der VIX erreichten im Handelsverlauf Rekordwerte von über 90 Prozent, was für Short-Vola-Fonds ungewöhnlich starke Wertverluste mit sich brachte. Mit Beruhigung der Märkte Anfang April hat erneut die Erholung der Vola-Strategien eingesetzt. Begünstigt wird die Erholung von den nach Krisen typischen erhöhten Volatilitätsrisikoprämien.

„Die Attraktivität von Short-Vola-Strategien hat insgesamt wieder zugenommen. Im aktuellen Seitwärtsmarkt und auch in leicht fallenden Aktienmärkten können sie ihre Stärken als Diversifikator besonders gut einbringen.“
Alexander Raviol, CIO Alternative Solutions und Partner von Lupus alpha

 

19. Mai: Die Nachfrage für grüne Anleihen bleibt trotz Corona-Krise ungebrochen, beobachtet AXA Investment Managers. Mit einem Emissionsvolumen von fast 50 Milliarden Euro seit Jahresbeginn knüpft der Markt für grüne Anleihen nahtlos an das Rekordjahr von 2019 an. Für das restliche Jahr wird eine konstant hohe Nachfrage nach grünen Anleihen erwartet.

„Unternehmen, die grüne Anleihen begeben, werden langfristig gut positioniert sein, um sich den Herausforderungen des Klimawandels zu stellen und Chancen zu nutzen.“

Johann Plé, Portfoliomanager bei AXA IM

 

18. Mai: Do Investment geht von einer Aktienmarktkorrektur von 10 bis 20 Prozent in den Sommermonaten aus. Erwartet werden auch steigende Risikoprämien für Unternehmensanleihen. Die Höchststände aus dem März dieses Jahres könnten erneut erreicht werden.

“Gold könnte unserer Auffassung nach über 1.800 US-Dollar je Unze steigen und wahrscheinlich neue Allzeit-Höchststände in US-Dollar ausbilden. Zudem werden Schwellenländer unter den Auswirkungen der Rezession stärker leiden als Industriestaaten. Aus diesem Grund haben wir unseren Aktienanteil in den vergangenen Wochen sukzessive reduziert, nachdem wir die Verwerfungen im März für Zukäufe genutzt hatten. Darüber hinaus haben wir unseren Anteil bei Unternehmensanleihen erheblich reduziert und Schwellenländeranleihen abgebaut.”

David Wehner, Senior Portfoliomanager bei der Do Investment AG

 

18. Mai: Der Sekundärmarkt für die Fondsanteile institutioneller Immobilienanlagen wird in diesem Jahr nach Einschätzung von Marktakteuren ein erhebliches Wachstum verzeichnen. Es wird ein Anstieg des Marktvolumens von derzeit schätzungsweise zwei auf mindestens drei bis zu über fünf Milliarden Euro erwartet. Das in der aktuellen Krise eingebrochene Transaktionsvolumen wird sich ab dem zweiten Halbjahr sowohl im Primär- als auch im Sekundärmarkt, allen voran im Core-Segment, deutlich erholen. Für den Sekundärmarkt spricht der gestiegene Liquiditätsbedarf zahlreicher institutioneller Anleger, für die Bewertungsproblematik der Fondsanteile bedarf es unabhängiger Vermittler. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer Web-Konferenz des Hamburger Anlagevermittlers Real Exchange AG (REAX) mit insgesamt neun Experten aus dem Bereich institutioneller Immobilieninvestments.

„Die Corona-Krise ist trotz massiver Schäden zugleich ein echter Motor für den bislang vernachlässigten Sekundärmarkt in der institutionellen Immobilienanlage. Im illiquiden Spezialfonds-Segment können wir durch transparente Bewertung und neutrale Vermittlung schnelle Liquidität erzielen.“

Jörn Zurmühlen, Vorstand der REAX

 

Aktuelle Beiträge

Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »
Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »