Mit so genannten „Krypto-Assets“ erreicht die Digitalisierung in der Finanzwelt die nächste Stufe. Das FERI Cognitive Finance Institute beleuchtet die Details in einer neuen Studie.

Die Tokenisierung – also die Möglichkeit, Real Assets in virtuelle Einheiten einzuteilen und dann über die Blockchain zu handeln – wird Kapitalmärkte sowie die gesamte Finanzindustrie radikal verändern. Das schlussfolgert das FERI Cognitive Finance Institute in der Studie „Blockchain und Tokenisierung – Disruption des Finanzsystems durch Krypto-Assets und Decentralized Finance (DeFi)“.

Die Tokenisierung von Assets ermöglicht es, kleine Einheiten von realen Vermögenswerten zu handeln. Lesen Sie hier mehr dazu, wie die Blockchain-Technologie etwa den Kunstmarkt revolutioniert. Musik oder auch intellektuellen Eigentumsrechte sind weitere Beispiele für die Tokenisierung von realen Vermögenswerten.

Die Technologie erweitert das Anlageuniversum auch für institutionelle Investoren und schafft neue Opportunitäten, so FERI. Gleichzeitig erhalten mittels der Tokenisierung neue Anlegergruppen Zugang zu Asset-Klassen, die ihnen zuvor verwehrt geblieben wären. So können nun auch Privatanleger Anteile an einem Picasso erwerben, um bei dem Beispiel Kunst zu bleiben.

Effizienzgewinne durch Tokenisierung

Die Tokenisierung bietet zudem aber auch hohe Zeit- und Effizienzgewinne im Handel mit den Assets, wie FERI mit Blick auf den Wegfall von Gebühren, Fristen und anderen Transaktionshemmnissen betont. Künftig können etwa auch Transaktionen in Options- und Derivatemärkte neugestaltet werden: Mit Hilfe von Smart Contracts, also Blockchain-basierten selbstausführenden Vertragselementen. Diese digitalen Kontrakte ermöglichten sowohl digitale Zahlungsströme als auch „Smart Assets“, wie Feri betont.

„Der Handel und die Vermögensanlage mit Krypto-Assets stecken zwar noch in den Kinderschuhen, doch die Zukunftsvision einer ‚Token-Ökonomie‘ im Rahmen eines ‚dezentralen Finanzsystems‘ fordert das Finanz-Establishment schon jetzt heraus“, sagt Dr. Heinz-Werner Rapp, Gründer und Leiter des Institutes.

Disruptive Geschäftsmodelle

Letztlich hat die Blockchain-Technologie das Potenzial, die Abwicklung von Geschäften im Finanzsektor völlig neu zu gestalten. „In einem dezentralen Finanzsystem auf Basis von Blockchains müssen klassische Finanzintermediäre ihre Geschäftsmodelle massiv überdenken“, so Dr. Rapp.

Bis die Blockchain-Technologie, Kryptowährungen und die globalen Anlagemärkte aber zu einem neuen digitalen Finanzsystem zusammenwachsen, sei es aber noch ein weiter Weg, so Feri. Erste Schritte zu einem Rechtsrahmen sind jedoch bereits getan. So etwa in Deutschland mit dem Gesetz über elektronische Wertpapiere. „Wir brauchen professionelle gesetzliche Grundlagen zu digitalen Vermögenswerten, um fairen Wettbewerb und gesellschaftliche Akzeptanz sicherzustellen“, wie Rapp betont.

Denn wie bei jedem technologischen Strukturbruch lägen die Chancen und Risiken auch hier eng beieinander. Möglichen Effizienzgewinnen steht der potenzielle Nachteil gegenüber, dass ein “paralleles Schattenfinanzsystem” entstehen könnte. Hierauf könne die Regulierung nicht direkt einwirken. Beide Argumente sind laut FERI valide, “was auch künftig noch lebhafte Diskussionen und disruptive Entwicklungen garantiere”.

Das FERI Cognitive Finance Institute ist das strategisches Forschungszentrum der FERI Gruppe.

 

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