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Investment Consulting – Entlastung für institutionelle Investoren?

Zeit ist Geld und um Kapitalanlagen muss man sich kümmern. Nicht nur deshalb nehmen viele institutionelle Investoren Investment Consulting in Anspruch.

Beim Investment Consulting, also der Anlageberatung für institutionelle Investoren, berät ein Consultant zu Strategie, Selektion und Organisation, aber auch zu Konstruktion des Portfolios.

Investment Consulting ist die Beratung für den gesamten Kapitalanlageprozess für institutionelle Anleger. Hierzu gehören zum Beispiel Risikoanalysen, Ertrags- und Erfolgsanalysen sowie Kosten- und Asset-Analysen.

Bevor institutionelle Investoren sich einzelne Consultants genauer anschauen, sollten sie zunächst für sich klären, ob sie die Expertise eines großen, internationalen Hauses brauchen oder ob ein lokaler Anbieter – mit Rundumservice oder Spezialisierung – sich besser eignet. Denn die einzelnen Anbieter sind sehr unterschiedlich, was Größe, Internationalität, Spezialisierung und Honorarmodelle angeht. Mercer, Willis Towers Watson und Aon Hewitt sind zum Beispiel internationale Player. Mit diesen konkurrieren Feri, RMC, Alpha Portfolio Advisors, Faros und Tajdo als lokale Consultants sowie Bfinance, um nur einige zu nennen.

Investment Consulting: Ablauf

  • Der erste Schritt beim ganzheitlichen Investment Consulting ist die Definition einer Anlagestrategie. Diese beinhaltet die Festlegung von Anlagezielen und Asset Allocation, Risikoanalysen sowie Asset- und Liability Management.
  • Im nächsten Schritt wird die Anlageorganisation festgelegt. Mithilfe dieser soll die Anlagestrategie umgesetzt werden. Sie umfasst Governance Fragen, die Definition des Aufbaus sowie Ablaufes der Anlageprozesse und setzt ein Reglement mit dazugehörigen Pflichtenheften auf.
  • Auch die Erarbeitung einer Portfoliostruktur gehört zum Investment Consulting. Ein Mandat wird strukturiert, Anlagerichtlinien sowie -instrumente festgelegt und der gewünschte Anlagestil ermittelt. Zudem wird eine Benchmark festgelegt.
  • Es folgt die Selektion von Asset Managern: durch Ausschreibung, Evaluation, Vergabeempfehlung und Vertragsverhandlungen.

Zuletzt beinhaltet das Investment Consulting Rendite- und Risikoanalysen sowie einen Kosten- und Gebührenvergleich. Dieser letzte Schritt wird auch als Investment Controlling bezeichnet. Ebenfalls wird überprüft, ob die Anlagerichtlinien eingehalten werden und Asset Manager sowie Vermögensverwalter werden beurteilt

Investment Consulting und institutionelle Investoren

  • Mercer-Berater Kinzler schätze bereits 2013, dass bezogen auf das Gesamtvermögen rund 25 bis 30 Prozent aller institutionellen Investoren in Deutschland einen Consultant nutzen. Als er mit seinem Beratungsteam 2003 gestartet ist, seien es nur halb so viele gewesen.
  • Pensionsanleger nutzen ihre Renditechancen nur zögerlich. Dies ergab die Studie „Pension Risk Management und Anlage von Pensionsvermögen 2019“ von Willis Towers Watson. „Pensionsanleger verharren in alten Anlagemustern“, kommentierte Nigel Cresswell, Leiter Investmentconsulting bei Willis Towers Watson Frankfurt.
  • Faros Consulting ergatterte Ende 2019 ein Mandat für die Babcock Pensionskasse (BPK). Das anhaltend komplexe Kapitalmarktumfeld erschwere es allen Pensionskassen, eine Rendite zu erwirtschaften, die im Einklang mit der Verpflichtungsseite steht. Die Mindestanforderungen an das Risikomanagement von Pensionskassen würden in Zukunft steigen, hieß es zudem.
  • Berenberg strukturierte Anfang 2020 das quantitative Asset Management um Der Bereich soll sich zukünftig noch stärker auf lösungsbasierte Investment- und Risikomanagement-Ansätze konzentrieren und zusätzlich Consulting Dienstleistungen für institutionelle Kunden erbringen.

 

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