Institutionelle Investoren in der deutschsprachigen Region investieren vermehrt in digitale Assets. Vor allem bei Family Offices und kleineren Investment-Boutiquen stoßen sie auf Interesse, heißt es in einer Studie von Cointelegraph Consulting.

Lange Zeit schienen institutionelle Investoren digitale Assets zu meiden. Für große Banken und Pensionsfonds gilt dies immer noch. Doch das Blatt beginnt sich zu wenden. Vor allem kleinere Häuser und Family Offices finden inzwischen offenbar Gefallen an Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum oder auch an Security Tokens. Das zeigt eine Untersuchung von Cointelegraph im deutschsprachigen Raum.

Befragt wurden 55 institutionelle Anleger, darunter Pensionsfonds, Versicherungsgesellschaften, Banken, Asset Manager und Family Offices, die für ein Vermögen von 719 Milliarden Euro stehen. Rund 36 Prozent der Befragten halten bereits auf der Blockchain-Technologie basierte Assets im Portfolio. Dies können Kryptowährungen, Stablecoins oder auch Security Tokens sein, die in der Regel über Fonds, strukturierte Produkte oder Futures Einzug ins Portfolio halten. Weitere knapp 40 Prozent der Befragten planen entsprechende Investitionen in der nahen Zukunft.

Bei den Kryptowährungen haben Bitcoin und Ethereum die Nase vorn. So entfallen 88 beziehungsweise 75 Prozent des Anlagevolumens auf diese beiden Währungen. Auf der Überholspur als Asset-Klasse sind indes Security Token. Die virtuellen Wertpapiere sind bei den knapp 40 Prozent, die in digitale Assets investieren wollen, ganz weit oben auf der Wunschliste.

Die Anlagevolumina sind zumeist sehr gering. So sind rund 38 Prozent mit weniger als 1 Prozent oder weniger ihrer AUM in digitale Werte investiert. Immerhin jeder fünfte Investor hat 2 bis 5 Prozent angelegt, und 45 Prozent allokieren sogar 6 Prozent und mehr in digitale Assets.

Dienstleistungen gefragt

Es besteht ein hoher Bedarf an finanziellen Dienstleistungen und Produkten rund um die Blockchain-Technologie, so ein weiteres Ergebnis der Studie. So haben Investoren beispielsweise Interesse an Versicherungen für verlorene Private Keys#. Auch Blockchain-basierte Venture Capital Fonds oder Derivate stoßen auf Interesse. Diese existieren am Markt bisher nur in geringer Zahl.

Deutschland ist in Sachen digitale Assets der größte Markt in Europa. Klare Präferenz ist hier der Bitcoin, wohingegen Schweizer sich zunehmend für Ethereum interessieren. Während die Anzahl der Schweizer Investoren deutlich kleiner ist als im Nachbarland, sind diese Player aber mit größeren Summen am Markt aktiv. Auch das kleine Liechtenstein ist ein Schwergewicht am Markt für Krypto-Assets. So sind zahlreiche Fonds-Vehikel dort registriert. Österreich ist indes das einzige der untersuchten Länder, in dem es keine Bank gibt, die Custody-Dienstleistungen für digitale Assets anbietet. Es gibt auch keine regulierten Fondsprodukte in dem Land. Dafür beheimatet Österreich aber einen der am schnellsten wachsenden Handelsplätze für digitale Vermögenswerte in ganz Europa.

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